Angaben zur Story
Autor: -Kate-
E-Mail: angel-kate2@web.de
Altersfreigabe: PG-13
Teil: Kapitel 17
Spoiler: Season 1
Inhalt: Lest einafch selbst!
Genre: Drama
Hauptcharakter(e)/Paar(e): Shane/Anna, Bette (/Tina), Alice (/Dana)
Disclaimer: I do not own the characters in this story, nor do I own any rights to the television show "The L Word". It all belongs to the writers and of course Showtime.
A/N: Sorry, dass es so lange gedauert hat. Beim nächsten Mal bin ich hoffentlich schneller!
Jetzt wünsche ich euch erst mal viel Spaß beim Lesen und über e-Mails und Kommentare freu ich mich wie immer!
The Power of Love - Teil 19
Bette`s POV:
Immer noch sitzen Anna und ich in Dr. Cohens Büro. Die anderen warten draußen.
Anna scheint etwas ruhiger geworden zu sein.
Auch ich fühle mich etwas besser, auch wenn es eigentlich keinen Grund dazu gibt. Aber ich habe verstanden, dass jetzt nicht nur Shane stark sein muss, sondern auch wir. Auch wir müssen jetzt stark sein, um ihr helfen zu können.
„Wir haben ihr ein Sedativum kombiniert mit einem Schmerzmittel verabreicht, damit sie etwas schlafen kann.
Durch das Sedativum kann es in Einzelfällen zu einer Reduzierung des Atemantriebs kommen. Deswegen, und weil sich ihre Lunge noch nicht wieder vollständig regeneriert hat, haben wir ihr zusätzlich zur Atemunterstützung eine Sauerstoffmaske angelegt.
Miss McCutcheon hat außerdem starke Schmerzen, das ist aber normal bei einem Schädel-Hirn-Trauma. Dazu kommt noch das Stillliegen der letzten Tage. Durch den Mangel an Bewegung kommt es oft zu Spannungen im gesamten Körper.
Wir haben vor, morgen mit leichten physiotherapeutischen Übungen zu beginnen.“
Dann führt uns Dr. Cohen aus ihrem Büro, wo die anderen auf uns warten.
„Können wir zu ihr?“, fragt Anna.
Dr. Cohen sieht in die Runde, dann zu Anna.
„Nicht alle. Zu viel Besuch am Anfang kann die Patientin überfordern. Sie können meinetwegen zu zweit reingehen. Die andern müssen sich noch etwas gedulden.“
Ich schaue zu Tina.
„Bette, geh du mit Anna zu Shane, wir warten so lange in der Cafeteria.“
„Okay“, sage ich und folge Anna zu Shanes Zimmer.
Anna öffnet leise die Tür. Shane liegt friedlich schlafend da. Sie sieht schwach aus. Blass. Und doch lebt sie. Und sie wird gesund werden. Ich weiß es.
~*~
Anna`s POV:
Bemüht, Shane nicht aufzuwecken, stellen Bette und ich uns Stühle neben das Bett und setzen uns.
Ich sehe Shane an und streichle ihre Hand. Über dem Mund trägt sie eine Sauerstoffmaske.
Das einzige Geräusch im Raum ist das Piepen der Maschinen, die an Shane angeschlossen sind. Und obwohl ich es mittlerweile kenne, macht es mich fast wahnsinnig.
Shane wird bald aufwachen. Doch was soll ich dann tun? Was soll ich zu ihr sagen?
Immer noch sehe ich die einzelne Träne vor mir, die über ihre Wange gelaufen ist, während sie mich so traurig anschaute.
Wie soll ich ihr begegnen?
Ich sehe hinüber zu Bette. Sie lächelt. Erst zu mir. Dann zu Shane.
Shane hat einen starken Draht zu Bette. Ich glaube, Bette ist eine Art Mutterfigur für Shane. Und sie scheint die Einzige zu sein, die nicht nur Oberflächlichkeiten von Shane kennt. Sie weiß viel mehr über sie als sie zugibt.
Vielleicht ist es besser, Bette erst einmal mit Shane alleine zu lassen, wenn sie aufwacht. Vielleicht kann Bette eher zu Shane vordringen, als ich es kann.
Ich blicke kurz zu Shane und stehe dann auf. Bette sieht mich fragend an.
„Bette“, flüstere ich, „ich will, dass du erst allein mit ihr redest.“
„Warum?“
„Weil….“ Ich zögere. „Weil du ihre wichtigste Bezugsperson bist.“
Sie nickt.
Ich gehe aus dem Zimmer und mache mich auf den Weg in die Cafeteria.
