Angaben zur Story
Autor: Phoenix
E-Mail: Phoenixfellowers@aol.com
Altersfreigabe: PG-13
Teil: 5
Spoiler: Season 3
Inhalt: Geschehnisse zwischen Shane und Carmen, nach der letzten Folge der dritten Season
Genre: Romantik/ Drama
Hauptcharakter(e)/Paar(e): Shane/Carmen
Disclaimer: I do not own the characters in this story, nor do I own any rights to the television show "The L Word". It all belongs to the writers and of course Showtime.
Verzeih mir - Teil 05
Shane murmelt etwas im Schlaf, sie ruft nach ihrer Mutter, warum nur. Sie kneift die Augen zusammen, ob sie Schmerzen hat. Ich versuche sie auf zuwecken, rüttle sacht an ihr, rufe ihren Namen.
„Shane“ sage ich und sie wird langsam ruhiger, ihre Augenlider flackern, sie wacht auf.
Ihre wunderschönen grünen Augen, sehen mich glasig und verwirrt an.
Sie ist noch immer so blass, ihre Lippen etwas blau. Sie sieht mich an, doch sie sagt nichts, ist vollkommen stumm und eisige Stille umgibt uns.
Ich wünschte Alice und Jenny wären hier, doch sie trinken einen Kaffee, irgendwo in diesem riesigen Krankenhaus. Tina ist zurück ins Hotel gefahren, irgend etwas stimmt mit ihr nicht, doch ich weiß nicht was, habe im Moment keine Kraft darüber nach zu denken.
Und Shanes Vater. Er war nicht mehr im Hotel, er ist so seltsam, vielleicht hat er etwas mit all dem zu tun, ich weiß nicht ,was ich von ihm halten soll, habe das Gefühl gar nichts mehr zu wissen, als wäre in meinem Kopf nur ein riesiges schwarzes Loch, dass alles verschlingt. Und ich bleibe einsam und verwirrt zurück.
„Hey wie geht es dir“ frage ich Shane und sie sieht mich so seltsam an, legt ihre Stirn in Falten.
„Ich weiß nicht. Wo bin ich“ fragt sie und sieht sich um, alles ist schummrig, die Schwestern haben die Gardinen zugezogen, die Sonne schickt dahinter ihre hellen Strahlen durch die Wolken.
„Du bist im Krankenhaus“ sage ich und sie atmet tief durch, verzieht das Gesicht vor Schmerzen, schließt die Augen, als müsste sie diese kurz ausruhen lassen.
„Wer bist du“ fragt sich mich plötzlich und ihre Augen sehen mich so durchdringend an, dass ich eine Gänsehaut bekomme.
„Ich bin Carmen, weißt du dass nicht mehr“ frage ich sie und sie sieht plötzlich so traurig aus. Am liebsten würde ich mich in Luft auflösen, einfach verschwinden, weil ich weiß dass irgendwie alles meine Schuld ist, so wie es immer ist und ich wünschte ich könnte mir selbst verzeihen, doch dass ist etwas, was ich einfach nicht kann, zudem ich scheinbar unfähig bin.
„Nein ich habe das Gefühl ich weiß gar nichts mehr. Mein Kopf er tut so weh, ist irgendwie so leer. Wer bin ich kannst du mir das sagen“ sagt sie und etwas Verzweifelndes liegt in ihrer rauen leisen Stimme.
„Du bist Shane . Weißt du denn wirklich gar nichts mehr“ rede ich auf sie ein und ich sehe wir sie nachdenkt, sehe wie sie ihre Stirn in Falten legt.
„Nein ich glaube nicht. Wo ist meine Mutter?“ fragt sie plötzlich und ich weiß nicht was ich sagen soll, wie sie darauf kommt, was mit ihr los ist. Sie sieht so verwirrt aus, wie ein kleines Kind, sie tut mir so leid, was soll ich ihr bloß sagen.
„Warum willst du wissen wo sie ist“ frage ich Shane und sie sieht mich so seltsam an, als müsste sie weinen, als würde ihr irgendetwas weh tun, so unendlich schmerzen.
„Ich habe sie im Traum gesehen, denke ich. Sie und ein kleines Mädchen, dass bei ihr war, ich weiß nicht wer dieses Mädchen war, aber ich habe es schon einmal gesehen. Doch ich kann mich einfach nicht mehr daran erinnern“ flüstert Shane und setzt sich etwas auf, sieht verstohlen auf die schneeweiße Bettdecke, hält ihre linke Hand vor ihre Augen, ich kann Tränen in ihnen glitzern sehen.
