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Angaben zur Story

Autor: -Kate-
E-Mail: angel-kate2@web.de
Altersfreigabe: PG-13
Teil: Teil 13 / Kapitel 11
Spoiler: Season 1
Inhalt: Lest selbst… 
Genre: Drama ... Let the drama begin!
Hauptcharakter(e)/Paar(e): Shane/Anna
Disclaimer: I do not own the characters in this story, nor do I own any rights to the television show "The L Word". It all belongs to the writers and of course Showtime.

A/N: Also, ich lese natürlich immer aufmerksam eure Kommentare und deswegen mal ein ganz großes Dankeschön an alle, die meine Fanfiction lesen!!
@ Snaf: Ja, ich habe euch beim letzten Mal wirklich lange warten lassen. Aber wie du siehst, hat es dieses Mal nicht so lange gedauert… ich hoffe, dir gefällt Teil 13 genauso gut wie die anderen Teile!
@ Peppermint: Danke! Ich freue mich, dass dir meine Story gefällt! Ich hoffe, dass ich dich auch mit diesem Teil zufrieden stimmen kann!
@ Dreamer: Vielen, vielen Dank! Kommentare wie Deiner geben mir immer Ansporn zum Weiterschreiben! =)

Eine kleine Info noch: 110 Meilen sind ungefähr 177 Kilometer; 150 Fuß entsprechen ca. 45 Metern.

The Power of Love - Teil 13

Bette`s POV:

Shane schläft. Endlich.
Vorsichtig, um sie nicht zu wecken, steige ich aus dem Bett. Ich öffne leise die Tür und gehe ins Wohnzimmer.
Tina sitzt auf der Couch und liest in einer Zeitschrift. Als sie mich sieht, springt sie sofort auf.
„Was ist denn passiert, um Himmels Willen?“

Ich nehme sie an der Hand und wir setzen uns zurück auf das Sofa. Ich seufze.
„Shane braucht wirklich Hilfe, sonst geht sie drauf.“
Tina schaut mich mit großen Augen an. Fragend. Doch wohl wissend, dass ich ihr nichts sagen kann.

„Komm mal her.“
Sie nimmt mich in die Arme. Und es ist genau das, was ich gerade brauche.
„Wir werden ihr helfen, das verspreche ich dir.“
„Ja“, sage ich und schmiege mich noch mehr an sie.

~*~

Shane`s POV:

Schweißgebadet wache ich auf. Wieder so ein schrecklicher Traum.
Es wird mich irgendwann umbringen. Diese Alpträume müssen aufhören.

Ich habe Kopfschmerzen. Aber wenigstens hat meine Nase aufgehört zu bluten.

Ich bin froh, dass Bette bei mir ist.
„Bette?“
Keine Antwort.
„Bette?“
Ich drehe meinen Kopf auf die Seite. Sie ist nicht da. Warum ist sie nicht da? Sie hat mir versprochen, bei mir zu bleiben. Warum hat auch sie mich nun verlassen?
Ich spüre die Panik, die in mir hochsteigt und schreie aus vollem Halse.
„Bette!“

~*~

Bette`s POV:

„Bette!“
Ich schrecke hoch.
„Oh mein Gott!“

Ich stehe blitzschnell auf und renne ins Schlafzimmer. Shane sitzt auf dem Bett und ist blasser denn je.
„Shane … Shane, es tut mir Leid!“
Ich gehe zu ihr und nehme sie in den Arm.
„Warum hast du mich allein gelassen? Warum?“
Irgendwie kommt es mir vor, als wäre sie nicht sie selbst.
„Es tut mir Leid.“

Shane seufzt in meine Schulter.
„Bette.“
Ich sehe sie an und streiche ihr eine Haarsträhne hinters Ohr.
„Ja.“
„Du musst mir helfen.“
Ihre plötzliche Erkenntnis schockiert mich leicht.
„Es kann so nicht weiter gehen.“

Ich nehme sie wieder in die Arme.
„Ja, Shane. Wir werden dir Hilfe beschaffen. Das verspreche ich dir. Und jetzt versuch, noch ein wenig zu schlafen, okay? Ich bin vorne im Wohnzimmer und wenn du mich brauchst, dann ruf nach mir.“
Sie nickt und ich lege sie zurück in die Kissen.
Einen Moment lang schaue ich sie an. Dann gehe ich hinaus.

