Angaben zur Story
Autor: -Kate-
E-Mail: angel-kate2@web.de
Altersfreigabe: NC-17
Teil: Kapitel 6
Spoiler: Season 2
Inhalt: Lest selbst ...
Genre: Drama
Hauptcharakter(e)/Paar(e): Shane / Anna
Disclaimer: I do not own the characters in this story, nor do I own any rights to the television show "The L Word". It all belongs to the writers and of course Showtime.
The Power of Love - Teil 7
Ich werde von den warmen Sonnenstrahlen geweckt, die auf mein Gesicht fallen. Ich liege noch immer neben Anna im Bett.
Ich sehe sie an, während sie schläft.
Wer bist du? Was hast du erlebt, was ist deine Geschichte?
Sie ist ein Mensch mit sieben Siegeln. Vielleicht noch mehr.
Sie sieht so süß aus, wenn sie schläft, so friedlich. Ich streiche ihr durch die Haare. So weich.
Ich drehe mich um und blicke auf die Uhr, die auf dem Nachttisch steht. Halb 7. In 2 Stunden muss ich im Salon sein.
Anna bewegt sich neben mir. Sie gähnt und streckt sich, die Augen noch geschlossen.
Ich beuge mich über sie und küsse sie auf die Schulter. Ich merke, wie sie kurz zusammenzuckt, es letztendlich aber doch zulässt.
Guten Morgen, murmle ich zwischen Dutzenden von Küsschen.
Morgen. Ann gähnt erneut und küsst mich nun ebenfalls.
Ich lasse mich zurück in die Kissen fallen und sehe sie an. Sie lächelt.
~*~
Wir lächeln uns an.
Kann ich deine Dusche benutzen?
Wow. Ich liebe Shanes Stimme. So tief und rau.
Klar. Wann musst du zur Arbeit?
So um halb 9.
Gut, dann geh ich erst duschen. Ich muss um 8 im Büro sein. Und während du duschst, mach ich uns ein leckeres Frühstück.
Einverstanden. Shane beugt sich zu mir und küsst mich zärtlich auf den Mund.
Ich lache. Schluss jetzt! Und damit stehe ich auf und gehe ins Badezimmer.
~*~
Ich bin total verwirrt. Was macht diese Frau nur mit mir?
Die Nacht war einfach so wunderschön. Es war nicht einfach nur Sex. Nein. Es war Leidenschaft. Das Feuer zwischen uns war deutlich zu spüren. War es vielleicht Liebe?
Meine Verwirrung wandelt sich zu Angst. Was, wenn sie wieder einen Rückzieher macht?
Ich muss an Cherie denken. Ich habe sie geliebt. Das glaube ich zumindest. Und was tat sie? Sie hat mich benutzt, um ihrem kargen Alltag zu entfliehen.
Was, wenn Ann das Gleiche macht?
~*~
Fuck. Was habe ich nur getan? Ich verfluche mich selbst dafür.
Ich muss zugeben, dass diese Nacht wunderbar war. Shane war so einfühlsam und zärtlich. Ich habe mich ehrlich wohl gefühlt.
Und doch war es nicht richtig.
Ich steige unter die Dusche und fühle, wie das Wasser meinen Körper bedeckt. Es tut mir gut.
Ich denke an Laura. Und ich fühle mich, als hätte ich sie verraten. Ich habe mir einst geschworen, nur Laura zu lieben. Aber ich weiß, dass letzte Nacht Gefühle im Spiel waren. Ich kann es nicht verleugnen.
Vielleicht sollte ich es versuchen. Mit Shane. Vielleicht sollte ich versuchen, endlich über Laura hinweg zu kommen und mit Shane ein neues Leben aufzubauen.
Nicht, dass ich Laura vergessen möchte. Nein, das könnte ich niemals. Es wäre nicht möglich. Aber ich muss aufhören, jede Frau mit Laura zu vergleichen. Ich muss aufhören, mir die Schuld an ihrem Tod zu geben. Und ich muss aufhören, mir einzureden, ich könnte nie wieder eine Frau lieben.
Doch kann ich das?
