HomeForumGästebuch

Angaben zur Story

Autor: -Kate-
E-Mail:
angel_kate@gmx.de
Altersfreigabe:
PG
Teil:
Kapitel 24
Spoiler:
keine
Inhalt:
Lest selbst... :)
Genre:
Drama
Hauptcharakter(e)/Paar(e):
Shane/Anna (erfundene Person), Bette/Tina, Alice/Dana
Disclaimer:
I do not own the characters in this story, nor do I own any rights to the television show "The L Word". It all belongs to the writers and of course Showtime.

The Power of Love - Teil 26

Shane`s POV:

Ich bin gleich im Rollstuhl sitzen geblieben, da mich ohnehin gleich jemand zur Physiotherapie abholen wird. Und ich muss nicht lange warten. Nach ein paar Minuten öffnet sich die Zimmertür und ein gut aussehender junger Mann kommt herein, der lächelnd auf mich zukommt.

„Miss McCutcheon, ich bin Leo, Ihr Physiotherapeut. Ich werde Sie gleich zu Ihrer ersten Sitzung mitnehmen.“

Ich nicke.

„Gut, dann wird ich mal gehen“, meldet sich Bette zu Wort. Doch ehe ich ihr etwas antworten kann, sagt Leo, „Wenn Sie wollen, können Sie ruhig bleiben und uns bei den Übungen unterstützen, wenn Miss McCutcheon das auch möchte.“

„Nennen Sie mich doch Shane.“

Er lächelt wieder. „Also gut, wenn Shane das möchte.“

Bette zögert kurz, stimmt dann aber zu, nachdem sie sich mit einem kurzen Blick auf mich versichert hat, dass ich nichts dagegen habe.

~*~

Bette`s POV:

Ich verstehe zwar nicht ganz, was ich da soll, aber vielleicht kann ich ja lernen, die Übungen auch mit Shane zu machen, wenn sie wieder zu Hause ist. Allerdings bin ich mir nicht so sicher, ob ich für so etwas geeignet bin… na ja, wenn es Shane hilft. Für sie würde ich wahrscheinlich alles tun, ohne lange zu zögern.

~*~

Anna`s POV:

Die Geburtstagsparty von Josephine Carter steht soweit. Am Wochenende soll sie stattfinden und die Einladungen sind schon letzte Woche verschickt worden. Es waren genau 268 Stück. Und das bei einem dreizehnten Geburtstag! Wie soll das nur werden, wenn sie einen runden Geburtstag hat, ihren 30. oder 40.? An meinem dreizehnten Geburtstag durfte ich genau dreizehn Leute einladen, das war bei uns immer so. Die Anzahl der Gäste richtete sich nach dem Alter, jedes Jahr einer mehr. Ich müsste also 268 Jahre alt werden, um Josephines Party heran zu kommen.

Aber was mache ich mir da überhaupt für Gedanken? Schließlich kann es mir ja egal sein, Hauptsache ist es, ich bekomme mein Geld, und da gilt: je mehr Gäste, desto besser.

Da die Planungen für diese Feier nun abgeschlossen sind, kann ich mich meinem nächsten Projekt widmen. Ich sehe auf den Zettel, den mir Adalyn vor Wochen ins Büro gelegt hat: Weihnachtsfeier für Dellig & Partner.

Ich suche online nach Informationen dieses Unternehmens, um die Feier direkt darauf zuschneiden zu können. Eine Telefonnummer des Geschäftsführers steht auf dem Zettel. Ich werde ihn morgen anrufen, um besondere Wünsche und Vorstellungen in Erfahrung zu bringen. Heute ist es dafür schon zu spät.

Ich sehe auf meinen Kalender. Für die Planungen habe ich noch genau vier Wochen und drei Tage Zeit. Ich finde, das ist mehr als genug.

Genug, um für heute Schluss zu machen.

~*~

Shane`s POV:

Leo, der meinen Rollstuhl schiebt, Bette und ich kommen in einem kleinen Zimmer an, das gefüllt ist mit Gymnastikbällen, Matten, Bändern, Hanteln und einer Liege, vor der Leo Halt macht.