~*~

Anna`s POV:

Es ist spät in der Nacht. Ich liege auf meinem Bett und denke über die Worte des Pfarrers nach.
„Sie müssen endlich weiter leben. Sie sind jung und sollten das Leben genießen.“
Das hat er gesagt. Und ganz plötzlich war er weg.
Er sagte, dass er mich schon lange beobachtete. Jedes Jahr. Warum habe ich ihn nie bemerkt? Kam er immer nur an diesem einen Tag zum Friedhof, nur um mich zu beobachten?

Ich sollte das Leben genießen. Kann ich das denn? Kann jemand, der die Liebe seines Lebens verloren hat, das Leben genießen? Darf er das?

Ich denke an Shane. Ich glaube, mit ihr könnte ich das. Wir wären glücklich zusammen. Aber da wäre auch immer meine Vergangenheit, die mich daran hindert, glücklich zu sein und mein Leben vollends zu genießen. Ich könnte ihr das nicht antun.
Aber ich habe ihr schon so viel angetan. Ich hoffe, es geht ihr gut. Ich fühle mich so schlecht deswegen, dass ich sie verlassen habe. Und doch konnte ich nicht anders.

~*~

Am nächsten Morgen…

Shane`s POV:

Ich öffne die Augen. Ich sehe mich im Zimmer um. Bettes Schlafzimmer.
Ich fühle mich entspannt, denn es gab keine weiteren Alpträume. Die Nacht war ruhig und nun fühle ich mich einigermaßen fit.

Trotzdem weiß ich, dass ich Hilfe brauche.
Ich werde mich noch heute über Programme in Kliniken informieren, die mich von meiner Drogensucht befreien können.

Ich stehe auf schaue in den Spiegel, der gegenüber vom Bett am Schrank hängt.
Schrecklich, was ich sehe. Ich verfluche mich. Schlimmer, in diesem Moment hasse ich mich.
Ich wische mir die schwarze Farbe mit der Hand vom Gesicht und gehe hinaus.

Bette sitzt mit ihrem Laptop auf der Couch. Als sie mich sieht, stellt sie ihn vor sich auf den Tisch und kommt zu mir. Sie umarmt mich.
„Shane….“
Ich drücke sie fest an mich.
„Danke, Bette.“
„Danke für was?“
„Dass du da bist. Dass du mich unterstützt. Dass du mich verstehst. Danke, dass es dich gibt und dass ich zu den unglaublich Glücklichen gehöre, die dich kennen dürfen. Danke.“
Sie sagt nichts. Ich glaube, sie ist gerührt.

Ich sehe sie an und spüre eine Träne auf meiner Wange.
„Bette, ich habe eingesehen, dass mir geholfen werden muss. Ich werde mir eine Suchtklinik oder so etwas suchen.“
Sie wischt die Träne mit ihrem Handrücken ab und küsst mich auf die Stirn.
„Ich bin stolz auf dich.“

Sie ist stolz auf mich? Sie? Stolz auf mich?
Ich bin überwältigt von ihrer Aussage.
Einmal mehr spüre ich die starke Verbindung zwischen uns. Und einmal mehr fühlt es sich an, als wäre sie die Mutter, die ich niemals hatte.