„Sie ist einfach weg gegangen und hat mich allein gelassen, ganz allein. Ich habe nach ihr gerufen, doch sie kam nicht zurück. Sie ließ mich einfach im Stich, ich weiß nicht warum“ erzählt sie weiter und ihre Stimme klingt tränenerstickt.
„Leg dich hin und schlaf noch ein wenig. Ich verspreche dir es wird alles wieder gut“ versichere ich ihr und sie legt sich wieder richtig hin und schließt die Augen.
„Mir ist kalt“ murmelt sie und ich decke sie bis oben hin zu, sie wirkt so schwach, so verletzlich.
Sie öffnet ihre Augen noch einmal und sieht mich an, mit diesem leeren, traurigen Blick.
„Bleibst du hier auch wenn ich schlafe“ fragt sie und klingt wie ein kleines trauriges Kind.
„Ja sicher“ sage ich zu ihr und streiche ihr sanft über die Wange, sie ist immer noch so kalt.
„Danke“ murmelt sie und kuschet sich ein, schließt die Augen und das gleichmäßige Senken und Heben ihres Brustkorbes beruhigt mich.
„Es tut mir leid, dass ich nicht weiß wer du bist“ murmelt sie leise und ich denke sie gleitet hinüber in einen tiefen Schlaf, sie sieht so friedlich aus.
Ich streiche ihr über die Haare, fahre ihr noch einmal über das kalte Gesicht, gebe ihr vorsichtig einen leichten Kuss auf die Wange.
Ich setze mich leise zurück auf meinen Stuhl und beobacht wie sie ruhig schläft, so friedlich und es beruhigt mich, während, der Wind draußen, ein paar vereinzelte Schneeflocken gegen das Fenster bläst.
Dieses Mädchen, diese Frau, wer ist sie, wer ist Carmen? Kenne ich sie, woher, warum ist sie hier. Was mache ich hier. Ich versuche zu schlafen, meine Augen sind zu, doch ich kann nicht, habe Angst, fühle mich so leer, so unendlich leer, als wäre ich nur eine Hülle ohne Inhalt.
Jemand streicht mir übers Gesicht, es ist so angenehm, es kommt mir so bekannt vor. Jemand küsst mich, es ist so warm, so wunderschön. Ich kann mich an diese Lippen erinnern, sie sind so weich, es ist so schön, es füllt meine Leere etwas aus, ein wenig, ein bisschen. Ich höre, wie sie sich auf einen Stuhl setzt, es beruhigt mich zu wissen, dass sie da ist.
Doch ich kann nicht schlafen, habe Angst nicht mehr auf zu wachen. Wer bin ich, was mache ich hier, es ist alles so verwirrend. Wo sind meine Eltern, warum sind sie nicht hier? Habe ich überhaupt welche, aber wenn nicht, warum träume ich dann von meiner Mutter. Warum kann ich mich an sie erinnern, warum an sie und sonst ist da nichts.
Bilde ich mir das alles vielleicht nur ein, sind das alles nur Fantasien, die sich mein Gehirn ausspinnt. Mein Kopf er tut so weh, so unendlich weh. Ich will das es aufhört und doch kann ich nicht aufhören nach zu denken, alles dreht sich, mir ist so schlecht, so unendlich schlecht, warum nur.
Ich kneife die Augen zusammen es soll aufhören, es soll endlich aufhören.
Da sind Bilder, sie kreisen in meinem Kopf. Dieses kleine Mädchen, wer ist sie, sie sieht mich an, diese Augen, so traurig, es tut so weh.
Carmen, sie steht vor mir, sie trägt ein weißes Hochzeitskleid, warum nur, warum. Da ist noch jemand, eine Frau mit dunklen Haaren, wer ist sie, warum sieht sie so traurig aus, sie weint warum nur. Ihr Bild verschwimmt, mehr und mehr, es schmerzt so seltsam, diese Frau zu sehen, auf eine so seltsame Art und Weise.
Es soll aufhören, es tut so weh, so unendlich weh, als wenn mein Kopf zerplatzt.
Da ist ein Mann, er macht mich wütend so unendlich rasend, warum nur, sein Lächeln tut weh, wo seltsam weh. Mir ist so schlecht, so übel, alles dreht sich, ich muss mich übergeben.
