Angaben zur Story
Autor: -Kate-
E-Mail: angel-kate2@web.de
Altersfreigabe: PG-13
Teil: Kapitel 8
Spoiler: Season 1
Inhalt: Shane und Bette reden...
Genre: Drama
Hauptcharakter(e)/Paar(e): Shane / Anna
Disclaimer: I do not own the characters in this story, nor do I own any rights to the television show "The L Word". It all belongs to the writers and of course Showtime.
The Power of Love - Teil 9
Im Büro hat es länger gedauert, als erwartet. Mittlerweile ist es fast 9 Uhr abends.
Ich öffne die Tür und sehe Al auf der Couch sitzen. Mit Bette und Tina.
Wir begrüßen uns.
„Wie geht es ihr?“ Bitte. Hoffentlich geht es ihr gut.
„Sie schläft. Das Fieber ist glücklicherweise gesunken. Sie war vorhin kurz wach, da wars 38,2. Immer noch hoch, aber besser.“
Ich seufze vor Erleichterung.
Ich gehe kurz ins Schlafzimmer, um nach Shane zu sehen. Sie schläft friedlich. Dann gehe ich zurück ins Wohnzimmer, stelle meine Tasche ab und setze mich aufs Sofa.
„Ich bin so froh, dass es ihr besser geht.“
„Ja“, stimmt Bette mir zu, „aber Ann, wir machen uns große Sorgen um sie. Alice hat mir alles erzählt.“
Al hat anscheinend das Blut vom Boden aufgewischt.
Ich nicke. „Ich mir auch. Wenn sie nur reden würde.“
„Shane redet nicht. Sie ist diejenige, die anderen zuhört. Sie ist die einzige, der ich ein Geheimnis anvertrauen würde, weil ich wüsste, dass sie es keinem erzählen würde.“ Al lächelt.
„Weißt du, Ann, Shane hatte es nicht immer leicht.“
„Inwiefern?“
Bette zögert. „Mehr weiß ich auch nicht.“
Ich glaube ihr nicht. Bin mir sicher, dass sie mir etwas verschweigt. Trotzdem beschließe ich, nicht weiter darauf einzugehen.
„Ich werde mit ihr reden.“
„Danke.“ Vielleicht öffnet sie sich Bette mehr.
~*~
Ich stehe im Gang, der zum Wohnzimmer führt. Höre zu, was sie über mich sagen.
Ich bin froh, dass Bette ihr Schweigen nicht bricht. Sie weiß mehr über mich, als sie zugibt. Sie ist die einzige, der ich je etwas über mich erzählt habe. Nicht von der Vergewaltigung. Aber von meinem Leben in den >Foster Homes<. Von meinem Leben ohne Eltern. Und von meinen nächtlichen Taten auf dem Santa Monica Boulevard.
Und sie war da. Hat mich vielleicht mehr unterstützt, als sie selbst bemerkt hat. Sie hat mich von meinem Straßenleben befreit. Sie habe ich mir als eine Art Ersatzmutter ausgesucht. Ich liebe sie auf eine Weise, auf die ich vielleicht meine eigene Mutter geliebt hätte, wäre sie für mich da gewesen.
Ich gehe um die Ecke. „Hey.“
Alle drei drehen sich zu mir um. Sind geschockt. Ann steht auf und kommt zu mir.
„Shane, was tust du? Du musst im Bett bleiben.“
„Ann, mir geht es schon besser, ehrlich. Das Fieber ist gesunken.“
Nach langem Hin und Her darf ich mich mit auf das Sofa setzen. Wieder fühle ich mich wie ein Kleinkind, das um Erlaubnis betteln muss, noch etwas auf bleiben zu dürfen.
Es ist tatsächlich ein schöner Abend. Sie stellen keine Fragen. Wir lachen.
Doch lange dauert es nicht, bis ich mich an Ann lehne und die Augen schließe.
„Shane, geht es dir nicht gut?“ Ihre Besorgnis ist fast schon rührend.
„Ich bin nur müde.“
Ich verabschiede mich von den anderen und Ann begleitet mich ins Schlafzimmer. Sie misst noch einmal Fieber. 38,0°.