~*~

Anna`s POV:

Es klingelt an der Haustür. Und wenig später kommt Lisa in mein Zimmer. Mit einem dicken Wollschal um den Hals geschlungen umarmt sie mich herzlich.
„Anna, endlich sehen wir uns mal wieder. Ich hab dich ehrlich vermisst!“
„Ich hab dich auch sehr vermisst! Schön, dass du hier bist! Wie geht`s dir?“

Sie befreit sich von ihrem Schal und ihrer Jacke und wir setzen uns aufs Bett.
„Mir geht`s gut. Bei Jonathan und mir läuft es zur Zeit super!“
Jonathan. Ihr Freund.
„Das freut mich.“
„Aber… Anna, du siehst nicht so gut aus, um ehrlich zu sein.“

Wie schaffen es beste Freundinnen nur immer, in einen hineinzusehen und dessen Gefühle und Stimmungen zu erkennen?
„Es ist nichts. Mir geht es gut.“
Sie zieht die Augenbrauen hoch.
„Ich sehe doch, dass das nicht stimmt.“
Ich seufze.
„Ach Lisa.“

Ich erzähle ihr die ganze Geschichte von Shane und mir und werde dabei zusehends trauriger. Ich bereue es.
„Warum hast du sie dann verlassen?“
Verdammt. Nun muss ich lügen.
„Ich … ich hab das nicht mehr ausgehalten, die ganze … Drogensache!“
„Aber Anna, was hast du dir denn dabei gedacht? Gerade dann hättest du ihr helfen sollen!“
Sie hat Recht.
„Ich weiß, Lisa. Ich weiß.“
Ich seufze und sie nimmt mich in den Arm.
„Ich schlage vor, du fliegst zurück und söhnst dich mit ihr aus.“

Ja, das werde ich. Es ist das einzig Richtige. Ich liebe Shane, das weiß ich mittlerweile.

~*~

Bette`s POV:

Ich wähle die Nummer, die ich vor mir auf einen Zettel gekritzelt habe.
800 434-7365.
„Eisenhower Medical Center. Mein Name ist Lucy Petters. Was kann ich für Sie tun?“
„Hallo. Mein Name ist Bette Porter. Können Sie mir Auskunft über das Programm im Betty Ford Center geben?“
„Einen Moment bitte, da leite ich Sie weiter.“
„Okay.“

Es dauert nur einen Augenblick, bis sich eine andere Frau meldet.
„Ich bin Bette Porter.“
„Hallo, Miss Porter. Was kann ich für Sie tun?“
Es platzt aus mir heraus.
„Eine sehr gute Freundin von mir hat ein Problem mit Drogen. Sie braucht wirklich Hilfe.“ Ich hole tief Luft. „Geld spielt keine Rolle.“
„Um welche Art von Drogen handelt es sich denn?“
„Hauptsächlich Heroin. Aber ich nehme an, dass sie in manchen Fällen alles nimmt, was sie kriegt.“
„Ist ihre Freundin sich denn ihrer Sucht bewusst.“
„Mittlerweile ja. Sie hat eingesehen, dass sie auf professionelle Hilfe angewiesen ist. Und ich will für sie die beste Behandlung.“

Ich gebe ihr meine Adresse, dass sie mir Infomaterial zuschicken kann und mache einen Termin aus.

~*~

Anna`s POV:

„Mama? Papa?“
Ich schaue zur Wohnzimmertür hinein. Meine Eltern sitzen auf der Couch. Bei ihnen sitzt mein Bruder.
„Tochter?“, lächelt mein Vater.
Ich setze mich zu ihnen und sehe sie an.

„Ähm… ich muss euch etwas sagen.“
„Etwas Schlimmes?“ Meine Mutter sieht besorgt aus.
„Nein… nein, nicht direkt.“
Alle sehen mich fragend an.
„Ich… ich fliege übermorgen zurück nach Los Angeles.“

Meine Mutter schaut meinen Vater an, dann mich.
„Aber warum? Ich meine, du bist doch gestern erst gekommen.“
„Wir haben uns so gefreut, dass du kommst.“
„Ich weiß, ich… ich muss einfach zurück. Es geht nicht anders.“
„Warum?“
Ich seufze. Mein Vater wird zusehends wütender.