„Shane, ich werde dich jetzt erstmal da drauf legen und einfache Übungen mit dir machen, um dich nicht gleich zu überanstrengen.“

Ich nicke und Leo legt einen Arm um meinen Hals und den anderen um meine Beine, um mich hochzuheben. Ich habe leichte Schmerzen, lasse mir aber nichts anmerken. Er legt mich sanft auf der Liege ab und stellt den Kopfteil etwas höher.

„Liegst du bequem?“

„Ja, danke.“

„Gut, dann fangen wir an.“

~*~

Bette`s POV:

Leo stellt Shanes rechtes Bein gebeugt auf und hält es fest.

„Kannst du dein Bein oben halten?“ Er lässt los.

Ich kann eine leichte Anstrengung auf Shanes Gesicht feststellen, doch anscheinend macht es ihr nicht viele Probleme. Kein Wunder, es ist ja auch das gute Bein.

Jetzt nimmt er das rechte und stellt es auf.

„Nun versuch dasselbe mit dem anderen Bein.“

Er lässt es los und Shane stößt einen Schmerzensschrei aus, als alles wie ein Kartenhaus zusammenfällt.

Shane sieht verzweifelt aus, als hätte sie schon alle Hoffnung aufgegeben, ihr Bein wieder voll nutzen zu können.

„Shane, das Wichtigste ist Geduld. Du musst Geduld haben und dich langsam vortasten. Wenn man zu viel auf einmal erwartet, dann passiert es schnell, dass man Niederlagen einstecken muss und enttäuscht wird. Und das ist nicht der Sinn der Sache. Gib deinem Körper Zeit, sich zu erholen, es kann nicht von heute auf Morgen gehen.“

Sie nickt traurig.

Leo setzt Shane auf einen ausgepolsterten Stuhl und fordert mich auf, mich ihr gegenüber zu setzen.

„Streckt beide eure Hände nach vorne aus, sodass sich eure Handflächen berühren. Bette - darf ich Bette sagen?“

„Natürlich.“ Ich lächle ihm kurz zu.

„Bette, lass deine Arme einfach ausgestreckt und übe nur leichten Druck aus. Du dagegen Shane, versuch, so fest wie möglich gegen Bettes Hände zu drücken.“

Sie tut, wie Leo es gesagt hat und ich spüre deutlich, wie schwach sie ist. Ich drücke nur wenig dagegen, doch sie schafft es kaum, sich durchzusetzen. Nach weniger Zeit sacken ihre Arme auf die Oberschenkel.

„Ich kann nicht mehr.“

Nachdem Leo mit Shane noch einige Streckübungen vollführt hat und mir vieles gezeigt hat, was man zu Hause in so etwas wie Partnerarbeit mit ihr üben kann, bringt er sie wieder zurück in ihr Zimmer. Sie ist sichtlich erschöpft. Ich verabschiede mich schon auf dem Gang von ihr, da ich noch etwas arbeiten muss, warte aber vor dem Zimmer auf Leo.

Plötzlich klingelt mein Handy. Verdammt. Hier im Krankenhaus darf man keine Mobiltelefone benutzen.

~*~

Anna`s POV:

„Bette Porter?“

Na endlich. Ich dachte, sie hebt nie mehr ab. Aber irgendwie klingt sie genervt.

„Hey Bette, ich bin es, Anna.“

„Anna, ich bin im Krankenhaus.“

„Oh.“ Es ist verboten, dort Handys zu benutzen.

„Ich wollte nur fragen, wie es Shane nach ihrer ersten Physiotherapie geht. Lohnt es sich, noch vorbei zu kommen.“

Bette seufzt. Hoffentlich ist das kein schlechtes Zeichen.

„Ehrlich gesagt, sie ist ziemlich erschöpft. Es geht ihr gut, aber sie ist müde. Ich habe mich gerade von ihr verabschiedet, damit sie sich ausruhen und etwas schlafen kann.“

„Okay, dann lass ich sie wohl auch lieber in Ruhe.“

„Ich denke, das wäre besser, ja. Hör mal, ich muss jetzt wirklich Schluss machen.“

~*~

Bette`s POV:

„Die Benutzung von Mobiltelefonen ist in diesem Krankenhaus strengstens untersagt“, spricht eine ärgerliche Stimme hinter mir. Verdammt.

