Cherie. Ich frage mich heute noch, warum ich mich damals auf sie eingelassen habe. Warum ich mir das angetan habe.
Ich war begeistert von ihr. Ich habe sie als meine Klientin kennen gelernt, ich habe ihre Haare frisiert, bei ihr zu Hause. Dann ist sie in ihrer Kabine regelrecht über mich hergefallen, und ich konnte ihr nicht widerstehen.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich sie geliebt habe. Jetzt, fast acht Jahre später, würde ich sagen: nein. Es war mehr eine Schwärmerei. Sie hat mir das Gefühl von Kraft gegeben. Sie war eine Frau mit so viel Erfahrung.
Als Cheries Mann alles über unsere kleine Affäre herausgefunden hat, hat dieser mir gedroht, mich umzubringen, sollte ich noch einmal in die Nähe seiner Frau oder Tochter Clea kommen. Clea sollte ich einst auf die Sprünge helfen, damit sie sich ihrer Sexualität klar wird.
Ich habe seine Drohung damals ernst genommen, doch Cherie hat die Sache auf ihre Weise erledigt.
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Eines Tages kam Cherie in meine Wohnung. Meine Mitbewohnerinnen waren nicht da. Sie kam ohne Vorwarnung und mit einer Flasche Champagner in der Hand. Ich stand in der Tür und starrte sie an.
„Willst du mich denn nicht hereinbitten?“
„Cherie… .“
Sie ergriff selbst die Initiative und betrat die Wohnung.
„Cherie, was machst du hier?“
„Ich wollte dich besuchen.“ Sie setzte sich auf die Couch und sah sich um. Ihr Blick sagte mir, dass sie so wohl niemals wohnen könnte. Ich machte ihr deswegen keinen Vorwurf. Sie war eben Besseres gewohnt.
„Cherie, du darfst nicht hier sein. Was ist, wenn Steve-“.
„Ach, Steve“, lachte sie zynisch, „um den brauchst du dir keine Gedanken mehr zu machen.“
Ein ungutes Gefühl überkam mich.
„Warum?“, fragte ich vorsichtig.
„Ich habe jemanden engagiert, der sich um ihn gekümmert hat.“
Ich schluckte.
„Wie meinst du das, gekümmert?“
„Shane, wir sind frei. Nun können wir zusammen sein, ohne dass uns irgendjemand in die Quere kommt. Darauf müssen wir trinken“
Ich sah sie an.
„Freust du dich denn nicht?“, fragte sie, als sie die Flasche mit einem lauten Knall öffnete. Anscheinend hatte sie schon Alkohol intus.
„Was hast du mit Steve gemacht, Cherie?“
„Ich habe ihn umbringen lassen.“
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Ich weiß noch, wie ich damals vor ihr stand und sie dies sagte, als wäre es unwichtig und nicht außergewöhnlich. Ich stand da und starrte sie an. Ich fragte mich, warum sie das getan hatte und ich konnte keine richtige Erklärung dafür finden. Hat sie ihn so gehasst? Hat er sie vernachlässigt? Oder… hat sie mich etwa so geliebt?