Shane zuckt plötzlich und beginnt zu würgen, ich greife einen Eimer und halte ihn ihr hin. Was ist nur mit ihr los. Ich drücke den Notknopf wieder und wieder. Sie beginnt zu zucken, es macht mir Angst, sie schwitzt so und zittert, was passiert hier.
Die Schwester kommt, sie schickt mich hinaus, ich will nicht gehen, sie brüllt mich an, ruft einen Arzt. Ich werde in dem ganzen Gewühle hinaus gedrängt, ich fühle mich so alleine, so unendlich einsam und verloren.
Ich stehe da und warte einfach nur, weiß nicht einmal worauf, vielleicht dass ich aufwache und alles war nur ein Traum, die geplatzte Hochzeit, alles. Ich wache auf und liege in Shanes Armen, sie hält mich fest und lässt mich nie wieder los. Der Gedanke daran, dass das alle meine Wünsche nur nichtige Träume sind, tut so weh.
Jedes Geräusch hört sich so weit weg an, als wäre ich irgendwo anders nur nicht hier. Ich höre Schritte, jemand spricht mit mir, doch ich kann die Worte nicht verstehen, es schallt so in meinem Kopf. Jemand berührt mich an der Schulter, er rüttelt an mir. Es ist als würde ich aus einem Trance erwachen.
„Carmen was ist los“ fragt Alice und sieht mich so ängstlich an, ihre Augen durchbohren mich fast, was ist nur los.
„Irgendwas stimmt nicht mit Shane“ antworte ich und meine Stimme klingt so fremd, sie erschreckt mich fast.
„Was ist denn passiert“ fragt Jenny und sie sieht so seltsam aus, es macht mir Angst, zeigt mir wie real dies alles ist.
„Ich weiß nicht. Ich dachte sie schläft, doch dann begann sie plötzlich zu zucken und zu zittern und musste sich übergeben“ sage ich und während ich das erzähle ist es fast so als würde mein Gehirn das alles zum ersten mal hören, als würde es mich überraschen, mich schockieren.
Jenny nimmt mich in den Arm, es fühlt sich so fremd an, ich wünschte Shane würde mich halten, mir sagen alles wäre in Ordnung, doch das ist es nicht.
Wann hört dieser Alptraum endlich auf .
Ein Arzt kommt heraus, er sieht so müde aus, so erschöpft, Es ist als wenn etwas in seinem Gesicht, in seiner Mimik ist was mir Angst macht.
„Sind sie die Angehörigen“ fragt er und ich weiß nicht was ich sagen soll, doch Alice kommt zuvor, indem sie nickt.
„So wie es aussieht leidet sie wie vermutet unter einem starken psychischem Schock und irgendetwas hat diesen Krampfzustand bei ihr ausgelöst. Es könnte sein, dass sie sich plötzlich an irgendetwas erinnert hat oder das irgendwas sie aufgeregt hat. Wir haben sie ruhig gestellt, so dass sie die nächsten Stunden erst einmal schlafen wird, danach sehen wir weiter. Es wäre auch besser wenn sie erst einmal keinen Besuch hätte, wenn sie aufgewacht ist, und wir sie nochmals untersucht haben sehen wir weiter. Einen schönen Tag dann noch“ sagt er und lässt uns stehen.
Eiskalt geht er an uns vorbei, als wäre uns Shane egal.
Es macht mich wütend und doch kann ich nichts tun, zeige keine Regung, bin vollkommen unfähig mich zu bewegen.
„Carmen komm, wir gehen. Wir können jetzt hier nichts tun“ sagt Alice und greift meine Hand, sie ist so warm, meine sie ist so kalt, warum nur. Ich kann nicht gehen, kann nicht von hier weg, habe doch versprochen sie nicht allein zu lassen, ich habe es doch versprochen.
„Los komm schon Carmen“ sagt Jenny und sieht mich an, wieder so ein durchdringender Blick, so leidvoll lächelnd, so unharmonisch, so unwirklich.
„Nein ich kann nicht“ sage ich und meine Stimme klingt so tränenerstickt, warum nur, ich spüre Tränen meine Wangen hinab laufen, doch ich merke nicht das ich weine, ich fühle nichts.
„Bitte komm wir trinken einen Kaffee, ruhen uns ein bisschen aus. Shane wird nichts passieren“ sagt Jenny und sieht mir direkt in die Augen, mein Blick ist so verschleiert.