Doch meine Mutter lächelt plötzlich.
„Aha … geht es bei deiner plötzlichen Abreise vielleicht um einen Mann?“
Ich schenke ihr einen wütenden Blick. Obwohl… wütend ist vielleicht nicht der passende Ausdruck. Eher… enttäuscht.
„Nein, Mama. Um eine Frau“, sage ich und gehe in mein Zimmer.

~*~

Shane`s POV:

Ich sitze mit einer Decke auf Bettes Sofa und sehe mir „Will & Grace“ an. Ich liebe diese Serie, aber heute kann ich über keinen einzigen Witz lachen. Ich sitze nur da und starre auf den Bildschirm.
Mir ist kalt.

Ich höre Schritte auf der Treppe und einen Schlüssel, der sich im Schloss bewegt.
„Hallo, Shane.“
„Hey, Bette.“
„Wie geht es dir?“
Sie setzt sich zu mir.
„Geht so.“
Sie schaut mich besorgt an.
„Ist dir nicht gut?“
„Mir ist nur etwas kalt.“
„Das sind die ersten Entzugserscheinungen.“

Dann scheint ihr etwas einzufallen.
„Shane, ich habe mich ein wenig erkundigt. Und dabei bin ich auf eine renommierte Suchtklinik gestoßen. In Rancho Mirage.“
„Rancho Mirage? Wo ist das?“
„Liegt ungefähr 110 Meilen südöstlich von hier. Dort wurden schon viele Prominente behandelt, die Probleme mit Drogen hatten.“
Ich bin leicht geschockt.
„So weit weg? Aber… „.
„Kein aber. Es ist die beste Klinik, die es hier in der Nähe gibt.
„Aber ich kann das gar nicht bezahlen.“
„Shane, mach dir darüber mal keine Gedanken. Ich will für dich einfach die beste Behandlung, die du kriegen kannst.“
„Aber ich will nicht, dass du für mich zahlst.“

Sie seufzt. „Und ich will nur, dass es dir bald besser geht. Ich kann nicht mehr ertragen, dich so zu sehen.“
Ich nicke.
„Was sagen wir den anderen.“
Sie lächelt schwach.
„Manchmal ist die Wahrheit die beste Lösung, weißt du.“
Wie bitte? Ich soll ihnen sagen, was mit mir los ist? Wo es mir doch schon so schwer gefallen ist, mit Bette darüber zu sprechen. Nein, ich halte das nicht durch.

Bette scheint meine Ängste in meinem Gesichtsausdruck zu lesen.
„Shane, ich bin bei dir. Wir stehen das gemeinsam durch, okay?“
Ich nicke und lege meinen Kopf an ihre Schulter.

~*~

Anna`s POV:

Ich liege auf meinem Bett und starre an die Wand.
Wie konnte meine Mutter so etwas sagen? Sie weiß doch ganz genau, dass ich lesbisch bin. Warum kann sie es nicht begreifen? Warum kann sie es nicht einfach tolerieren?
Das alles macht mich so traurig.

Es klopft an der Tür.
„Anna. Schatz, ich bin es.“
Mom. Ich drehe mich mit dem Rücken zur Tür.
„Komm rein.“

