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Angaben zur Story

Titel: The Power Of Love
Autor:
  -Kate-
E-Mail: angel-kate2@web.de
Altersfreigabe: G
Teil: Kapitel 1
Spoiler: nach Season 1
Inhalt: Anna und Shane treffen  aufeinander...
Genre: Romantik/Drama
Hauptcharakter(e)/Paar(e): Shane/Anna (frei erfundener Charakter)
Disclaimer: I do not own the characters in this story, nor do I own any rights to the television show "The L Word". It all belongs to the writers and of course Showtime.
Je nachdem, wie die Resonanz aussieht, werde ich weiterschreiben oder nicht. Bedenkt aber, dass dies mein erster Versuch ist, eine FF zu schreiben, also habt etwas Nachsicht.

The Power of Love - Teil 2

Ich stehe vor einem Café. The Planet.

Auf einem Plakat habe ich gelesen, dass hier jeden Dienstag eine Frauen-Party steigt, Radar.

Ich weiß nicht, ob es eine Art Lesben-Café ist. Eigentlich will ich mich nur einmal umsehen.

Und ein Kaffee schadet nicht. Ich bin durstig und obendrein liebe ich Kaffee.

Kann man von dem Zeug süchtig werden? Kann man es als Sucht bezeichnen, wenn man mindestens vier Mal am Tag wenigstens eine Tasse trinkt? Ich trinke morgens eine Tasse, bevor ich aus dem Haus gehe. Wenn ich im Büro ankomme, hat mir meine nette Arbeitskollegin, Libby, meistens eine weitere auf den Schreibtisch gestellt. Falls nicht, gehe ich selbst zum Automaten und hole mir eine. Dies wiederholt sich spätestens nachmittags, wenn nicht schon am Mittag. Und wenn ich dann nach Hause komme, genehmige ich mir noch eine Tasse.

Ohne Kaffee wäre ich nur ein halber Mensch. Und ich kenne viele, denen es genauso geht wie mir.

~*~

Montag. Mein freier Tag. Ich bin auf dem Weg zum Planet.

Vielleicht treffe ich dort Alice. Oder Dana. Wenn ich allerdings näher darüber nachdenke, ist das wohl eher unwahrscheinlich. Alice ist im Büro oder schreibt zu Hause und Dana trainiert wahrscheinlich.

Ich seufze. Hoffentlich kommen die beiden bald zusammen. Länger sehe ich mir dieses Desaster nicht mehr mit an. Da wissen sie beide, unabhängig voneinander, dass sie die andere lieben und sind dann zu blöd, zu kapieren, dass es der anderen genauso geht.

Ich lasse mir meinen letzten Gedanken noch einmal durch den Kopf gehen und bin froh, dass ich ihn zu niemandem laut ausgesprochen habe. Ich bin ja selbst schon überfordert, ihn zu verstehen. Aber das ist eben so. Im Kopf geht alles viel schneller und einfacher. Wie schnell fasst man einen Gedanken und arbeitet ihn im Kopf aus.

Genug davon. Wo war ich? Ja, Planet.

Nun ja, wenn niemand da ist, den ich kenne, wird sich schon irgendjemand finden, mit dem ich ein wenig plaudern kann.

Normalerweise würde ich mit jemandem flirten wollen, aber in Anbetracht dessen, was mir vor kurzem passiert ist, will ich erst einmal nichts mehr davon wissen.

~*~

Ich betrete das Café. Ein paar neugierige Augen huschen zu mir rüber. Ich nehme an, dass es die Augen derer sind, die hier Stammgäste sind und die mich hier noch nie gesehen haben. Ich frage mich, ob es auffällt, dass ich nicht von hier bin.

Ich lächle und manche lächeln zurück, bevor sie mit ihren Freundinnen die Köpfe zusammenstecken.

Ich sehe mich um und entdecke einen einzigen freien Tisch am Fenster. Es sieht so aus, als of dieses Café immer gut gefüllt ist.

Ich setze mich auf den Stuhl und schaue mich weiter um. Die meisten Gäste sind tatsächlich Frauen, junge Frauen. Nur hier und da sehe ich einen Mann an einem Tisch sitzen. Ein reiner Männer-Tisch ist nirgends zu sehen.