~*~
Bette`s POV:
So ganz verstehe ich nicht, warum Anna Shane freiwillig mit mir allein lässt. Ich an ihrer Stelle würde die ganze Zeit über bei Shane bleiben wollen.
Aber vielleicht ist es auch ganz gut so.
Wenn sie aufwacht, wird sie Fragen stellen. Über den Unfall. Fragen, die nur ich ihr beantworten kann.
Außerdem ist es vielleicht auch für Shane leichter, mit mir zu sprechen als mit Anna.
Shane ist immer noch instabil. Sie darf sich nicht aufregen, das würde ihren Heilungsprozess nur gefährden.
~*~
Alice`s POV:
Tina, Dana und ich sitzen in der Cafeteria und reden. Über nichts Besonderes. Einfach über das, was uns gerade in den Sinn kommt.
Ich bin froh, dass wir wieder so reden können. Die letzten paar Tage war dies nicht möglich. Die Sorgen um Shane waren einfach zu groß.
Natürlich machen wir uns immer noch Sorgen um sie. Doch gleichzeitig sind wir nun zuversichtlich, dass sie wieder ganz gesund werden wird.
„Hey.“
Wir drehen uns um. Anna steht vor uns. Sie setzt sich auf den freien Stuhl.
Was macht sie hier? Warum ist sie nicht bei Shane?
Tina spricht das aus, was ich gerade gedacht habe.
„Bette ist bei ihr. Ich dachte, es wäre besser, wenn sie erst mal mit einer Person sprechen würde.“
„Und du denkst nicht, dass du diese Person sein solltest?“
Sie schüttelt mit dem Kopf.
„Nein. Shane hat zu Bette mehr Bezug als zu irgendjemand anderen. Shane vertraut ihr. Ich glaube, sie erzählt ihr Dinge, die sie sonst niemandem erzählt.“
Shane hat tatsächlich in Bette eine sehr wichtige Bezugsperson. Und ich glaube, umgekehrt ist es genauso.
Jeder geht zu Shane, wenn er Probleme hat. Doch Bette ist die einzige, zu der Shane geht, wenn sie Probleme hat.
~*~
Bette`s POV:
Shane ist unruhig im Schlaf. Ich vermute, dass sie Schmerzen hat.
Sie dreht ihren Kopf leicht hin und her und verzieht ihr Gesicht.
Ich lege meine Hand auf ihre und streichle sie sanft.
„Shane. Shane, wach auf.“
~*~
Shane`s POV:
Ich spüre eine Hand auf meiner.
Ich höre meinen Namen.
Diese Schmerzen. Sie machen mich wahnsinnig.
Langsam öffne ich die Augen. Noch immer kann ich nicht klar sehen. Die Ärztin hat gesagt, es dauert eine Weile, bis ich wieder völlig scharf sehen kann.
Ich sehe mich um.
„Shane.“
Da sitzt Bette.
Als ich sie sehe, schießen mir Bilder in den Kopf.
Anna – Marcus – Bette – eine Straße – Bette – Doug – ein Auto – Dunkelheit.
Ich weiß nicht, was diese Bilder bedeuten, kann nicht alle zuordnen.
Wieder bekomme ich schlecht Luft. Panik.
„Shane, ganz ruhig. Es ist alles in Ordnung. Hörst du? Alles ist gut.“
Die Worte wirken beruhigend.
Ich sehe Bette wieder an.
Dann greife ich langsam mit der Hand nach diesem Ding über meinen Mund und ziehe es unters Kinn.
„Bette“, presse ich heraus. Und allein das strengt mich schon an.
Sie legt mir einen Finger auf den Mund.
„Bette“, sage ich wieder.
Sie streicht mir übers Gesicht. Über ihr Gesicht läuft langsam eine Träne.
„Ich bin so froh, dass du lebst“, schluchzt sie.
„Waa… iit… paiiit…“.
Verdammt. Warum bringe ich nicht mal einen einfachen Satz heraus?
Bette sieht mich fragend an.
„Waa… iit… paiiit…“, sage ich noch einmal und atme schwer unter der Anstrengung.
„Was passiert ist?“
Ich nicke.
Bette seufzt. Doch dann setzt sie zum Sprechen an.
„Wir waren auf dem Weg zu Alice. Du wurdest von einem Auto angefahren.“
~*~
Bette`s POV:
Ich kann die Anstrengung auf ihrem Gesicht sehen, mit der sie versucht, sich daran zu erinnern, was passiert ist.
„Du kannst dich nicht erinnern?“
Sie schüttelt langsam mit dem Kopf.