Die Tür öffnet sich. Ich spüre ihren Blick in meinem Nacken, bevor sie an mein Bett kommt und sich hinsetzt. Sie legt eine Hand auf meine Schulter.
„Es tut mir Leid.“
Habe ich gerade richtig gehört? Sagte sie gerade, es tue ihr Leid? Nein, das kann sie nicht ernst gemeint haben. Nicht sie.
„Was tut dir Leid? Dass du mich nicht verstehen kannst? Dass du mich nicht verstehen willst?“
Ich drehe mich um und sehe sie an.
„Schatz, kannst du mich nicht wenigstens ein klein wenig verstehen? Ich… ich habe mir immer Enkelkinder gewünscht.“
„Du hast zwei davon.“
“Ich weiß. Aber das ist etwas anderes.“
„Es sind auch deine Enkelkinder.“
„Das ist nicht das, was ich meinte. Ich habe mir dich immer vorgestellt, wie du in der Kirche stehst, mit einem weißen Kleid. Dein Vater führt dich zum Altar, lüftet den Schleier und gibt dir einen Kuss. Ich habe mir alles so schön ausgemalt. Die Blumenkinder, die ganze Feier. Ich habe mir für dich immer einen netten jungen Mann gewünscht, der dich liebt und den du liebst. Einen Mann, mit dem du Kinder hast und mit dem du dein ganzes Leben verbringst.“

Wieder sehe ich sie an.
„Weißt du, Mama, ich habe mir das auch vorstellt. Sehr oft sogar. Ich wette, du kannst dich noch an meine ganzen Bilder erinnern, die ich als kleines Mädchen gemalt habe. Ich habe mich immer selbst gezeichnet, mit weißen Kleidern, die man auf dem Papier fast nicht gesehen hat, und Blumensträußen in der Hand.“
Sie lächelt.
„Und als ich herausgefunden habe, dass ich lesbisch bin, da war ich traurig, weil ich dachte, ich könnte das alles, was ich mir buchstäblich ausgemalt hatte, nie erleben.
Aber glaubst du nicht auch, dass das nicht stimmt?“

Sie sieht mich fragend an.
„Ich weiß nicht, worauf du hinaus willst.“
„Ich meine, warum sollte ich das nicht alles mit einer Frau erleben können? Warum soll ich kein weißes Kleid anhaben und einen Blumenstrauß in der Hand halten dürfen, während ich die Frau meines Lebens heirate? Warum denkst du, ich kann dir keine Enkelkinder schenken, nur weil ich lesbisch bin?“
Sie ist schockiert.
„Weil das biologisch nicht möglich ist.“
„Warum denn nicht? Meinst du, Lesben haben keine… Gebärmutter oder was weiß ich, was? Viele lesbische Paare haben Kinder. Sie suchen sich einen Samenspender und bekommen Babys.“

„Und du meinst, du kannst damit leben?“
„Es ist nun mal mein Leben. Ich konnte es mir nicht aussuchen. Aber um deine Frage zu beantworten: ja, ich kann, und ich will so leben. Mit der Frau meiner Träume und vielleicht irgendwann mit einem Kind, dass meine Ehefrau genauso lieben wird, als wäre sie seine leibliche Mutter.“

Sie beugt sich zu mir und gibt mir einen Kuss auf die Stirn.
„Anna, vielleicht habe ich dir das nie deutlich gesagt, aber… ich liebe dich und dein Vater und ich, wir werden dich immer lieben. Egal, was du tust. Wir wollen nur, dass du glücklich bist.“
„Danke“, sage ich und umarme sie.

~*~

Bette`s POV:

Ich bin mit Shane auf dem Weg zu Alice. Shane meinte, Alice wäre nach mir die erste, der sie es sagen würde. Und ich bin stolz auf Shane. Denn sie hat sich fest in den Kopf gesetzt, das durchzustehen und gegen die Sucht zu kämpfen.

Ich habe ihr vorgeschlagen, mit dem Auto zu fahren, doch sie sagte, ihr wäre es lieber, zu laufen. Ich denke, dass es ihr gut tut, wenn sie etwas frische Luft bekommt.

„Bette, ich habe Angst.“
„Wovor?“
„Davor, wie Al regieren wird.“
„Ach Shane, meinst du wirklich, sie würde dich verurteilen? Ihr seid Freunde, vergiss das nicht. Sie wird dich genauso unterstützen, wie ich es tue.“
Shane nickt.