„Aber ich hab ihr doch versprochen, dass ich bei ihr bleibe, ich hab es doch versprochen“ sage ich und ich klinge so verzweifelt, so verweint, ich weiß nicht wie und warum, aber es ist wohl einfach so, wieder so eine Sache, die ich nicht ändern kann und ich fühle mich so schwach, so machtlos.
„Ich weiß, aber sie ist gut versorgt Carmen, glaub mir, alles ist in Ordnung und du kannst jetzt nichts tun. Denk doch an dich , du brauchst etwas Ablenkung, eine Pause bitte“ sagt Alice und sie zieht mich fort, einfach weg, ich kann nicht anders, ich gehe mit.
Meine Beine laufen und doch habe ich das Gefühl sie können mich nicht tragen. Wir gehen in die Cafeteria, es richt so seltsam, nach essen und doch so medizinisch, der Geruch brennt in meiner Nase.
Ich setze mich hin und wieder fühle ich mich so alleine, auch wenn ich Alice Hand auf meiner Schulter spüre, es ist als wäre sie nicht da, als wäre ich einsam. Ich schließe meine Augen und wieder dieser Wunsch, dass ich sie öffne und alles war nur ein Traum.
Ich öffne die Augen und es ist vollkommen dunkel, ich sehe nichts, wo bin ich. Es richt so seltsam, ist es immer noch dieses Krankenzimmer, was ist passiert. Ich wollte schlafen, habe ich so lange geschlafen, es ist so dunkel, ich kann mich schon wieder an nichts erinnern.
Ich versuche nach zu denken, mein Kopf er schmerzt, ein dumpfes Pochen, schallt durch meinen Schädel. Mein Körper fühlt sich so kalt an, ich erinnere mich an etwas eisigem auf meinem Körper, an ein altes Gesicht was mich durchdringend ansieht.
Da war ein Arzt er hat mich untersucht, ich habe das Gefühl es ist noch nicht lange her, war es vielleicht nur ein Traum, es ist alles so verschwommen.
Meine Augen gewöhnen sich langsam an die Dunkelheit, doch niemand ist da, ich bin allein.
Es macht mir Angst allein zu sein, mein Herz es beginnt schneller zu pochen, es schmerzt in meinem Brustkorb.
Ich versuche mich zu erinnern was passiert ist, doch mein Kopf ist so leer, da ist nur dieses Bild, diese Frau, Carmen. Wenn ich an sie denke, fühle ich mich besser, ich erinnere mich an ihre Stimme, so wohlklingend, ihre weichen Lippen auf meiner Haut, so angenehm.
Ich wollte dass sie bei mir ist, ich weiß nicht warum, frage mich wo sie jetzt ist, warum sie mich allein gelassen hat.
Mir ist kalt, so unendlich kalt. Ich versuche mich auf zu richten, mein Arm er tut weh. Mein Mund fühlt sich so trocken an, ich habe Durst, fühle mich so einsam.
Alles ist so still, so ruhig, ich weiß nicht wie spät es ist, weiß nicht welcher Tag es ist.
Ich höre Schritte, die Tür geht auf, ganz vorsichtig. Jemand kommt herein, ich höre die Schritte.
„Wer ist da“ frage ich, meine Stimme klingt so rau, mein Hals er tut weh, ist so trocken.
„Hey du bist wach“ sagt eine Stimme, ich kenn sie nicht, sie ist mir völlig fremd.
Jemand macht das Licht an, es blendet mich so, schmerzt in meinen Augen, es brennt.
Da ist eine Frau, sie sieht mich lächelnd an und doch liegt etwas trauriges in ihrem Blick in ihren Augen.
Sie setzt sich, ich starre sie an, versuche mich daran zu erinnern wer sie ist , doch mein Kopf ist so leer.
„Und wie geht es dir“ fragt sie mich, sie spricht so vertraut zu mir, als würde sie mich schon seit langem kennen.
„Wer bist du“ frage ich sie und etwas zu tiefst Trauriges liegt plötzlich in ihrem Blick, es tut mir fast leid.
„Ich bin Alice Shane“ sagt sie und sieht mich durchdringend an, als wenn sie darauf hin irgend etwas erwartet, eine Reaktion, vielleicht dass ich mich an irgend etwas erinnere, doch da ist nichts.