Ich nehme meine Zigaretten aus der Tasche und zünde mir eine an. Ob ich nach Kaffee süchtig bin, weiß ich nicht. Aber eins ist sicher, ich bin es nach Zigaretten.

Ich werfe einen Blick auf die Karte, obwohl ich weiß, was ich nehmen werde. Kaffee. Doch dann sehe ich, dass es hier Irish Coffee gibt. Ich liebe Irish Coffee und ich entscheide mich dafür.

Die Kellnerin kommt an meinen Tisch und fragt mich, was ich bestellen will.

„Einen Irish Coffee, bitte.“ Ich lächle.

Sie lächelt zurück. „Kommt sofort.“

Sie hat einen italienischen Akzent. Ich frage mich, ob sie meinen deutschen Akzent bemerkt hat.

~*~

Als ich ins Planet gehe, suchen meine Augen nach einem bekannten Gesicht. Shit. Niemand. Keine Al, keine Dane, einfach niemand. Obwohl ich mich vorhin schon damit auseinander gesetzt habe, dass eigentlich gar keiner da sein kann, habe ich trotzdem gehofft, dass sich vielleicht doch irgendwer hierher verirrt hat.

Fuck. So ziemlich alle Tische besetzt und von den wenigen, an denen noch Platz ist, halte ich mich lieber fern.

Meine Mitbewohnerinnen, die leicht wahnsinnig sind. Und natürlich all die Frauen, die ich nach einer Nacht Ficken einfach fallen gelassen habe. Sie tun mir irgendwie leid, aber ich bin eben so. Fuck`n`run.

Verdammt. Langsam muss ich mich entscheiden, wohin ich mich setze. Einige Leute sehen schon skeptisch zu mir rüber. Ich hasse es, wenn ich Aufmerksamkeit bekomme, zumindest am Tag.

Ich sehe eine Frau an einem Zweiertisch sitzen, die ich noch nie hier gesehen habe. Sie ist hübsch. Braune, schulterlange Haare, schlank. Vermutlich etwas jünger als ich.

Ich beschließe, zu ihr rüber zu gehen. Ich habe nicht die Absicht, mit ihr zu flirten, sage ich mir selbst.

~*~

Ich nehme erneut die Karte in die Hand und schlage die Seite mit den Cocktails auf. Ich sehe mir die Liste durch.

Ganz unten stehen unter „Specials“ die Drinks „Gaydar“, „Women`s Dream“ und „Gay Passion“.

„Hi.“

Ich hebe den Kopf. Eine junge Frau, kaum älter als ich, steht an meinem Tisch und lächelt mich an.

„Hallo.“ Ich lächle ebenfalls und bin fasziniert von dieser Frau. Ich sehe ihr an, dass sie eine Lesbe ist. Haarschnitt, Kleidung, jungenhaftes Aussehen. Eine Butch. Zumindest für L.A.-Verhältnisse. Hat sie bemerkt, dass ich lesbisch bin?

„Darf ich mich zu dir setzen?“ Sie hat eine tiefe, raue Stimme. Heiß. Diese Frau raubt mir den Atem.

„Ja, klar“, sage ich mit reichlich Verspätung und nehme meine Handtasche von dem Stuhl neben meinem.

„Danke.“ Sie setzt sich und zieht ihre Jacke aus. Ich frage mich, wieso sie in dieser Hitze eine Jacke trägt.

„Es ist nirgendwo mehr ein Platz frei und zu manchen Leuten möchte ich mich nicht setzen. Wie heißt du?“

Ich sehe ihr in die Augen. Grün. Ich würde gerne wissen, was ihre Lieblingsfarbe ist. Nur so. Sie hat große, liebevolle Augen, die mich antörnen.

„Oh, ich bin Anna.“ Ich spreche meinen Namen englisch aus.

„Freut mich. Shane.“ Wir reichen uns die Hand. Ich spüre das Knistern, wie ein leichter Stromschlag, der mich durchfährt. Ich frage mich, ob sie es auch fühlt.