-----
Ich komme zurück ins Schlafzimmer. Eingewickelt in ein Handtuch. Die Haare nach oben gesteckt.
Es scheint, als ob Shane wieder eingeschlafen ist. Ich sehe sie an. So süß. So wunderschön.
Ich schleiche mich ans Bett. Beuge mich über sie. Küsse sie auf ihre Schulter.
Aufwachen, du Schlafmütze. Die Dusche ist frei.
Verschlafen öffnet sie die Augen und lächelt.
~*~
Meine Ängste sind wie verflogen. Wie konnte ich nur denken, sie würde mich nach dieser Nacht wieder verlassen?
Ich gähne und strecke mich. Rolle mich schläfrig aus dem Bett.
Anna sammelt ihre Klamotten zusammen, die verstreut auf dem Boden liegen. Ich hebe meine ebenfalls auf, gebe ihr noch einen Kuss auf die Stirn und gehe ins Badezimmer.
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Frisch geduscht mache ich mich auf den Weg in die Küche. Es duftet köstlich.
Anna steht am Herd und bereitet Eier zu. Ich blicke zum Tisch. Wahnsinn. Wie hat sie das so schnell hinbekommen? Ich war kaum 20 Minuten weg. Bagels, Kaffee, Brötchen, Croissants. Eben alles, was das Herz zum Frühstück begehrt.
Oh, hi. Ich habe dich gar nicht kommen hören.
Ich starre immer noch zum Tisch. Wie hast du das in so kurzer Zeit gemacht?
Sie lacht. In der Straße ist gleich um die Ecke eine Bäckerei. Dort hab ich die ganzen Sachen geholt. Na gut, Kaffee und Eier hab ich selbst gemacht.
Wow.
Komm schon, setz dich.
Ich setze mich an den Tisch. Sie küsst mich leidenschaftlich und schaufelt lecker aussehende Eier auf meinen Teller.
Stopp! So viel kann ich gar nicht essen.
Solltest du aber. Du musst mal richtig durchgefüttert werden.
Nein, bitte nicht. Jetzt fängt sie auch schon damit an. Wie Alice.
Shane, du musst was essen. Du bist so dünn, so kann das nicht weitergehen
Als wäre ich ein kleines Kind. Als könnte ich nicht selbst auf mich aufpassen.
Ich antworte ihr nicht und fange an zu essen. Es schmeckt wirklich gut.
~*~
Hast du noch Hunger oder bist du fertig?
Danke, ich bin satt. Das war lecker.
Ich nehme ihren Teller und stelle ihn auf die Arbeitsplatte. Es freut mich wirklich, dass es ihr geschmeckt hat. Ich hoffe, dass ich noch oft für sie kochen kann. Scheinbar hat sich der Kochkurs, den ich in der 6. und 7. Klasse mitgemacht habe, tatsächlich gelohnt.
Ich muss gleich los. Es war kurz nach halb 8 und bis ins Büro brauche ich mit dem Auto mindestens 15 Minuten. 20, wenn der Verkehr zähfließend ist.
Ich gehe zu Shane und setze mich auf ihren Schoß.
Musst du heute wirklich arbeiten? Sie streicht mir die Haare aus dem Gesicht und sieht mich mit ihrem Dackelblick an.
Ich lache. Ja, leider. Ich habe am Wochenende zwei Hochzeiten, denen ich noch den letzten Schliff verpassen muss.
Hm.
Du musst doch auch arbeiten.
Ja, aber ich würde den Tag lieber mit dir verbringen.
Geht mir genauso. Ich beuge mich zu ihr hinunter und küsse sie.
Dann sieht sie mich an und lächelt.
Wir gehen heute Abend ins Milk. Möchtest du nicht mitkommen?
Ich überlege kurz. Eigentlich müsste ich arbeiten.
Ich schmunzle. Also, wenn du mich jetzt gehen und arbeiten lässt, dann werde ich vielleicht bis dahin fertig.
Okay, ich freue mich.
Wir räumen den Tisch zusammen ab und gehen aus dem Haus, zu den Autos.
Ach, Shane? Ich habe da noch eine Bitte.