„Es tut mir leid aber ich kann mich nicht an dich erinnern“ sage ich und es regt sich in mir so etwas wie Wut, auf mich selbst, warum kann ich mich nur nicht daran erinnern.
„Ist nicht so schlimm, das geht vorbei. Und wie geht es dir so“ sagt sie und sieht mich lächelnd an, und doch merke ich wie traurig sie ist, weil ich mich nicht an sie erinnere.
„Ganz gut denke ich. Mein Arm tut etwas weh und ich habe Durst“ sage ich und versuche normal zu klingen, doch ich weiß nicht wie das ist.
„Ich hol dir etwas Wasser okay. Ich bin gleich wieder da“ sagt Alice und sieht mich schon wieder mit so einem aufmunternden Blick an, er macht mich wütend, dieses Gespielte, als würden alle Leute um mich herum Masken tragen, damit ich ihr wahres Gesicht nicht sehe.
„Ja danke“ sage ich und sie geht, ich folge ihr mit den Augen, bis sie an der Tür steht und plötzlich fällt mir wieder etwas ein.
„Alice wo ist Carmen“ frage ich und ich erinnere mich wieder an dieses wohlig warme Gefühl, welches ich hatte als sie da war.
Alice sieht mich an, ihr Blick ist so seltsam, ich kann ihn nicht deuten, habe ich etwas falsche gesagt.
„Erinnerst du dich an sie“ fragt sie und etwas Hoffnungsvolles liegt in ihrer klaren Stimme.
„Sie war doch hier als ich aufwachte. Eigentlich hatte sie versprochen hier zu bleiben“ sage ich und Alice sieht mich an, so enttäuscht, ich weiß nicht was ich getan habe.
„Ich werde sie holen. Und sie wäre gerne hier geblieben, aber der Arzt hielt es für besser wenn du alleine bist, also sei ihr nicht böse.“ Sagt Alice und zwinkert mir zu und es ist als wenn ich mich an dieses Zwinkern erinnern könnte, als hätte ich es schon einmal gesehen, es ist wie Dejavue, eine sich wiederholende Geschichte und doch wird sie nicht langweilig.
Sie geht und ich bin wieder allein und sehe mich um. Das Zimmer ist mir fremd, so kalt, das Weiß es erschlägt mich beinahe.
Ich lehne mich zurück, ein dumpfer Schmerz durchfährt meinen Arm, ich spüre den kalten Gips der ihn umschließt, er ist so schwer.
Ich atme tief ein, mein Brustkorb schmerzt, es sticht, ich bekomme keine Luft mehr. Schließe meine Augen, es ist so beruhigend, die Stille umschließt mich.
Ich höre ein Geräusch und schrecke hoch, ich will es gar nicht, aber es passiert einfach, was ist nur los.
Carmen steht in der Tür, sie sieht so schön aus, obwohl ihr Gesicht so müde, so erschöpft wirkt.
Warum finde ich sie so wunderschön, warum zieht sie mich so magisch an, ich bin doch eine Frau, darf ich das überhaupt, was ist nur mit mir los, wer bin ich nur.
„Hey wie geht es dir“ fragt sie und es klingt wie eine Standardfrage und ich antworte nicht darauf.
Sie setzt sich zu mir und sieht mich an, ihre Augen sehen so traurig aus, es tut mir weh wenn sie mich so ansieht, doch ich habe das Gefühl ich kenne diesen Blick, kenne diese tiefe Enttäuschung in ihnen, woher nur, was habe ich getan.
„Alice bringt gleich was zu trinken“ sagt sie und da ist so ein gequältes Lächeln auf ihrem Gesicht, es tut mir leid, das zu sehen, ich wünschte nur ich könnte mich an irgendetwas erinnern, an irgend etwas, doch ich bin fast vollkommen leer, nur wirre Gedanken und Bilder bevölkern meinen Kopf.
Da ist dieser Geruch, der von ihr ausgeht, er beruhigt mich so, ich fühle mich so geborgen, schließe meine Augen, würde am liebsten wieder schlafen, einfach so in ihren Armen.
„Shane geht es dir nicht gut“ fragt Carmen mich und ich öffne meine Augen, sehe in ihre, so wunderschön, dass ich mich fast in ihnen verliere.
Ich sage nichts, starre nur in diese Augen, und irgend etwas ist da, Bilder, ich kenne diese Augen, hab mich schon so oft in ihnen verloren. Ich erinnere mich an sie, sie lächelt mich an, küsst mich, es ist so schön, so angenehm, ich kann es spüren.