„Was ist das Letzte, an das du dich erinnern kannst?“
Ihr Gesichtsausdruck verfinstert sich und ihre Augen werden glasig. Hoffentlich habe ich nichts Falsches gesagt.
„Anna. Maa… Mein T… immmer.“
Sie scheint frustriert, dass sie nicht richtig sprechen kann.
„Anna in deinem Zimmer?“
Vorsichtig nickt sie.
„Willst du, dass ich sie hole?“
Noch einmal nickt sie.
„Okay, sie ist gleich bei dir.“
Ich stehe vom Stuhl auf. Sehe sie an.
„Und Shane, es wird alles wieder gut.“
Sie bringt ein kleines Lächeln zu Stande und ich gehe aus dem Zimmer.
~*~
Anna`s POV:
„Bette!“
Ich springe auf und laufe auf sie zu.
„Wie geht es ihr?“
Wir gehen zurück zum Tisch und setzen uns.
„Wie geht es ihr?“, frage ich noch einmal, dieses Mal etwas ungeduldiger.
Sie seufzt. Das kann nichts Gutes bedeuten.
„Den Umständen entsprechend. Sie hat große Schmerzen. Und Probleme beim Atmen, wir dürfen sie auf keinen Fall überanstrengen.“
Ich starre zu Boden. Ich spüre Tränen, doch ich halte sie zurück.
„Sie will, dass du kommst.“
Ich sehe Bette an.
„Wirklich?“
„Ja.“
Ich bleibe sitzen. Starre in die Leere.
„Was ist los?“, fragt Alice.
„Ich… ich habe Angst.“
„Wovor?“
„Ich… was, wenn sie mich hasst? Dafür, dass ich sie allein gelassen hat?“
„Anna, Shane würde dich niemals hassen. Sie liebt dich. Und sie braucht dich jetzt.“
„Sie hat geweint, als sie mich gesehen hat.“
„Anna, Shane hat geweint, weil das Letzte, an das sie sich erinnern kann, du bist, wie du in ihrem Zimmer stehst. Ich vermute, an dem Tag, an dem du nach Deutschland geflogen bist.“
Jetzt wird mir einiges klar.
Sie kann sich nur daran erinnern, wie ich sie verlassen habe. Und dann stehe ich plötzlich an ihrem Bett.
Sie muss sich schrecklich gefühlt haben.
„Anna, geh zu ihr.“
Tina legt ihre Hand auf meine.
Ich nicke langsam.
Dann stehe ich auf und gehe davon.
~*~
Alice`s POV:
Anna geht in Richtung Intensivstation.
Ich schaue zu Bette.
„Du siehst blass aus, Bette.“
„Ja, ich… es ist nur, ich habe Shane noch nie so verwundbar gesehen. Sonst war es immer sie, die sich um die anderen gekümmert hat, wenn es ihnen schlecht ging. Aber sie selbst hat nie Hilfe angenommen, wenn es ihr schlecht ging.“
„Ging es ihr denn schlecht?“
Bette schaut mich schockiert an.
„Na ja, ich meine… die letzten Wochen ging es ihr nicht gut, ich denke, das haben wir alle mitbekommen. Aber eigentlich war Shane doch immer sehr zufrieden mit ihrem Leben, oder?“
Bette sieht mich immer noch so seltsam an.
Habe ich etwas Falsches gesagt?
„Bette, was ist denn los?“, fragt Dana.
Bette schließt die Augen und atmet tief durch. Dann öffnet sie sie wieder und starrt uns böse an.
„Was los ist? Du fragst, was los ist? Sagt mal, habt ihr nie bemerkt, wie verdammt beschissen es Shane die ganzen Jahre ging?“
„Doch, das habe ich. Die vielen Frauen, der Sex. Ich habe ihr immer angeboten, mit mir darüber zu reden. Sie sollte endlich anfangen, lieben zu lernen. Doch dann hatte sie ja Anna, und ich dachte, es sei alles gut.“
Plötzlich springt Bette auf.
„Denkst du ernsthaft, ich rede von den Frauen?“
Dana, Tina und ich schauen Bette fragend an. Diese fängt an, mit dem Kopf zu schütteln.
„Wie blind seid ihr eigentlich?“
Mit diesen Worten und mit Tränen in den Augen dreht sie sich um und rennt auf den Ausgang zu.
Ich blicke zu den anderen.
„Was war denn das gerade?“
~*~
Shane`s POV:
Diese Schmerzen machen mich wahnsinnig. Ich halte das nicht mehr aus. Ich halte das alles hier nicht mehr aus.
Warum passiert mir so etwas? Habe ich es vielleicht verdient?