Wir laufen einer dicht befahrenen Straße entlang. Plötzlich höre ich jemanden meinen Namen rufen.
Ich drehe mich um und vor mir steht mein ehemaliger Arbeitskollege Dave.
„Hallo Dave, wie geht’s dir? Ich habe dich ja schon ewig nicht mehr gesehen.“
Er umarmt mich herzlich. Ich sehe, wie Shane weggeht, um sich die Schaufenster an der Straße anzusehen.
„Mir geht es gut. Ich habe im Sommer geheiratet.“
„Hey, herzlichen Glückwunsch. Ist es deine damalige Freundin, Maggie?“
„Ja.“

~*~

Shane`s POV:

Bette spricht mit einem Mann. Ich kenne ihn nicht. Aber so, wie es sich anhörte, kennt sie ihn von früher. Ich wollte bei ihrer Unterhaltung nicht stören.

„Hey, Shane.“
Neben mir steht Doug, mein früherer Drogendealer. Er war es, der mir den ganzen Mist verkauft hat.
Verdammt. Was mach ich jetzt?
„Was ist los mit dir Shane, ich bin es doch.“
„Ich sehe, dass du es bist, Doug.“
„Gut. Wie wäre es mit etwas neuem Stoff? Ich habe 1A-Ware von Cavallo bekommen. Ich könnte dir einen guten Preis machen.“
„Nein, Doug, ich hab kein Interesse. Ich mach den Scheiß nicht mehr, also verschwinde.“

Er sieht mich wütend an.
„Was, du schickst mich weg? Mich? Ich habe auf dich gezählt, Shane. Du kannst mich nicht hängen lassen.“
“Doch, ich kann. Also lass mich in Ruhe und verpiss dich. Ich habe dir gesagt, dass ich keine Drogen mehr nehme.“
„Shane, tu mir das nicht an. Ich… ich… du bist meine beste Kundin.“
„Ich war deine beste Kundin, Doug. Und jetzt, verschwinde endlich.“

Ich drehe mich um, um wieder zurück zu Bette zu laufen, die etwa 150 Fuß von mir entfernt immer noch mit diesem Mann redet.
„Nein, nein, nein. So leicht kommst du mir nicht davon. Wenn du mir nicht sofort etwas abkaufst, dann…“.
„Was dann?“, sage ich und spüre wenig später seine Faust in meinem Gesicht.

Es war kein fester Schlag. Dennoch bringt er mich dazu, einen Moment nicht auf ihn zu achten.
Er zerrt mich auf die Straße zu. Ich fange an zu schreien.

~*~

Bette`s POV:

Ich höre Schreie. Sie kommen eindeutig von Shane. Ich sehe mich zu ihr um.
Ein junger Mann in ihrem Alter schlägt auf sie ein und zerrt sie auf die Straße zu.
„Shane!“, rufe ich und renne auf sie zu.

Doch es ist zu spät. Die nächsten Sekunden laufen wie Zeitlupe vor mir ab.
Ich renne auf sie, während ich sehe, wie er sie auf die Straße zerrt. Ich sehe Shane, ich sehe ihr Gesicht. Ihr wunderschönes Gesicht. Und ich sehe das Auto, das mit unbeschreiblicher Geschwindigkeit auf sie zurast, während sie fällt.
Ich renne und renne. Doch nicht schnell genug.
Ich muss mit ansehen, wie das Auto Shane rammt.
Dann gibt es einen dumpfen Aufprall. Und das nächste, was ich sehe, ist, wie Shane auf dem Boden liegt. Überall ist Blut.

Ich kann nicht mehr denken. Ich stehe da und weiß nicht, was ich tun soll. Von überall her höre ich Schreie. Ich sehe Passanten, die auf die bewusstlose Shane zulaufen.
Ich stehe da. Der Schock hält mich davon ab, etwas zu tun.

Dann holt mich die Realität ein und ich renne weiter.
Oh, mein Gott!
Ich spüre die heißen Tränen auf meiner Wange.
„Shaaaane!“