„Ruh dich aus, okay? Morgen geht`s dir bestimmt besser.“
Ich stimme ihr mit einem leisen „Hm“ zu und nach einem Kuss auf meine Stirn verlässt sie das Zimmer.
~*~
Ich gehe zurück ins Wohnzimmer und setze mich wieder zu den anderen.
Ich seufze. „Es geht ihr viel besser. Danke, dass ihr alle da seid.“
„Hey“, sagt Bette, „das ist doch selbst verständlich. Du musst dich deswegen nicht bedanken, wir machen das gern.“
Ich sehe zu Boden. „Ähm … es gibt da noch ein Problem.“
Ich blicke wieder in die Runde. Die anderen sehen mich erwartungsvoll an.
„Ich habe doch diese zwei Hochzeiten geplant, die morgen stattfinden. Ich muss da als Organisatorin unbedingt aufkreuzen.“
Ich will mich weiter rechtfertigen, doch Alice unterbricht mich.
„Das ist doch kein Problem, ehrlich. Wir kümmern uns um Shane. Mach dir deswegen keine Gedanken.“
„Ich meine, ihr geht es ja schon viel besser, aber ich möchte sie trotzdem nicht allein lassen.“
„Wir verstehen das. Shane würde für uns dasselbe tun.“
„Tina hat Recht. Ich hab morgen frei, ich könnte also früh kommen und mit Shane hier bleiben.“
„Danke, Bette.“
Ich bin so dankbar, dass ich hier so schnell Anschluss gefunden habe. Bette, Alice und Tina. Sie sind wirklich nett. Und Shane. Vielleicht ist sie diejenige, die mir helfen kann, über Laura hinwegzukommen.
Aber ich mache mir solche Sorgen um sie. Die Drogen werden sie kaputt machen. Sie muss damit aufhören. Und zwar schnell.
Ich habe die Hoffnung, dass Bette morgen mit ihr redet. Ich glaube, dass sie mehr über Shane weiß, als sie zugibt.
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Die anderen sind gegangen. Ich gehe bettfertig ins Schlafzimmer. Shane schläft friedlich und ich bin darauf bedacht, sie nicht wieder zu wecken.
Ich lege mich neben sie und lege einen Arm um ihren schmalen Körper. Sie dreht sich und tut dasselbe bei mir. Meine Stirn berührt ihre und ich fühle, dass ihre Temperatur deutlich niedriger ist als noch vor ein paar Stunden. Ich bin ehrlich froh, dass es nicht schlimmer geworden ist und sie nicht ins Krankenhaus musste.
~*~
Schläfrig öffne ich die Augen. Ann ist nicht da, ihr Kissen ist kalt. Ich drehe mich um und blicke auf die Uhr. Halb elf. Schon so spät? Habe ich so lange geschlafen? Ich habe gar nicht bemerkt, wie Ann aufgestanden ist.
Ich rolle mich aus dem Bett und stehe auf. Ich spüre, dass es mir viel besser geht als gestern. Aufrecht stehen und laufen ist kein Problem mehr.
Ich seufze. Hatte es wirklich alles nur mit dem Traum zu tun? Ging es mir nur so schlecht wegen diesem verdammten Traum? Das Schlimmste für mich ist, dass Ann die Sache mit den Drogen bemerkt hat.
Ich gehe hinüber zu einem der Stühle neben dem kleinen Tisch. Darüber liegen einige meiner Klamotten. Hat Ann diese besorgt? Nein. Sie weiß gar nicht, wo ich wohne.
Ich ziehe mich um und gehe hinunter ins Wohnzimmer. Auf der Couch sitzt Bette an ihrem Laptop. Anscheinend arbeitet sie. Und anscheinend war sie es, die mir Kleidung gebracht hat.
Einen Moment lang ärgere ich mich. Traut mir denn niemand zu, dass ich alleine klar komme?
Doch dann realisiere ich, dass es niemand böse mit mir meint, sondern alle nur besorgt um mich sind. Ich lächle bei dem Gedanken, dass sich jemand Sorgen um mich macht.
„Guten Morgen, Bette.“
Bette blickt vom Bildschirm auf. „Hey Shane. Wie geht`s dir? Setz dich.“
Ich setze mich neben Bette auf das Sofa.