Woher kommt diese Erinnerung, ist sie wahr, oder nur ein Hirngespinst, nur ein Traum, ich wünschte es wäre wahr.
Sie sieht mich an, irgendetwas stimmt schon wieder nicht, was ist bloß los. Es ist als würde sie mich anstarren, als würde sie sich in mir verlieren.
„Shane was ist los“ frage ich sie, doch sie antwortet nicht, starrt mich nur an, als würde sie etwas in mir sehen. Ich würde gerne wissen was es ist. Sie kneift wieder die Augen zusammen, was ist nur los.
„Ist alles okay? Soll ich den Arzt holen?“ frage ich sie, doch sie schüttelt den Kopf.
„Nein ich hab nur Kopfschmerzen, aber es geht schon“ sagt sie und ihre Stimme klingt so wohltuend, ihr Gesicht ich würde es so gern berühren, den ganzen Schmerz den sie mir zugefügt hat vergessen.
Ich würde so gern über ihre zarte Haut streichen, sie einfach nur berühren. Sie sieht mich immer noch an, so traurig, so seltsam, es macht mir fast Angst und doch ist es so schön.
Am liebsten würde ich sie küssen, doch allein der Gedanke daran schmerzt, innerlich ist es, als wüsste ich dass ich sie nie wieder küssen werde, nie wieder diese warmen Lippen spüren, weil ich weiß sie will es nicht, weil sie mich verlassen hat.
Ich wünschte sie würde sich an alles erinnern, würde sagen, dass alles nur ein Missverständnis war, dass sie das alles nicht gewollt hat, doch so ist es nicht, so wird es nie sein.
Sie sieht mich an, so traurig, so schmerzlich, es ist, als würde es ihr weh tun, wenn sie mich ansieht, als hätte ich ihr etwas an getan. Doch wie könnte ich ihr jemals weh tun. Wer bin ich nur, was habe ich getan.
Die Tür öffnet sich und Alice kommt herein, ich glaube das war ihr Name, mein Kopf ist schon wieder so leer. Es ist als könnte ich, mir nichts merken, als wäre mein Gehirn ein Ballon mit hunderten von Löchern und die Luft strömt heraus, zischt in meinem Kopf.
Alice stellt eine Kanne mit Wasser auf den Tisch neben meinem Bett und reicht mir einen Becher.
Ich trinke ihn aus, das Wasser läuft eiskalt meine Kehle hinunter es ist so angenehm.
Carmen vermeidet meinen Blick, warum nur, was habe ich ihr bloß angetan. Alice nickt ihr zu und setzt sich am Ende des Raumes auf einen Stuhl, warum nur, was passiert hier. Es ist, als würden sie ein Spiel spielen, doch ich kenne es nicht, kenne die Regeln nicht, weiß nicht wann ich dran bin.
Alles ist so verwirrend, ich wünschte ich könnte mich an irgendetwas erinnern , nur an ein bisschen.
Wünschte wenigstens zu wissen, wer ich bin, doch mein Kopf ist leer, mein Körper ohne jeglichen Inhalt, nur eine Hülle, die einsam dahin treibt, in einem Meer, ohne Anfang, ohne Ende.
Ich leg mich hin, bin schon wieder so müde, mein Körper schmerzt so, ich weiß nicht warum, weiß nicht was passiert ist, wünschte ich würde einschlafen und wenn ich aufwache, war alles nur ein seltsamer bizarrer Traum und ich wäre wieder ich selbst , auch wenn ich im Moment nicht weiß wer das ist.
Ich schließe meine Augen, bin so müde, mein Körper scheint so verkrampft, so angespannt, als würde er sich gegen irgendetwas wehren, vielleicht gegen mich selbst.
„Shane?“ fragt Carmen, ich nicke, scheine keine Kraft mehr zu haben etwas zu sagen. Es ist als wenn mein ganzer Körper ermüdet und ermattet, ich habe keine Kraft mehr länger wach zu bleiben, will auf einmal nur noch schlafen, und dann aus diesem Alptraum aufwachen.
Shane schließt ihren Augen, sie wirkt mit einem mal wieder so müde, so erschöpft. Ich merke wie sie in einen tiefen Schlaf hinüber gleitet und ich frage mich, ob es falsch ist das ich hier bin, ob ich sie vielleicht in Ruhe lassen sollte, denn das ist es doch was sie wollte, zumindest glaube ich das.
