Angaben zur Story
Autor: -Kate-
E-Mail: angel-kate2@web.de
Altersfreigabe: PG-13
Teil: Teil 17 / Kapitel 15
Spoiler: Season 1
Inhalt: Lest einfach selbst…!
Genre: Drama
Hauptcharakter(e)/Paar(e): (z.B Bette/Tina, Jenny/Marina.... )
Disclaimer: I do not own the characters in this story, nor do I own any rights to the television show "The L Word". It all belongs to the writers and of course Showtime.
A/N: Wie immer vielen lieben Dank für die Kommentare!
@ Peppermint: Ja, stimmt, das hast du schon oft gesagt… aber glaub mir, ich freu mich immer immer wieder, wenn ich es lese! *g* Sowas gibt mir Ansporn!!
@ kusserst: Für die Korrektion in Sachen Deutsch ist meine Freundin zuständig (an dieser Stelle spezial thx!!). Aber bäh! Nicht den Bildschirm küssen… ;-)
@ dreamer: Bitte! *g* Am Ende des Kapitels wirst du sehen, ob sich dein Wunsch erfüllt… das Warten hat also ein Ende!
@ Hey, das ist Erpressung *gg* Na ja, wies aussieht rette ich dich vorm Herzinfarkt… muss ich ja, weil ich brauch dich ja noch zum Kommentare schreiben ;-)
@ JB: Danke! Schön, dass dir die Story gefällt!!
Mal ein kleiner Zwischenstand dieser FF:
- umfasst bisher 15 Kapitel (+ Prolog)
- in Microsoft Word gesamt 123 Seiten (Schriftgröße 10/ Comic Sans MS)
- Dateigröße: 475 KB
- Prolog geschrieben am 1. Mai 2006; Veröffentlichung am 4. Mai 2006
Das nur so am Rande ;-)
The Power of Love - Teil 16
Am nächsten Tag…
Bette`s POV:
Ich konnte heute einfach nicht arbeiten. Habe mir frei genommen.
Stattdessen bin ich wieder im Krankenhaus.
Anna arbeitet, um sich abzulenken. Ich glaube, ihr hilft es. Aber ich kann nicht.
Ich sitze auf einem Stuhl im Wartezimmer und warte auf Doktor Cohen.
Was will sie mir nur sagen? Ich hoffe, es ist nichts Schlimmes mit Shane.
Ein paar Minuten später kommt Dr. Cohen zur Tür herein und begrüßt mich. Anschließend geleitet sie mich in ihr Büro, wo ich mich wieder hinsetze.
Ich kann mich nicht zurückhalten. Sitze wie auf Kohlen.
„Geht es ihr nicht gut?“
Sie sieht mich an und zögert.
„Im Prinzip schon.“
Oh, mein Gott, sag, dass das nicht wahr ist. Bitte lass es ihr nicht schlechter gehen.
„Was heißt das?“
„Nun ja, es ist das eingetroffen, was wir von Anfang an vermutet haben. Durch das künstliche Koma, was gleichzeitig einen Mangel von Nahrung mit sich zieht. Miss McCutcheon ist ohnehin schon untergewichtig und das Koma hat dazu geführt, dass sie in den wenigen Tagen ca. zehn Kilo ihres ursprünglichen Gewichts verloren hat.“
Verdammt. Das darf doch nicht wahr sein. Zehn Kilo. Bei ihr macht das mehr aus als bei vielen anderen. Dr. Cohen hat Recht, sie ist so dünn.
Dann frage ich mich, wie sie sie gewogen haben, in diesem Bett. Ich verkneife mir die Frage.
„Und… was haben Sie nun vor zu tun?“
„Es bleibt uns nichts anderes übrig, als Miss McCutcheon aus dem Koma zu holen und sie dann künstlich zu ernähren. Und auch, wenn wir somit nicht die optimalen Erholungschancen ausschöpfen können, können wir nicht mehr länger warten.“
„Ich verstehe.“
Ich bin kurz davor, zu weinen. Spüre die heißen Tränen, die in mir hochsteigen. Doch ich halte mich zurück. Will meine Gefühle nicht vor der Ärztin zeigen.