„Danke, ich fühle mich wieder richtig gut.“
„Das freut mich, wirklich. Ich habe mir Sorgen um dich gemacht.“
Ich lächle. Und ehe ich mich versehe, umarme ich sie und grabe mein Gesicht in ihre Schulter.
„Danke, dass du hier bist.“
Sie hält mich fest. Bette. Der Ersatz für die Mutter, die ich nie hatte. Meine beste Freundin. Sie ist diejenige, die einzige, die ich an meiner Vergangenheit habe teilhaben lassen.
Sie löst die Umarmung und sieht mich an.
„Willst du mir nicht sagen, was gestern mit dir los war?“
Ich blicke zu Boden. Nein, ich kann es ihr nicht sagen. Noch nicht.
Lange sitzen wir so da. Es herrscht vollkommene Stille, die nur durch unseren Atem durchbrochen wird.
„Hast du Hunger?“
Ich seufze. Bin irgendwie glücklich, dass sie ein anderes Thema anschneidet und mich nicht dazu drängt, etwas zu sagen.
Ich nicke.
„Planet?“
„Ja, gern. Ich mach mich fertig.“
~*~
Die erste Hochzeit ist vorbei. In der Kirche ist alles glatt gegangen. Jetzt bin ich auf dem Weg zu der Location, in der die Feier stattfindet. Dort werde ich die Zügel meiner Kollegin in die Hand geben und mich dann der Trauung der Millers widmen.
Ich frage mich, wie es Shane geht. Sie hat heute Morgen so friedlich geschlafen. Ich wollte sie nicht wecken.
Ich nehme mein Handy aus der Tasche und wähle die Nummer von zu Hause.
„Bette Porter.“
„Hi Bette, hier ist Anna.“
„Hey, Ann.“
„Wie geht es Shane?“
„Keine Sorge, ihr geht es gut, ehrlich. Wir gehen gleich ins Planet, um etwas zu essen.“
„Gut. Ich bin froh zu hören, dass es ihr besser geht.“
„Ja, mach dir keine Gedanken. Wann bist du zurück?“
„Na ja, die zweite Hochzeit wird wohl etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen, weil nach der kirchlichen Trauung eine riesige Open Air-Party in East Hollywood steigt. Ich hoffe, dass ich so gegen 7 wieder zu Hause bin.“
„Okay, kein Problem. Ich werde auf sie aufpassen.“
Ich frage mich einen kurzen Moment, ob ich sie darauf ansprechen soll, ob sie schon mit Shane geredet hat, lasse es dann aber. Ich will sie nicht drängen.
Wir verabschieden uns und ich steige in mein Auto.
~*~
„So, können wir gehen?“
Ich stehe vor Bette, die ihr Telefon in der Hand hält. Ich wette, sie hat gerade mit Anna gesprochen.
„Ja, dann los.“
Bette nimmt den Zweitschlüssel vom Küchentisch, den Ann ihr anscheinend da gelassen hat und wir gehen hinaus zu ihrem Auto.
Der Weg zum Planet ist nicht allzu weit. Bette parkt direkt davor und wir gehen hinein.
Es ist fast Mittag, doch die Tische sind erstaunlich leer. Wir entscheiden uns für einen ruhigen Platz auf der Terrasse. Nach einer Weile kommt Marina, die glücklicherweise nichts von meinem kleinen Zusammenbruch gestern zu wissen scheint, und nimmt unsere Bestellung auf.
Nachdem sie uns unser spätes Frühstück gebracht hat und wieder weg geht, schaut mich Bette eindringlich an.
„Shane….“
Ich habe gewusst, dass das kommt.
„Shane, Anna hat erzählt, dass du gestern … wohl Drogen genommen hast.“
Ich sehe zu Boden und sage nichts. Ich habe gewusst, dass sie das Thema anschneidet, wieso habe ich mir keine Worte zurecht gelegt?
„Ehrlich gesagt, Bette, möchte ich nicht darüber sprechen.“
Vor allem nicht hier.
„Shane, das hier ist ernst, Es geht um Drogen, und um deine Gesundheit.“
„Das geht dich nichts an.“
„Doch, ich denke, das tut es.“
Sie schreit nahezu.