Sie sieht mich erwartungsvoll an.
Ähm
könntest du vielleicht deinen Freundinnen noch nichts verraten, von uns?
Klar. Hätte ich ohnehin nicht getan. Also, bis später.
Nach einem Abschiedskuss steigen wir ein und fahren los.
~*~
Mittagspause. Eine Stunde.
Ich bin in meine Wohnung gefahren. Sie liegt nicht weit vom Salon entfernt. Meine Mitbewohnerinnen sind nicht da, und ehrlich gesagt, will ich gar nicht wissen, wo sie sind.
Meine Nase blutet wieder. Gut, dass ich allein bin. Alice oder die anderen würden durchdrehen und mir zum tausendsten Mal raten, zum Arzt zu gehen.
Ich brauche keinen Arzt. Ich weiß, woher es kommt.
Ich lehne mich zurück und starre an die Decke. Denke an Anna und muss lächeln. Sie ist so hübsch. So nett. Ich fühle mich wirklich wohl bei ihr. Vielleicht haben wir tatsächlich eine Chance.
Ich weiß, woher es kommt. Die vielen Drogen. Das Heroin, das ich mir in der letzten Zeit eingeflößt habe, macht mich kaputt.
Und doch kann ich nicht damit aufhören, ich brauche es.
Die Alpträume, die mich quälen, lassen mich nicht schlafen. Die Droge hilft mir, die Träume zu unterdrücken. Oder zumindest dabei, danach wieder einzuschlafen.
Es geht nicht anders.
Ich denke wieder an Anna. Ihr Lächeln. Bei ihr habe ich mich wohl gefühlt. Geschlafen. Ohne Drogen. Ohne Alpträume.
Es hat aufgehört.
~*~
Ich liebe meine Arbeit. Aber es gibt Tage, an denen ich alles hinwerfen möchte. Wenn nichts klappt. Wenn jeder irgendetwas von mir verlangt. Wenn mir einfach alles über den Kopf wächst.
Heute ist so ein Tag.
Ich sitze an meinem Schreibtisch. Den Kopf in die Handflächen gestützt. Kopfschmerzen.
Ich wünschte, Shane wäre hier. Wie gern würde ich wieder in ihren Armen liegen.
Ich höre jemanden kommen. Wahrscheinlich Andy.
Anna, der Juwelier hat gerade angerufen. Die Trauringe der Sandners sind fertig, du kannst sie abholen. Und Adalyn fragt, ob du dir die Tracklist für die Miller-Hochzeit noch mal ansehen könntest.
Ich seufze. Blicke nicht auf. Ja, gut. Mach ich gleich.
Anna?
Ich hebe meinen Kopf. Andy steht immer noch da. Mit einer Tasse in der Hand.
Kaffee?
Andy, du bist meine Rettung. Vielen Dank. Ich stehe vom Schreibtisch auf und gehe zur Tür. Ich nehme ihm die Tasse aus der Hand und trinke eilig.
Andy lächelt und geht. Der Kaffee tut gut.
~*~
Shane.
Ich sehe Alice winken. Sie und die anderen sitzen an einem Tisch am anderen Ende des Raumes. Es war noch ziemlich früh, deswegen war die Musik noch nicht so laut und man konnte sich fast normal unterhalten.
Ich gehe zu ihnen rüber. Hey.
Nach der üblichen großen Begrüßung mit Umarmungen und Küsschen setze ich mich zu ihnen.
Kommt Anna auch? Alice. Ich hätte es wissen müssen.
Ja, vielleicht. Ich versuche, so unschuldig wie möglich rüber zu kommen.
Was läuft da zwischen euch?
Ich schenke ihr einen viel sagenden Blick und stehe auf, um mir etwas zu trinken zu holen. Ich bin nicht zum Lügen geboren.
Während ich weg war, haben die anderen Alice anscheinend den Kopf gewaschen, denn sie hält sich jetzt auffällig zurück.
Hi.
Ich drehe mich um. Anna. Ich lächle.