„Wir werden also jetzt alles einleiten.“
Ich nicke.
„Wie lange dauert es, bis sie aufwacht?“
„Das ist schwer zu sagen. Es ist bei jedem Patienten anders.“
Ich stehe auf. Dann wende ich mich noch einmal Dr. Cohen zu.
„Kann ich zuschauen? Ich meine, ich würde sie gern sehen.“
Nach kurzem Zögern stimmt sie zu.
~*~
Anna`s POV:
Ich habe mich in die Arbeit gestürzt. Seltsamerweise scheint jeder im Büro zu wissen, was passiert ist. Umso erstaunter waren alle, als ich hier aufgetaucht bin.
Doch ich kann nicht anders. Es tut mir gut zu arbeiten, ich kann mich ablenken. Ich kann nicht den ganzen Tag alleine zu Hause herum sitzen und nichts tun.
Meine Chefin hat mir einen neuen Auftrag gegeben. Sie meinte, ich wäre die Beste dafür. Ich soll eine Hochzeit planen. Mit allem Drum und Dran. Eine lesbische Hochzeit. Zwei Frauen wollen sich in Long Beach das Ja-Wort geben.
Wie romantisch. Eine Hochzeitszeremonie am Strand. Unter Palmen. Nachts. Mit lauter Kerzen. Lichterketten. Alles, was dazu gehört.
Ich beneide diese Frauen. Vielleicht habe ich auch irgendwann die Chance dazu, meine eigene Hochzeit zu planen. Mit Shane.
Ich weiß. Wir sind erst kurz zusammen und ich denke schon an Hochzeit. Unwillkürlich muss ich lächeln. Dann wird mein Blick wieder ernst. Sind wir überhaupt zusammen? Schließlich habe ich sie verlassen, bevor ich weg ging. Was ist, wenn sie wieder aufwacht und mich nicht sehen will?
Nein, sie liebt mich. Ich liebe sie. Das wird nicht geschehen.
~*~
Bette`s POV:
Dr. Cohen führt mich in den Vorraum, wo ich eine von den grünen Kutten überziehe, die vor Infektionen schützen. Dann gehen wir zusammen in Shanes Zimmer. Was ich dort sehe, schockiert mich zutiefst.
Sie liegt in ihrem Bett und ist scheinbar die Hälfte von dem, was sie war. So dünn. Ihr Gesicht. Eingefallen. Ringe unter den Augen. Immer noch überall Blutergüsse, die langsam eine gelb-grüne Farbe annehmen.
Langsam verstehe ich, wie die Ärztin auch ohne Waage sagen konnte, dass Shane abgenommen hat.
Anscheinend bemerkt Dr. Cohen meinen Schockzustand.
„Schädel-Hirn-Trauma-Patienten verlieren sehr schnell an Gewicht. Manche verlieren innerhalb weniger Tage mehr als 15 Prozent ihres Gesamtgewichts. Da Miss McCutcheon ohnehin untergewichtig ist, hat sie während der letzten beiden Tage einen enormen Gewichtsverlust erlitten.“
Ich sehe wieder zu Shane. Was wird sein, wenn sie aufwacht? Wird sie uns erkennen? Wird sie sich bewegen können? Wird sie sprechen können?
Die Antwort auf all diese Fragen machen mir Angst.
An Shanes Bett stehen noch ein Arzt und eine Schwester. Bereit, für den Eingriff. Bereit, Shane aus dem Koma zu holen.
„Wenn Sie ihr den Schlauch herausnehmen… kann sie denn alleine atmen?“
„Sie müsste stabil genug sein, um alleine atmen zu können. Um sicher zu gehen, legen wir ihr noch einen Schlauch in die Nase, der ihr das Atmen erleichtert und ihr zusätzlich Sauerstoff verschafft.“
Ich nicke.
„Miss Porter, ich muss Sie nun bitten zu gehen. Sie können vor der Tür warten.“
Wieder nicke ich nur. Bin nicht im Stande, irgendetwas zu sagen.
~*~
Alice`s POV:
Ich bin auf dem Weg zu Annas Büro. Marina hat mir aus der Küche des Planets etwas zu essen für sie mitgegeben. Wie ich sie kenne, hat sie heute noch keinen Bissen gegessen, sondern sich geradewegs in die Arbeit gestürzt, um sich abzulenken.
