Angaben zur Story
Autor: -Kate-
E-Mail: angel-kate2@web.de
Altersfreigabe: PG
Teil: 1/1
Spoiler: Season 1-3
Inhalt: Nach der geplatzten Hochzeit...
Genre: Drama
Hauptcharakter(e)/Paar(e): Shane/Carmen
Disclaimer: I do not own the characters in this story, nor do I own any rights to the television show "The L Word". It all belongs to the writers and of course Showtime.
Rules
Acht Wochen sind vergangen seit dem Tag. Seit dem Tag, der alles zerstört hat. Der Tag, an dem ich alles zerstört habe.
Und immer noch fühle ich die Wunde pochen. Die Wunde, die ich mir selbst zugefügt habe. Und nicht nur mir. Nein, auch dem einen Menschen, den ich über alles geliebt habe. Den ich immer noch verzweifelt liebe.
Noch immer stelle ich mir die eine Frage. Die Frage, die mich schon mein ganzes Leben begleitet.
Warum?
Warum kann ich nicht ein Mal etwas richtig machen? Nur ein einziges Mal? Warum verletze ich immer wieder Menschen? Warum kann ich niemanden glücklich machen?
Als ich 9 Jahre alt war, hat mich meine Mutter weggegeben. Sie war drogensüchtig. Ich bin in Pflegefamilien aufgewachsen.
Warum hat sie mich weggegeben? War ich ihr nicht gut genug?
Meinen Vater kannte ich gar nicht. Bis vor acht Wochen.
Immer wieder habe ich die Menschen enttäuscht. Ich habe Hunderte Frauen gefickt und sie danach verlassen. Verlassen mit einem gebrochenen Herzen.
Regel Nummer 1: Führe keine Beziehungen!
Lange habe ich diese Regel befolgt. Bis sie in mein Leben trat. Sie, die alles veränderte.
Auf dem Santa Monica Boulevard war ich anschaffen. Mit meinem Kumpel Clive. Es war schrecklich, und doch habe ich es getan.
Als ich meine Lehre zur Haarstylistin begann, war ich zum ersten Mal glücklich. Nach dem Abschluss hatte ich das Gefühl, etwas geschafft zu haben. Alleine.
Regel Nummer 2: Lass dir von niemandem helfen!
Auch diese Regel habe ich lange Zeit beachtet. Bis sie kam. Sie, die mein Leben von Grund auf veränderte. Sie, die mich veränderte.
Ich lernte meine Freunde kennen. Meine Freunde, die mir viel bedeuten. Bette und Tina, Alice und Dana, Kit, später Jenny. Ich liebe sie alle. Und doch habe ich das Gefühl, dass ich nicht in der Lage bin, ihnen etwas zu geben.
Doch andererseits haben mir meine Freunde viel gegeben. Vielleicht war es ihnen gar nicht so bewusst. Sie haben mich akzeptiert, wie ich bin. Haben keine Fragen gestellt.
Regel Nummer 3: Erzähle niemandem von deinem Leben!
Eine der wichtigsten meiner Regeln. Ich habe früh gelernt, dass es großen Ärger bringen kann, Details seiner Lebensgeschichte offenzulegen.
I never had a hamster
but I had a dog, and her name was Remy. I have a brother, but I never met him because we
never grew up together. My Mom put me in foster care when I was 9, but
but I still love her very much.
Ich habe meine Regel gebrochen, als sie kam. Ich habe sie an meinem Leben teilhaben lassen. An meiner Vergangenheit.
Ich lernte Cherie kennen. Eine schwerreiche Hausfrau aus Hollywood. Sie wollte Abwechslung, ich gab sie ihr.
Ich habe mich in sie verliebt. Ehrlich verliebt. Das erste Mal, dass Regel Nummer 1 ins Wanken geriet. Doch sie hielt Stand, denn Cherie verließ mich. Ließ mich fallen, wie ich schon so viele fallen gelassen hatte.
Regel Nummer 4: Zeige keine Gefühle!
Nach der Sache mit Cherie habe ich diese besonders oft angewendet. Ich war down, aber ich habe mit niemandem darüber geredet.
Ich habe meine wahren Gefühle immer verborgen. Bis die Frau kam, die mir gezeigt hat, wie man lebt. Wie man fühlt.
Sie hat mir so vieles gezeigt. So vieles, das ich vorher nicht kannte. Nie kennen gelernt habe. Sie hat mir gelernt, wie man liebt. Mir gezeigt, wie es ist, geliebt zu werden.
Wir waren glücklich. Ich war glücklich. Bis zu dem Tag, an dem Dana starb. Ich konnte es nicht glauben, es war zu viel für mich. Dana bedeutete mir so viel.
Den Tag, an dem wir ihre Asche verstreut haben, werde ich nie vergessen. Es war der Tag, an dem ich Regel Nummer 4 endgültig verworfen habe. Ich habe geweint, wie ich nie zuvor geweint habe.
Und doch kehrte ich zu meinem Glück zurück. Mit ihr. Wegen ihr.
Ich machte ihr einen Heiratsantrag. Ihr, die ich mehr als alles andere geliebt habe. Die ich immer noch liebe. Ich meinte es ernst.
Alle freuten sich. Wir freuten uns. Es war, als ob für mich ein Traum wahr würde. Ein Traum, den ich nie hatte.