„Ciao, Ann“, sage ich ins Telefon und schalte es dann schnell aus.

Ich drehe mich um und sehe Leo lachend vor mir stehen.

„Leo, jag mir doch nicht so einen Schrecken ein.“

Er schmunzelt. „Ich hab ja Recht. Lass dich bloß nicht von den Chefärzten erwischen.“

Ich nicke.

„Hast du auf mich gewartet?“

„Ja, ähm… ich wollte dich etwas wegen Shane fragen.“

Er bedeutet mir, ein Stück zu laufen. Wahrscheinlich hat er seinen nächsten Termin.

„Schieß los.“

„Na ja, ich meine… wie siehst du ihre Chancen? Wird sie wieder laufen können?“

Er seufzt. „Es ist zumindest nicht ausgeschlossen.“

Ich bleibe stehen. „Was soll das heißen, es ist nicht ausgeschlossen?“ Ich sehe ihn schockiert an.

„Na ja, vor allem die Muskeln in Shanes linkem Bein sind sehr strapaziert und sie wird wirklich viel Geduld haben müssen. Wahrscheinlich wird es sehr schleppend voran gehen.“

„Aber es besteht Hoffnung?“

„Es besteht Hoffnung, ja. Aber wie gesagt, es wird eine Weile dauern.“

~*~

Alice`s POV:

„Unsere erste gemeinsame Nacht in unserer ersten gemeinsamen Wohnung. Ist das nicht schön, Dana?“

Sie zögert. Findet sie es etwa nicht toll?

„Äh… Alice, ich bin noch gar nicht hier eingezogen, schließlich haben wir uns erst heute dazu entschlossen, zusammen zu ziehen. Und außerdem ist es nicht unsere erste Nacht in deiner Wohnung.“

Nun, da hat sie wohl nicht ganz Unrecht…

„Aber Dana, jetzt verdirb doch nicht alles. Ich freue mich eben.“

„Ich freu mich doch auch.“

Eine Weile liegen wir einfach nur da und halten uns gegenseitig in den Armen. Das Mondlicht scheint durch den Schlitz, den die Vorhänge in der Mitte des Fensters offenlegen. So romantisch…

„Ich bin gespannt, was die anderen dazu sagen werden“, sagt Dana dann.

„Na, was wohl… sie werden sich natürlich für uns freuen. Außerdem warten sie bestimmt schon darauf, dass das kommt.“

„Meinst du?“

„Jep. Sie wundern sich wahrscheinlich schon, dass du noch nicht hier eingezogen bist.“

„Na dann ist es ja gut, dass sich das bald ändert!“, schmunzelt sie und kuschelt sich noch fester an mich heran.

„Ich liebe dich.“

„Ich liebe dich auch, Al.“

~*~

Anna`s POV:

Ich habe eben noch einmal mit Bette telefoniert. Vorhin war sie ja im Krankenhaus und konnte nicht lange reden. Deshalb habe ich sie zu Hause angerufen. Sie hat mir mitgeteilt, wie Shanes Physiotherapie gelaufen ist und was ihr Therapeut, Leo glaube ich, über ihren Heilungsprozess gesagt hat. Und ich muss gestehen, dass ich nun zum ersten Mal ernsthaft darüber nachdenke, wie es wird, wenn Shane aus der Reha kommt.

Sie wird weiterhin viel Pflege brauchen. Wenn die Therapie ihres Beines länger andauert, wird sie vielleicht im Rollstuhl sitzen, zumindest zeitweise, und wer weiß, wie lange. In ihrer Wohnung kann sie unmöglich bleiben. Aber wird sie zustimmen, wenn ich ihr anbiete, bei mir zu wohnen? Wird sie meine Hilfe annehmen? Kann ich ihr überhaupt die nötige Hilfe bieten? Wie soll ich sie pflegen, wenn ich den ganzen Tag arbeite?

So viele Fragen und keine Antworten… ich lege den Kopf in beide Hände und stütze mich auf dem Tisch ab. Ich muss dringend mit Shane reden.