Erst mal musste ich herausfinden, wo sie überhaupt arbeitet. Aber als Journalistin hat man ja so seine Quellen. Ein paar Anrufe und ich wusste es.
Ich betrete das große Gebäude, das ziemlich in der Nähe des Planets liegt und nehme den Aufzug in den dritten Stock.
Als ich die Tür zu Annas Büro öffne, sieht sie mich überrascht an.
„Alice! Was… wie hast du mcih gefunden?“
Ich grinse.
„Tja… ich bin Journalistin. Vor mir kann man nichts geheim halten. Und dein Name steht unten an einer großen Tafel, also war das überhaupt kein Problem.“
„Natürlich nicht.“
Sie scheint irgendwie entspannter zu sein als gestern. Natürlich ist dies nur die Fassade, die sie vor den anderen bewahrt. Ich weiß, dass sie jede Minute an Shane denkt und sich Sorgen macht.
„Ich bring dir etwas zu essen. Von Marina.“
„Oh, danke. Das ist echt lieb von dir, aber… eigentlich hab ich gar keinen Hunger.“
„Du musst was essen. Vergiss nicht: du musst stark bleiben.“
Sie seufzt und nimmt mir die Gabel, die ich ihr hinhalte, aus der Hand.
~*~
Bette`s POV:
Ich stehe vor Shanes Zimmer und sehe durch die Glasscheibe in der Tür hinein. Schaue zu, was die Ärzte mit ihr machen.
Ich sehe, wie Dr. Cohen Shanes Kopf vorsichtig nach hinten beugt. Wie sie den langen Schlauch aus ihrem Hals langsam herauszieht.
Ich kann es mir nicht vorstellen, wie es ist, einen solch langen Schlauch im Hals stecken zu haben. Will es gar nicht. Schon beim Gedanken daran wird es mir schlecht.
Sie legt den Schlauch auf ein silbernes Tablett, das ihr die Schwester reicht, während der andere Arzt an Shane einen grünen Schlauch mit kurzen Enden für die Nasenlöcher befestigt, der sie weiterhin beim Atmen unterstützen soll.
Nun nimmt er einen anderen, sehr viel längeren Schlauch und schiebt ihn in ihre Nase. Immer weiter und weiter.
Verdammt. Wo will er denn hin damit? Dann erinnere ich mich, adss Dr. Cohen gesagt hat, Shane müsse künstlich ernährt werden. Demnach führen sie den Schlauch in ihren Magen.
Nachdem der Arzt noch ein paar Minuten geschoben hat, klebt er ihr über Beatmungsschlauch und Magensonde ein Pflaster.
Scheiße. Was machen die nur mit ihr? Es ist so schrecklich, das mit anzusehen.
Dr. Cohen schließt den Schlauch an eine Infusionsflasche an und hängt sie an den Ständer, während die Schwester eine andere Flasche abnimmt und anschließend den Katheter wechselt.
Die Ärztin legt Shanes Kopf wieder in die richtige Position und kommt jetzt auf die Tür zu.
„Alles ist gut gegangen. Sie atmet. Das Mittel, das Miss McCutcheon im künstlichen Koma hielt, wird ab sofort nicht mehr eingesetzt. In ein paar Stunden wird sie aufwachen. Dann können wir Genaueres über ihren Zustand sagen.“
~*~
Alice`s POV:
„An was arbeitest du denn?“
„Eine Hochzeit. Ein lesbisches Pärchen will sich am Huntington Beach das Ja-Wort geben.“
„Wie romantisch.“
„Ja, find ich auch. Ich freue mich richtig, dass ich das Event planen darf. Nicht nur, weil es mich ablenkt.“
„Sondern?“
Sie sieht mich an. Bin ich zu neugierig?
„Na ja… ich ähm… das bedeutet Übung für mich, für… meine eigene Hochzeit.“
Mit großen Augen sehe ich sie an.
„Welche Hochzeit?“
Das Telefon klingelt und ich platze fast vor Neugier. Denkt Anna wirklich an eine Hochzeit mit Shane? Unserer Shane?