Ich schließe die Augen und versuche, die Schmerzen zu verdrängen. Versuche, an etwas Schönes zu denken. Anna.
„Shane?“
Ich öffne die Augen.
Anna.
Ist das ein Traum? Träume ich?
„Shane, ist alles in Ordnung?“
Sie streicht mir über die Hand und dieses Gefühl sagt mir, dass es kein Traum ist.
Vorsichtig nicke ich.
Langsam steigen mir Tränen in die Augen.
„Ii… bin… ofooh, daauu wiieder da bift.“
Ich strenge mich so an, doch manche Buchstaben wollen sich einfach nicht formen lassen.
Mir steht der Schweiß auf der Stirn. Von der Anstrengung. Und von den Schmerzen.
Ich hebe meine Hand, um mir die Sauerstoffmaske wieder über Mund und Nase zu ziehen.
„Ganz ruhig, Shane, ich bin da. Ich… ich bin auch froh, dass ich wieder hier bin. Und glaub mir, Shane, ich lass dich nie wieder allein. Nie wieder. Ich liebe dich. So sehr.“
Diese Worte lösen irgendetwas in mir aus. Eine Erinnerung, die ich nicht zuordnen kann. Oder zumindest Stücke davon.
Ich erinnere mich an Laura. Einen Autounfall. Tod. Liebe.
Anna hat mir davon erzählt. Doch wann? Wann hat sie mir von ihrer großen Liebe Laura erzählt?
Ich weiß es nicht.
Doch ich belasse es erst einmal dabei und antworte: „Ii… liieebe diiaau.“
Sie weiß, was ich meine, auch wenn ich es nicht richtig aussprechen kann.
Ich ziehe mir die Maske vom Gesicht und sie küsst mich.
Dieses Gefühl.
Es tut so gut.
Ich will es nie mehr missen.
~*~
Bette`s POV:
Ich sitze auf dem Rand des Brunnens vor der Klinik und weine. Ich kann nicht anders.
Wieso sind die anderen so kalt? Haben sie wirklich geglaubt, Shane hatte keine Probleme? Keine Sorgen? Keine Ängste?
Jeder normale Mensch hätte doch bemerkt, dass Shane jahrelang einem Abgrund nahe war. Die Drogen. Die ganzen Frauen, der Sex.
Ich blicke auf und sehe Tina auf mich zukommen. Ich drehe mich weg, kann ihr nicht in die Augen schauen.
„Hey Bette.“
Sie setzt sich zu mir.
„Hey.“
Sie legt mir eine Hand auf die Schulter.
„Was war denn da drin nur los mit dir? Ich meine, du bist völlig ausgerastet.“
„Du willst wissen, warum ich so ausgerastet bin? Weißt du das wirklich nicht?“
Verdammt. So wollte ich sie nicht anfahren.
Sie schüttelt mit dem Kopf und sieht mich fragend an.
„Habt ihr denn die ganzen Jahre lang nicht gemerkt, wie verletzlich Shane wirklich war? Welche Probleme sie hatte?“
Tina schaut mir tief in die Augen. Ich sehe ihr an, dass sie sich genau überlegt, was sie als nächstes sagt.
„Bette, ich denke, wir alle wissen, dass dich und Shane ein besonderes Band verbindet. Ich war oft eifersüchtig deswegen.“
Sie war eifersüchtig? Ich will etwas sagen, doch ich lasse sie weiterreden.
„Wir wissen, dass du die Einzige warst, die zu ihr durchdringen konnte. Dass du die Einzige warst und bist, die mehr über sie weiß, als wir anderen zusammen.
Aber für uns hat Shane immer fröhlich gewirkt. Als jemand, der sein Leben lebt und genießt. Sie hat uns nie gezeigt, dass es vielleicht anders sein könnte, verstehst du? Sie konnte sich anscheinend gut verstellen. Und das hat sie auch immer getan. Niemand von uns hat irgendetwas bemerkt. Außer du. Du wusstest, was in ihr vorging. Dir hat sie mehr erzählt, als jedem anderen, verstehst du? Du hast sie gekannt. Und damit warst du die Einzige.“
Ich sehe sie an. Und ihre Augen verraten mir, dass alles was sie sagt, stimmt.
Ich lehne mich an sie und schließe die Augen.
„Du hast Recht. Es tut mir Leid.“
„Es braucht dir nicht Leid tun. Du bist auch nur ein Mensch. Wir müssen einfach versuchen, Shane so gut zu helfen, wie wir können. Und vielleicht haben dann auch wir die Chance, sie besser kennen zu lernen.“
Wieder sehe ich sie an. Sie wischt mir die Tränen aus dem Gesicht und wir umarmen uns.
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