Vielleicht liege ich auch falsch, vielleicht bin ich zu naiv, wie konnte ich glauben, dass Shane aufwacht und alles wäre wieder in Ordnung, als wäre nie etwas geschehen.
Wenn ich sie ansehe, weiß ich nicht was ich sehe, ist es eine neue Shane, oder nur eine Erinnerung. Alles scheint an mir vorbei zu gehen und ich sitze hier und würde am liebsten wieder weinen .
Ich verstehe das alles nicht, es ist so verwirrend. Ich frage mich warum sie mich gefragt hat, warum sie um meine Hand angehalten hat, wenn sie mich gar nicht wollte, war es vielleicht nur ein Spiel?
Vielleicht war es auch nur verrückt daran zu glauben, dass Shane jemanden lieben könnte, dass sie mich lieben könnte, dass sie mich geliebt hat. Es erscheint mir so verwirrend, so bizarr, so ungerecht.
Ich weiß nicht mehr, wer ich wirklich bin, wo ich hingehöre. Ich hatte die verrückte Vorstellung dass ich zu Shane gehören würde.
Doch mit einem Schlag ist alles anders, mein Glück zerstört, jede Hoffnung zu Staub zerfallen, der im eisigen Wind verweht.
Ich fühle mich so alleine, so einsam, als gäbe es niemanden, der für mich da ist, als würde ich schwerelos umher gleiten, ohne irgendwo hin zu gehören.
Ich dachte ich könnte all das verkraften, doch das schaffe ich nicht.
Ich kann nicht vergessen, wie weh sie mir getan hat, auch wenn sie sich nicht daran erinnern kann, so macht es das nicht ungeschehen. Auch wenn ich nicht weiß warum sie das getan hat, so tröstet mich der Gedanke daran, dass es einen plausiblen Grund für all das gibt nicht im Geringsten, zumindest im Moment nicht.
Ich streiche sanft über Shanes Gesicht, es fühlt sich so vertraut an und doch erscheint es so fremd, als würde ich sie nicht kennen, als wäre sie ein anderer Menschen, vielleicht jemand der mir nie so weh getan hätte.
Ich stehe auf, mein Körper scheint so schwach, ich kann einfach nicht mehr, ich bin einfach nur erschöpft.
„Gut ich gehe“ sage ich, mehr zu mir, als zu Alice, die mich seltsam ansieht, als würde sie mich verstehen und doch liegt da dieses Unverständnis in ihrem Blick, es mach mich fast wahnsinnig.
„Wo willst du hin“ fragt Alice und so etwas wie ein leichtes Lächeln liegt auf ihrem Gesicht, als wüsste sie wo ich hin gehen wollte, obwohl ich es selbst nicht wusste.
„Ich weiß nicht, irgendwo hin“ sage ich leise, fast flüsternd, es ist als könnte ich nicht sprechen, als hätte ich keine Kraft dafür.
Ich fühl mich vollkommen ausgelaugt und schwach, als gäbe es in mir nichts mehr was mich auf den Beinen hält und doch stehe ich, laufe ich, bewegt durch eine seltsame Kraft, die ich nicht fassen, nicht begreifen kann.
In mir dieser Drang zu Bleiben und zu halten was ich habe, was doch schon längst verloren ist.
Ich gehe hinaus, die Tür fällt leicht zu, ein leises Knarren begleitet sie und ich bleibe stehen.
Das Weiß der Wände beginnt wieder über mich herein zu brechen, es erdrückt mich, der Geruch er brennt in meiner Nase.
Ich will nur weg von hier, weg von allem, weg von Shane, von diesem Krankenhaus, weg von diesen Gefühlen, die meinen Körper zerfressen, mich langsam und qualvollen leiden lassen.
Ich gehe durch die sterilen Gänge, weiter und weiter, das Weiß, dieser Geruch, er scheint mir zu folgen.
Ich beginne zu rennen, weiß nicht wie mich meine Beine noch tragen können.
Ich sehe den Ausgang und stürme durch eine Menschengruppe, ihre empörten Blicke, ihr Worte, es ist mir egal, es ist mir alles egal.
Die eisige Luft draußen empfängt mich, wie ein alter Freund, der mich halten will, der mir Ruhe gibt, mein kochendes Blut beruhigt.
Und die Sonne ist fast in der Ferne verschwunden, der Mond glänzt bereits leicht über mir, während schwache Nebelschwaden sein Licht dämpfen .