Ich lächle. Anscheinend ist sie sich wirklich sicher, dass sie wieder gesund wird. Und das ist gut so.
Anna hebt den Hörer ab.
„Hallo?... Hi Bette!“
Interessiert habe ich den Kopf. Ich hoffe, mit Shane ist alles in Ordnung.
„Heute schon? In ein paar Stunden… ja, okay. Ja, ich komme so schnell wie möglich.“
Kann sie nicht den Lautsprecher anstellen? Sie weiß genau, dass Alice Pieszecki immer alles genau und vor allem sofort wissen muss.
„Gut. Danke, Bette, dass du mir Bescheid gesagt hast. Ja, bis später.“
Sie legt den Hörer auf und sieht mich an. Ihr Blick ist ernst.
„Alles in Ordnung?“, frage ich vorsichtig.
„Ehrlich gesagt, ich bin mir nicht ganz sicher. Shane wird heute aufwachen, sie haben sie aus dem Koma geholt.“
„Was? Warum?“
„Mehr weiß ich auch nicht. Bette musste wieder auflegen. Ich soll ins Krankenhaus kommen.“
~*~
Anna`s POV:
Alles geht viel schneller, als ich mir das vorgestellt habe.
Wieso haben sie sie heute schon aus dem künstlichen Koma geholt? Soweit ich das mitbekommen habe, dient dieses Koma dazu, die Heilungschancen zu verbessern. Aus welchem Grund lassen sie sie dann aufwachen und verschlechtern absichtlich ihre Chancen auf Heilung? Lassen sie leiden?
Ich hoffe nur, es ist nicht irgendetwas passiert.
„Anna?“
Alice holt mich aus meinen Gedanken. Ich habe ganz vergessen, dass sie da ist.
„Alles okay?“
„Ja… kommst du mit in die Klinik?“
Ich schaue sie an. Irgendwie sieht sie so aus, als ob sie damit nicht gerechnet hätte. Aber Alice und Shane stehen sich so nahe. Und Shane braucht jetzt jede Unterstützung, die sie kriegen kann.
„Natürlich.“
Ich rufe zu meiner Chefin durch, um ihr zu sagen, dass ich ins Krankenhaus fahre. Ich bin froh, dass sie mir freigibt. Sie ist ein Engel.
Dann fahren wir los.
~*~
Bette`s POV:
Ich halte Shanes Hand in meiner. Sehe sie an. Sehe die Schläuche, die über ihrem ganzen Körper verteilt sind. Die Verbände am Kopf und um die Brust.
Ich höre das stetige Piepsen der Maschinen. Es macht mich wahnsinnig. Doch gleichzeitig beruhigt mich, dass es so gleichmäßig ist.
Zwar ist der große Beatmungsschlauch nun weg, doch ihr Gesicht bietet trotzdem keinen schönen Anblick. Überall Blutergüsse. Kratzer. Nähte. Die Lippen sind blass. Rau. Ihr einst so schönes Gesicht. Nichts davon ist übrig. Was gäbe ich dafür, sie lachen zu sehen!
Schon bald wird sie aufwachen. Doch was wird dann los sein? Vielleicht wird sie nie wieder wie früher. Allein der Gedanke daran macht mir zu schaffen. Treibt mir die Tränen in die Augen. Ich halte sie zurück.
Die Tür hinter mir öffnet sich. Ich blicke über meine Schulter.
Anna kommt herein. Mit Alice.
~*~
Anna`s POV:
Shane sieht noch schlimmer aus als gestern. Gut, der riesige Schlauch ist aus ihrem Gesicht verschwunden, doch es sieht immer noch nicht besser aus. Ich hoffe nur, dass sie durch die künstliche Ernährung wieder ein paar Kilo zulegt.
„Hi Anna. Hi Alice.“
„Hallo Bette“, sagen wir im Chor.
„Anna, sie haben Shane extubiert, um sie künstlich ernähren zu können und…“.
„Ja, ich weiß“, werfe ich ein, „wir haben unterwegs hierher Dr. Cohen getroffen, sie hat uns erklärt, was los ist.“
„Oh, okay.“
~*~
Bette`s POV:
Wieder wird die Tür geöffnet.