Shane. Ich lächle in mich hinein. Ein Männername, doch er passt zu ihr. Warum haben ihre Eltern ihr diesen Namen gegeben?

~*~

Wow. Aus der Nähe ist sie noch viel hübscher. Anna.

Trotz ihrer dunklen Haare hat sie eine helle Haut. Und blaue Augen. Ich habe noch nie jemanden mit solchen Augen gesehen. So hell und klar, mit seltsam vielen Mustern.

Untersteh dich, Shane, ermahne ich mich selbst. Ich muss mich zusammenreißen, um nicht zu flirten.

Stattdessen greife ich in meine Hosentasche und nehme eine Schachtel Zigaretten heraus. Ich glaube, Anna hat einen Moment überlegt, ob sie mir Feuer geben sollte, aber ich war schneller. Reine Vorsichtsmaßnahme, um mich selbst unter Kontrolle zu halten.

Ich höre einen leichten Akzent in ihren Worten. Vielleicht täusche ich mich auch. Sicherheitshalber frage ich nach.

„Woher kommst du?“

~*~

Sie reißt mich aus den Gedanken. Hat sie wirklich bemerkt, dass ich nicht von hier bin? Obwohl ich bis jetzt nicht mehr als fünf Worte herausgebracht habe?

„Deutschland. Bayern, genau genommen.“

Ich konnte meinen Blick nicht von ihr wenden. Ging es ihr genauso? Unser Augenkontakt wird jäh unterbrochen, als die Kellnerin wieder an den Tisch tritt.

„Der Irish Coffee für dich.“ Ich bedankte mich.

„Hi, Shane.“

„Hey, Marina. Darf ich vorstellen? Das ist Anna, sie kommt aus Deutschland. Anna, das ist Marina. Sie ist die Inhaberin des Planet. Sie ist in Italien geboren.“

Wir lächeln, reichen uns die Hand und tauschen uns kurz über die Tatsache aus, dass wir beide aus Europa stammen. Ich hatte also Recht mit dem italienischen Akzent. Shane bestellte einen Cappuccino.

„Entschuldigt mich. Heute ist viel zu tun. Deinen Cappuccino bringe ich sofort. Und Anna – der Kaffee geht aufs Haus.“

Ich bin verwirrt und bedanke mich. Wieso muss gerade ich nichts bezahlen? Vermutlich wegen Shane.

Marina dreht sich um und geht wieder in Richtung Tresen. Ich nehme einen großen Schluck von meinem Irish.

Ich wende mich wieder Shane zu. Sie sieht mich an. Ich liebe ihre Augen, ihre grünen Augen.

„Ist das hier eine Art … Lesben-Café?“

Sie fängt an zu lachen. Ich frage mich, wieso. Dann schaut sie mich an.

„Hier treffen sich viele Lesben. Aber auch Heteros sind sehr willkommen. Doch du hast Recht, die meisten Gäste sind Lesben.“ Sie hält kurz inne. „Bist du eine?“

Ich zögere. Ihre Direktheit verunsichert mich. Irgendetwas sagte mir, dass sie weiß, dass ich auf Frauen stehe.

„Ja.“ Es zu leugnen, wäre dumm. „Und du?“ Ich muss schmunzeln, denn ich spiele ihr Spiel weiter. Ich weiß, dass sie es ist.

Shane fängt wieder an zu lachen. „Sag nicht, dass du das nicht bemerkt hast.“

Das ist nicht die Antwort, die ich erwartet habe, doch ich gehe nicht weiter darauf ein.

~*~

Ich muss wohl zugeben, dass mich diese Frau wahnsinnig macht.

Anna. Mit ihren schönen, unschuldigen Augen.

Seltsam. Irgendwie denke ich, wir kennen uns schon lange. Da ist etwas Vertrautes zwischen uns. Ob sie es auch spürt? Vielleicht ist sie die Frau, auf die ich warte? Nein. Ich verwerfe den Gedanken wieder.

Marina kommt erneut an den Tisch und stellt meine Tasse ab. Ich bedanke mich und Marina geht zurück.