„Bitte, Bette, nicht so laut.“ Alle starren uns an.
„Es ist mir egal, ob mir jemand zuhört oder ob ich mich lächerlich mache, aber weißt du, was mir nicht egal ist?“
Ich sehe sie an. In ihren Augen glitzern Tränen.
„Du. Du bist mir alles andere als egal. Und ich werde nicht mit ansehen, wie du dich ruinierst.“
Jetzt reicht es. Ich stehe auf, ohne zu bezahlen, und renne hinaus. Ich spüre die vielen neugierigen Blicke im Nacken und ich höre Bette, wie sie nach mir ruft. Ich renne immer weiter. In den Park, in dem ich vor ein paar Tagen mit Anna war. Zu der Bank, auf der wir uns geküsst haben.
Ich setze mich und ziehe die Knie hoch. Stütze meinen Kopf ab.
Verdammt. Ich habe meine Zigaretten-Packung im Planet liegen lassen. Fuck.
„Shane.“
Nein. Bette ist mir gefolgt. Ich will mich nicht mit ihr auseinandersetzen. Ich fühle mich wie ein kleines Mädchen, das von ihrer Mutter geschimpft wurde und abgehauen ist.
Sie setzt sich zu mir. Ich habe meinen Kopf noch immer zwischen den Knien. Weine leise.
„Verdammt, Shane. Was ist denn los mit dir? Ich will dir doch nur helfen.“
„Du verstehst das nicht.“ Ich bemühe mich, meine Stimme möglichst normal klingen zu lassen.
„Vielleicht hast du Recht. Aber vielleicht kannst du mir helfen, dich zu verstehen.“
Ich schweige. Bin nicht in der Lage, irgendetwas zu sagen.
„Shane, sieh mich an.“
Nein, nicht jetzt. Ich grabe mein Gesicht noch tiefer in meine Knie. Bette rutscht näher zu mir heran und schließt ihre Arme um mich. Das Gefühl der Geborgenheit überkommt mich. Ich spüre, wie ich mich entspanne und die Kontrolle über mich verliere. Wie ich in ihren Armen zusammen breche und hilflos anfange zu schluchzen.
Warum? Warum weine ich vor Bette?
„Shane, es ist alles gut. Beruhige dich, ich bin ja da.“
Ich liege in ihren Armen. Auf dieser Bank. Und weiß nicht, was ich tun soll.
Immer noch weine ich erbärmlich. Und es ist mir peinlich. Normalerweise bin ich nicht der Typ, der sich vor anderen so verletzlich zeigt.
Doch Bette ist hier. Und sie hält mich fest. Das ist genau das, was ich jetzt brauche. Sie gibt mir das Gefühl von Wärme. Es tut mir gut.
„Shane, Anna hat erwähnt, dass du … während du geträumt hast, immer wieder … einen Namen genannt hast.“
Ich erstarre. Hoffentlich ist das gerade nicht wahr. Bitte nicht.
„Shane, willst du mir nicht erzählen, wer Marcus ist?“
Nein. Nein. Nein. Will ich nicht. Ich kann ihr nicht böse sein, dass sie mich darauf angesprochen hat, sie hat es ja nur gut gemeint. Doch so sehr ich ihr auch vertraue, ich kann ihr nichts von der Vergewaltigung erzählen. Die bloße Erinnerung daran macht mich schon wahnsinnig.
Ich schüttle den Kopf. Mein Gesicht nass von den Tränen.
Sie nickt. „Okay.“
Erleichterung überkommt mich.
„Aber Shane, ich will, dass du weißt: ich bin immer für dich da. Ich kenne dich jetzt lange genug, um zu wissen, dass du deine Gefühle anderen nicht zeigst, aber … aber solltest du dennoch irgendwann einmal jemanden zum Reden brauchen, dann … bin ich da und werde dir zuhören.“
„Danke.“
Das ist das einzige, das ich hervorbringe. Und es klingt, als hätte ich seit langem nicht mehr gesprochen.
Dann rutsche ich nah an sie heran und lege meinen Kopf an ihre Schulter. Sie legt ihren Arm um mich herum. Ich schließe meine Augen und werde ruhig. So verbleiben wir den ganzen Nachmittag.
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