~*~

Bette`s POV:

Ich liege mit Tina im Bett. Sie liest in ihrem Buch und ich sehe mir eine Kunst-Zeitschrift an. Schon den ganzen Abend scheint sie so seltsam aufgeregt zu sein, als wolle sie mir etwas erzählen.

„Bette?“

„Hm?“, sage ich und drehe mich zu ihr.

„Ich muss dir was erzählen.“

Da haben wir es. Ich wusste es.

Ihre Augen leuchten. Es muss etwas Gutes sein.

„Ich… ich… verdammt, den ganzen Tag habe ich geübt, wie ich es dir sagen werde, und jetzt? Jetzt bring ich trotzdem nichts heraus.“

Ich lege meine Zeitung auf den Nachttisch und wende mich dann ganz ihr zu. Auch sie legt ihr Buch weg.

Wir sehen uns eine Weile tief in die Augen.

„Es ist schon eine Weile her, dass ich es weiß, aber die ganze Aufregung um Shane… ich wollte, dass du dich um sie kümmern kannst und dir um mich keine Sorgen machen musst.“

Jetzt ist mir doch etwas mulmig zumute. „Was ist los?“, frage ich, nun schon nicht mehr so überzeugt davon, dass Tina eine gute Nachricht für mich auf Lager hat.

„Bette, du weißt, was wir schon seit langer Zeit planen und du weißt auch, dass es sehr lange nicht geklappt hat. Nun ist es endlich soweit.“

Mein Herz schlägt heftig in meiner Brust. Nein, das ist nicht möglich. Wie lange haben wir darauf gewartet.

„Du bist schwanger?“

Sie lächelt mich an und nickt. Mit Tränen in den Augen nehmen wir uns in die Arme.

~*~

Anna`s POV:

Ich weiß nicht, wie ich auf den Gedanken gekommen bin, aber unwillkürlich muss ich an meine Eltern denken und die Idee, dass sie an Weihnachten zu uns kommen könnten. Plötzlich verspüre ich das Bedürfnis zu reden und beschließe, meine Mutter in Deutschland anzurufen. Dort ist es nun etwa halb neun Uhr in der Früh, um diese Zeit ist Mom immer wach. Es gibt wenige Tage, außer vielleicht sonntags, an denen sie nach halb sieben aufsteht. Also greife ich zum Hörer und wähle die Nummer. Nach nur wenigen Klingeltönen nimmt jemand ab.

„Ja?“

Meine Mutter.

„Hi Mom.“

„Anna, Schätzchen. Mit dir hab ich ja nun überhaupt nicht gerechnet. Schön, dass du anrufst. Wie geht es dir? Und wie geht es Shane?“

Ich bin immer wieder erstaunt, wie offen sie mittlerweile über Shane spricht.

„Mir geht’s gut. Shane liegt immer noch im Krankenhaus, aber es geht ihr schon viel besser. Nächste Woche geht sie auf Reha.“

„Das sind doch endlich mal gute Nachrichten.“

„Mom, warum ich eigentlich anrufe… ich habe, um ehrlich zu sein, noch nicht mit Shane darüber geredet, aber ich wollte dich nochmal auf die Idee von neulich ansprechen, dass ihr über Weihnachten zu uns nach L. A. kommt.“

Sie lacht. „Welcher Zufall, erst gestern habe ich mich mit deinem Vater darüber unterhalten und wir würden wirklich gern kommen.“

„Das ist schön.“

„Voraussetzung dafür ist natürlich, dass auch Shane zustimmt.“

„Okay, aber ich denke nicht, dass sie etwas dagegen hat.“

Wir plaudern noch ein wenig, ehe ich am Telefon so oft gähne, dass mich meine Mutter ins Bett schickt. Wir haben fast eine Stunde telefoniert und es ist schon gleich halb zwölf. Es ist wirklich Zeit, ins Bett zu gehen, denn morgen ist wieder Arbeit angesagt.

Nachdem ich mich schnell noch abgeschminkt und meine Kontaktlinsen entfernt habe, falle ich todmüde in mein Bett.