Dann tauchte er auf. Gabriel. Mein Vater. Er war hier mit seiner Frau Carla.
Mein Vater. Der Vater, den ich nie kennen gelernt habe. Der Vater, der mir so fremd war. Der Vater, der nie für mich da war.
Und trotzdem empfing ich ihn mit offenen Armen.
Das war mein Fehler. Nicht mein erster.
Es war am Tag meiner Hochzeit. Ich sah ihn mit einer jungen Frau an der Bar. Da war der Moment, in dem ich erkannte, wie ich wirklich bin. Die Wahrheit war in diesem Moment, dass ich von diesem Menschen abstamme, der in der Öffentlichkeit mit einer anderen Frau flirtet. Seine Frau betrügt. Die Wahrheit war, dass es mein Vater war. Dass ich ihm ähnlich bin. Dass ich dieselben Angewohnheiten habe. Dass ich mich nie ändern würde.
Ich verließ sie am Altar. Und fügte ihr damit diese Wunde zu. Die klaffende Wunde, die niemals heilen wird.
Dies ist jetzt acht Wochen her.
Ich fühle die Leere in mir. Die Leere in meiner Brust. Mein Herz ist nicht mehr vorhanden. Es ist, als ob ich es mir aus der Brust gerissen und bei ihr gelassen hätte. Als Entschädigung vielleicht. Für das, das nie mehr gutzumachen ist.
Acht Wochen sind vergangen, seitdem ich das letzte Mal in dieser Stadt war. Die Stadt, in der all meine Freunde leben. Doch sind es noch meine Freunde. Können sie mir verzeihen?
Ich steige aus meinem Jeep und gehe langsam die Stufen hinauf. An die Tür, der Eingang zu meinem zu Hause. Ich ziehe den Schlüssel aus der Tasche und betrachte ihn. Plötzlich finde ich es nicht mehr richtig, selbst aufzusperren. Vielleicht ist es gar nicht mehr mein Haus. Doch als ich klingeln will, wird die Tür geöffnet und Jenny steht vor mir.
Sie starrt mich an. Ich starre sie an. Warte darauf, dass sie mich anschreit. Mich meine Fehler spüren lässt.
Stattdessen kommt sie langsam auf mich zu und umarmt mich.
Jenny. Meine Stimme ist mir fremd. So lange habe ich sie nicht mehr gehört. So lange habe ich sie nicht mehr gebraucht.
Shane. Sie schluchzt. Ich spüre die Tränen auf meiner Schulter. Ich bin so froh, dass es dir gut geht.
Die Erkenntnis, dass Jenny mir keine Vorwürfe macht, sondern sich um mich sorgt, macht mich glücklich. Lange war ich nicht mehr so glücklich wie in diesem Moment.
Ich sehe sie an und kann die Tränen nicht länger zurück halten.
Sie hält mich fest und gibt mir damit genau das, was ich brauche.
Shane.
Ich löse die Umarmung. Tränen bedecken mein ganzes Gesicht und ich drehe mich um. Bette und Tina kommen auf mich zu und umarmen mich ebenfalls. Bette und Tina. Die zwei Menschen, die für mich immer die Eltern darstellten, die ich nie hatte.
Wir reden. Lange. Sie versichern mir, dass sie mich lieben. Dass sie mich immer lieben werden.
Dann fahre ich zu Alice`s Apartment. Sie ist genauso überrascht wie die anderen. Doch auch sie empfängt mich mit offenen Armen. Keinerlei Vorwürfe. Viele Tränen. Ich entschuldige mich bei ihr, dass ich nach Danas Tod nicht für sie da war.
Shane, bitte. Du musst dich für nichts entschuldigen.
Irgendwann entschließen wir uns, ins Planet zu gehen.
Das Planet. So viele Erinnerungen hängen daran. Gute und schlechte.
Ich treffe Kit wieder. Sie umarmt mich fester als alle anderen.
Ich bin so froh, dass du wieder da bist. Wir haben dich alle vermisst.
Wir trinken Espresso. Und plötzlich sehe ich sie. Sie, deren Leben ich zerstört habe. Die einzige Frau, die ich je wirklich geliebt habe. Und die ich immer noch liebe.
Sie sieht mich ebenfalls.
Ich gehe zu ihr. Sie blickt mich an. Ich habe Tränen in den Augen. Sie nicht.
Carmen.
Hallo Shane. Sie sagt es nicht mit Freude in ihrer Stimme. Doch genauso wenig erkenne ich Ärger oder Hass.
Dann bricht alles aus mir heraus.
Carmen
hör mir zu. Es tut mir alles so leid. Ich weiß, was ich dir angetan habe, ist unverzeihlich und ich bitte dich auch nicht, mir zu verzeihen. Aber vielleicht gibst du mir irgendwann die Chance, die Ursachen zu erklären.
Sie lächelt schwach und nickt. Ja, Shane. Die Zeit dazu wird kommen.
Sie dreht sich weg und geht. Ich schaue ihr nach. Und ich bin glücklich. Glücklich wie schon lange nicht mehr.
Ich blicke mich im Café um und realisiere, dass viele unserer Konversation gelauscht haben. Es ist mir egal.
Alle sehen mich an. Mich, die neue Shane. Die Shane, die sich so sehr verändert hat. Die Shane, die all ihre Regeln über Bord geworfen hat wegen einer Frau und endlich angefangen hat, zu leben.
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