„Ist Marina auch lesbisch?“

„Ja.“

Ich beobachte, wie sie einen Schluck von ihrer Tasse nimmt und dann auf ihre Armbanduhr sieht.

„Shit. Meine Mittagspause ist gleich zu Ende. Ich muss zurück ins Büro.“ Ihr Blick lässt mich vermuten, dass ich wohl für einen Moment enttäuscht ausgesehen habe.

Shit. Sie will gehen. Nein, nein, nein. Ich will nicht, dass sie geht. Was mach ich nur?

~*~

Ich reiche ihr die Hand. „Hat mich gefreut, dich kennen zu lernen.“

Sie nimmt meine Hand. Ich spüre wieder dieses Knistern, und es fühlt sich unheimlich gut an. „Mich hat es auch gefreut.“

Wir lächeln uns an. Dann drehe ich um und gehe in Richtung Tür. Bitte, Shane, bitte, sag etwas. Bitte halt mich auf. Ich möchte so sehr, dass sie noch etwas sagt. Ich gebe die Hoffnung fast auf.

„Anna!“

Ich bin mindestens 20 Meter von dem Tisch entfernt und sie musste ziemlich laut sprechen, damit ich sie hörte.

Nach einem Seufzen der Erleichterung drehe ich mich um und gehe zurück zu ihr. Ich lasse mir meine Freude nicht anmerken. Oder doch?

„Was ist?“, frage ich unschuldig.

Sie zögert. Ich frage mich, was in den paar Sekunden, in denen ich weggegangen bin, in ihr vorgegangen ist.

„Morgen steigt hier eine Party, eine Party für Frauen. Radar. Ich würde mich freuen, wenn du kommst.“

Ich denke darüber nach. Wieso eigentlich nicht? Morgen ist Dienstag. Und am Mittwoch ist mein freier Tag.

Ich lasse sie kurz zappeln.

„Gut. Ich werde sehen, was sich machen lässt.“ Sie scheint mit dieser Antwort zufrieden zu sein. Sie weiß, dass ich kommen werde.

Wir verabschieden uns und ich gehe zurück zum Büro. Ich verspäte mich.

Gedankenversunken und mit einer weiteren Zigarette in der Hand laufe ich der Straße entlang. Ich kann mich kaum darauf konzentrieren, den vielen Leuten, die mir entgegenkommen, auszuweichen.

Shane. Wieder muss ich schmunzeln.

Ihre Augen. Grün. Ich habe in ihnen Schmerz gesehen. Großen Schmerz. Vielleicht täusche ich mich. Hat sie in meinen, blauen, Augen auch Schmerz gesehen? Schmerz, der nie vergehen wird? Ich weiß es nicht.

~*~

Fuck. Ich habe es getan. Ich habe das getan, was ich mir zuvor verboten hatte, zu tun. Verdammt.

Ich meine nicht das Flirten. Eigentlich habe ich gar nicht mit Anna geflirtet. Aber ich habe sie eingeladen, was allerdings mindestens genauso schlimm ist.

„Shane.“ Ich schrecke hoch. Nur Marina.

Sie setzt sich zu mir und ich frage mich, was sie von mir will.

„Du magst sie, oder?“ Was soll die Fragerei? Eigentlich ist das Alices Part.

„Nein“, sage ich schlicht und hoffe inständig, dass sie mir das abkauft.

„Ach, komm schon. Ich kenne dich lange genug. Die Art, wie du sie angesehen hast, war anders als sonst.“ Ich seufze. Wäre ja auch zu schön gewesen.

„Shane, du hast es verdient, auch mal glücklich zu sein. Lass dich doch einfach fallen.“

Jetzt reicht`s. Ich krame einen 5$-Schein aus meiner Hosentasche und lege ihn, nicht unbedingt sanft, auf den Tisch.

„Nein, Marina. Das letzte Mal, als ich das getan habe, wäre ich fast daran zerbrochen. Es war das erste und einzige Mal, dass ich mich fallen gelassen habe.“

Ich nehme meine Jacke vom Stuhl und verschwinde. Lasse eine verdutzte Marina und eine halbvolle Tasse Cappuccino zurück.

Ich hasse solche Unterhaltungen. Habe sie immer gehasst.