Ich bleibe stehen, während der Schnee unter meinen Schuhen knirscht, die frische Luft meine Lungen mit Leben füllt, die Kälte meine Tränen erfrieren lässt, zu kleinen Kristallen, die auf meinem Gesicht brennen, als wären sie glühendes Feuer.
Ich lasse mich auf eine Bank fallen, der eisige Schnee durchweicht meine Kleidung, kühlt meinen aufgehitzten Körper.
Ich schließe meine Augen, genieße diese seltsame Stille für einen Moment, verliere mich in mir selbst.
Ich denke nicht, fühle nicht, bin einfach nur leer, für einen Augenblick, ein paar Sekunden.
Plötzlich ist da eine Hand auf meiner Schulter und ich schrecke hoch, langsam, fast eingefroren, wie in Zeitlupe.
Ich sehe in traurige und doch zuversichtliche Augen, dich mich ansehen, aufmunternd und doch liegt ein seltsamer Schmerz in ihnen.
„Max“ flüstere ich und meine Stimme verliert sich in der kühlen, eisigen Luft der beginnenden Nacht.
„Und wie geht es dir“ fragt sie und starrt auf den Boden.
„Ich weiß nicht, es ist komisch, dass sich Shane an nichts mehr erinnern kann, es ist als würde sie es nicht wollen. Ich weiß einfach nicht was ich davon halten soll“ sage ich und starre die untergehende Sonne an, die immer weiter verschwindet, kaum noch sichtbar ist, nur ihre blutroten Strahlen, die sich sacht durch die Nebelschwaden kämpfen.
„Und was willst du jetzt tun“ fragt mich Max und sieht mich an, ich spüre diesen Blick auf mir und erst jetzt fällt mir ein, dass ich gar nicht weiß, was sie hier macht, warum sie hier ist, wie sie hergekommen ist.
Ich schweige sage nichts, ich kenne keine Antwort auf diese Frage, ich weiß nicht eine Antwort, auf die unendlich vielen Fragen, die meinen Kopf bevölkern.
Max sieht wieder zu Boden und schweigt, als hätte sie verstanden, dass ich auf all das keine Antwort weiß.
Minutenlang sitzen wir da und die Kälte lässt mich zittern und doch belebt sie mich auf eine so bizarre Art und Weise.
„Liebst du Shane?“ fragt Max plötzlich und ich zucke zusammen, als hätte ich Angst vor dieser Frage, obwohl es die Einzige ist, auf die ich eine Antwort weiß.
Ich nicke sacht und heiße Tränen, beginnen meine Wangen hinunter zu laufen, ich weiß nicht warum, es tut alles so weh in mir, als würde ich verbrennen, obwohl die Kälte mich zum Zittern bringt.
„Und glaubst du Shane liebt dich auch“ fragt Max weiter und ihre Stimme ist so leise, dass ich sie kaum verstehe, als hätte sie Angst diese Frage zu stellen.
„Ich weiß es nicht“ flüstere ich, denke daran wie ich mich gefühlt habe, als ich einsam in unserem Eispalast gesessen habe, denke daran, wie ungeliebt und verlassen ich in diesem Moment war, denke daran, dass ich dieses Gefühl nie wieder erleben möchte.
„Ich denke sie liebt dich, sonst würden wir jetzt nicht hier sitzen, sonst wäre all das nicht geschehen. Und ich will nicht sagen dass du so tun sollst als wäre nichts geschehen, das könnte ich auch nicht, das könnte wohl niemand. Aber du weißt Shane hat es in vielen Fällen schwerer als andere und sie hat sich nie beklagt, nie mit jemandem geredet und irgendwann besteht man nur noch aus diesem unbefriedigenden, schmerzhaften Gefühl und bevor man jemandem damit weh tut geht man lieber, lässt alles hinter sich..“ Sagt Max und es ist als wenn sie über sich selbst redet, als könnte sie eine Teil von Shanes Schmerz verstehen, diesen Schmerz an den ich nie gedacht habe, den ich immer verdrängte.
Doch ich weiß nicht wie viel ich von diesem Schmerz ertragen kann, ob ich bereit dazu bin, ob ich meinen Schmerz verdrängen oder vergessen kann, ob ich überhaupt verzeihen kann, auch wenn es nur ein bisschen sein soll, nur ein neuer Anfang.
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