~*~
Wir lächeln uns an. Und ich spüre deutlich das Feuer, das zwischen uns entfacht. Ich sehe ihr tief in die Augen und bin nicht fähig, meinen Blick von ihr zu wenden. Ihre wunderschönen großen grünen Augen.
Das Feuer in mir lodert und ich fühle die Blicke der anderen. Ich weiß, dass sie es wissen. Sie wissen es, auch ohne Worte.
Anna, setz dich doch.
Ich schrecke aus meinen Gedanken. Was?
Wir beißen dich nicht. Du kannst dich also ruhig setzen.
Ach so, ja.
Ich blicke in die Runde. Alle lächeln. Eigentlich ist es mehr ein Grinsen. Ein Grinsen, das mir verrät, dass sie alle Bescheid wissen.
Ich setze mich neben Shane und die Bombe der Leidenschaft droht zu explodieren.
Wie geht`s dir, Anna?, fragt Alice und ich habe das ungute Gefühl, dass es nicht bei dieser einen Frage bleiben wird.
Ähm, gut. Danke. Ich bemühe mich, ganz normal zu wirken. Und weiß zugleich, dass es mir nicht gelingt.
Was macht die Arbeit?
Fürs Wochenende sind zwei Hochzeiten angesetzt. Das Meiste ist getan, aber morgen muss ich noch all die Details vorbereiten.
Wir gehen in Small Talk über.
~*~
Ich bin gleich wieder da. Ann steht auf und geht auf die Toiletten zu.
Ich beiße mich auf die Unterlippe. Halte es nicht mehr aus.
Ähm, ich muss auch mal. Ich mache mich auf den Weg, meine Sehnsucht zu stillen und spüre ihre Blicke in meinem Nacken. Höre ihr Gekicher, das sich anhört wie das von kleinen Mädchen.
Es ist mir egal. Sie wissen ohnehin Bescheid.
Ich öffne die Tür. Anna ist nirgends zu sehen. Ich gehe ein Stück weiter. Nur eine Kabine ist geschlossen. Nicht verriegelt.
Ich gehe hinein. Sie steht direkt vor mir. Ihre schönen Augen. Ihr hungriger Blick.
Das Feuer zwischen uns nimmt ungeahnte Dimensionen an. Die Hitze wird unerträglich.
Als sich unsere Lippen berühren, fühlen wir beide uns befreit. Befreit von Sehnsucht.
~*~
Sie schließt die Tür und wir fallen übereinander her.
Wir treiben es heftig und trotz der Musik, die auch hier drin sehr laut zu hören ist, habe ich Angst, dass uns jemand hört.
Aber eigentlich ist es mir egal. Im Moment ist mir nur wichtig. Mit Shane zusammen zu sein. Sie zu spüren. Mit ihr zu ficken.
Mein Stöhnen wird lauter und ich verliere den Halt, als ich zu meinem Höhepunkt bekomme. Doch Shane hält mich fest. Sie gibt mir meinen Halt zurück. Bei ihr fühle ich mich so sicher. Ich will, dass sie mich nie wieder los lässt.
Wir küssen uns leidenschaftlich. Dann nimmt sie meinen Kopf in beide Hände. Bei dieser Geste muss ich wieder an Laura denken, Sie tat das Gleiche.
Sie zieht meinen Kopf zu sich heran und flüstert mir ins Ohr.
Wir sollten gehen.
Die anderen wissen es, oder?
Sie grinst. Ja, aber das meinte ich nicht.
Ich sehe sie verständnislos an.
Ich meinte, wir sollten gehen. Am besten zu dir, meine Mitbewohnerinnen könnten uns stören.
~*~
Sie blickt mir in die Augen. Sie fängt an zu grinsen und nickt.
Ich nehme Anna an die Hand und führe sie zurück an den Tisch. Die anderen scheinen die ganze Zeit erwartungsvoll zur Tür gestarrt haben. Jetzt kichern sie wieder.
Ich sehe zu Anna. Sie scheint etwas verlegen zu sein.
Ähm, Leute, würde es euch was ausmachen, wenn
Weiter komme ich nicht. Geht nur! Wir sehn uns.
Wir verabschieden uns und gehen in Richtung Ausgang davon. Hand in Hand.
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