Dr. Cohen kommt herein.
„Guten Tag.“
Sie tritt an Shanes Bett und schreibt sich ihre Werte auf. Kontrolliert die Infusionen.
Dann wendet sie sich an uns.
„Lange wird es nicht mehr dauern, bis sie aufwacht. Wenn das passiert, wird sie noch sehr desorientiert sein. Deswegen würde ich Sie bitten, dass nur einer bei ihr bleibt. Zumindest am Anfang. Andernfalls wäre sie viel zu überfordert, verstehen sie?“
Ich nicke kurz.
Dann sehe ich zu Anna und öffne den Mund, doch Alice kommt mir zuvor.
„Anna, ich glaube, du solltest bei Shane bleiben. Wir kommen dann später.“
„Ja… danke.“
„Ist doch klar.“
~*~
Alice`s POV:
Bette und ich gehen langsam hinaus. Die Ärztin folgt uns. Ich werfe noch einen kurzen Blick zurück auf Anna, die sich auf den Stuhl neben dem Bett niedergelassen hat und Shanes Hand hält.
Ich seufze.
„Geht`s dir gut?“, höre ich Bette sagen, nachdem wir unsere Kutten ausgezogen haben und nun auf dem Weg in die Cafeteria sind.
„Ja… ja, ich mach mir nur solche Gedanken. Um Shane.“
„Hm… wer tut das nicht… alle machen sich Gedanken.“
„Ich hab Angst, Bette. Ich hab Angst, dass sie nicht mehr so wird wie früher. Meine Shane. Mein Yodah.“
Bette lächelt bei dem Kosenamen, den ich Shane gebe. Doch dann wird sie wieder ernst.
„Sowas würde uns Shane nie antun, oder? Ich meine, sie ist unsere Freundin.“
„Ich hoffe, du hast Recht.“
„Ich sollte Tina anrufen und ihr sagen, was los ist.“
„Tu das. Vielleicht kann sie auch herkommen.“
Bette nickt und greift nach ihrem Mobiltelefon.
~*~
Anna`s POV:
Ich sehe auf meine Armbanduhr. Eineinhalb Stunden sind vergangen, seitdem Bette und Alice hinausgegangen sind. Es kommt mir viel länger vor.
Ich habe die Zeit damit verbracht, Shane von meinem Tag heute und insbesondere von meinem neuen Auftrag zu erzählen. Doch bis jetzt kein Zeichen, dass sie aufwacht. Nichts.
Dann denke ich an meine Eltern. Seitdem ich in den Flieger gestiegen bin, habe ich mich nicht mehr bei ihnen gemeldet. Ich fühle mich fast schuldig. Gerade jetzt, als das Verhältnis zwischen uns sich bessert. Ich muss das nachholen. Unbedingt.
Plötzlich spüre ich etwas in meiner Hand. Ein Druck, kaum merklich, und doch ist er da.
Shane. Sie wacht auf. Sie drückt meine Hand. Ganz leicht.
Ich stehe von meinem Stuhl auf.
„Shane?“
Keine Reaktion.
Ich sehe hinüber zur anderen Hand. Ganz langsam fangen die Finger an, sich zu bewegen.
Sie hat die Augen noch geschlossen. Der Mund zuckt. Die Lippen kleben aneinander, doch sie bewegen sich.
Ich beuge mich leicht über sie.
„Shane?“
Sie drückt die Augen zusammen.
Kann sie mich hören?
Ich beobachte, wie sie sich bemüht, die Augen zu öffnen. Sie schafft immer einen Spalt, doch das Licht, auch wenn es ein dunkles, dämmriges Licht ist, überwältigt sie.
Sie versucht mit all ihrer Kraft gegen dieses Licht anzukommen.
Dann, nach ein paar weiteren Versuchen, gelingt es ihr. Zuerst sieht sie an mir vorbei. Es scheint, als ob sie Probleme hat, scharf zu sehen.
Dann wandert ihr Blick weiter. Bleibt stehen. Bei mir.
Sie sieht mich an. Mit ihren wunderschönen grünen Augen. Mit den Augen, in die ich mich verliebt habe.
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