HomeForumGästebuch

Angaben zur Story

Autor: bitch
E-Mail: bitch1971@web.de
Altersfreigabe: NC-17
Teil:
Spoiler: Season 2
Inhalt: Lest selbst!
Genre: Drama
Hauptcharakter: Bette
Disclaimer: I do not own the characters in this story, nor do I own any rights to the television show "The L Word". It all belongs to the writers and of course Showtime.

Leave me if you can!

Es war ein furchtbarer Tag. Ich habe heute so ganz nebenbei unter die Nase gerieben bekommen, dass Tina wieder schwanger ist. Und ausgerechnet von dieser Helena Peabody musste ich es erfahren. Erst streicht sie dem CAC die Zuwendungen und dann treffe ich sie auch noch bei Tina in der sozialen Einrichtung. Mein Auftauchen bei Tina ist voll gegen die Wand gelaufen. Erst durch Jenny habe ich die Nachricht einigermaßen verdaut. Aber ich verstehe das alles nicht mehr. Jenny hat es dann doch irgendwie geschafft, mich ins Planet zu Dana und Tonyas Party zu schleppen.

Wir stehen alle an der Bar und diskutieren über Tinas Schwangerschaft, als sie ausgerechnet mit Helena Peabody auf der Party erscheint. Blankes Entsetzen steht mir ins Gesicht geschrieben. Diesen Abend kann ich nur mit viel Alkohol ertragen.

Nachdem Alice ihre ergreifende Rede gehalten hat, stehe ich mit ihr an einem Pfeiler und wir starren wie hypnotisiert auf die Tanzfläche. Ich kann es kaum mehr ertragen, mit ansehen zu müssen, wie Helena Tina beim Tanzen im Arm hält. So viel Alkohol gibt es gar nicht, dass es für mich erträglich wird. Mitten in meine Gedanken hinein fragt Alice:

 

A:        Wollen wir jetzt nicht gehen und aufhören, uns zu quälen?

B:         Ich hab` noch was zu erledigen.

 

Mit einem Glas in der Hand betrete ich die Bühne. Mein Blick fällt auf die tanzenden Menschen, als ich das Glas zum Klingen bringe. Die Musik verstummt und alle sehen zu mir. Mit einem Kloß im Hals fange ich an zu sprechen:

 

B:         Dana, Tonya, ich erhebe mein Glas auf die Fürsorge. Auf die Freundlichkeit und das Vertrauen und auf die Beständigkeit und den Respekt. Auf alles was nötig ist, um eure Liebe aufrecht zu halten. Ich wünsche euch Glück, euch beiden. Und ich hoffe, dass ihr zwei euch niemals wehtun werdet.

 

Ich spüre, wie ich fast an meinen Tränen ersticke. Dennoch rede ich weiter:

 

B:         Und solltet ihr feststellen, dass es unvermeidbar ist, dann wünsche ich euch, dass ihr euch vergeben könnt.

 

Ich setze das Glas an und trinke es aus. Mit weichen Knien verlasse ich die Bühne. Mein Blick ist geradeaus gerichtet, als Tina mir einen Schritt entgegen tritt. Raus hier, raus hier, schreit mein Gehirn. Ich kann die Blicke in meinem Rücken förmlich spüren.

Erst als ich im Park gegenüber bin, bleibe ich stehen. Am liebsten würde ich so weit weg laufen, wie mich meine Füße tragen können. In meinem Kopf herrscht absolutes Chaos. Ich hab` dich verloren, Tina. Leise führe ich Selbstgespräche. Du warst die Liebe meines Lebens. Du hast mein Herz genommen und bist damit im siebten Himmel verschwunden. Plötzlich und unerwartet lässt du es dann einfach wieder zu Boden fallen. Der Aufprall tut so verdammt weh. Ich setze mich auf eine Bank und bemerke nicht, dass der Regen mich durchnässt. Wie sehr musst du mich hassen, Tina. Wie sehr hab` ich dich verletzt, dass du mir die Schwangerschaft über diese lange Zeit verheimlicht hast. Wir hätten alles verhindern können, wenn du ein Stück ehrlicher zu mir gewesen wärst. Nein, vielleicht wäre das mit Candace trotzdem passiert. Ich weiß es nicht. Warum weiß ich es nicht? Ich spüre die Verzweiflung tief in mir und kann es doch nicht ändern. Langsam laufe ich weiter. Ich überquere Straßen und höre aus der Ferne die Autos hupen. Doch nichts von dem interessiert mich mehr. Mein Herz stirbt, mit jedem Schritt den ich vorwärts gehe, ein Stückchen mehr. Das Leuchten, welches du damals in mein Herz gebracht hast, verdunkelt sich wie diese Nacht. Es wird nie wieder so lieben können.

Die Morgendämmerung tritt ein, als ich die Tür zu unserem, ach nein -jetzt nur noch, zu meinem- Haus öffne. Mit den Händen hinterm Rücken schiebe ich die Tür zu. Ich rutsche an der Tür herunter und vergrabe mein mit Tränen überströmtes Gesicht in meinen Händen. Bilder die ich nicht ertragen kann blitzen auf. Ich sehe dich, Tina. Dich und diese Helena. Ich sehe, wie ihre Hände über deinen Körper streicheln. Und du es genießt. Ich sehe, wie ihr euch leidenschaftlich küsst. Aufhören, aufhören schreie ich laut. Doch ihr hört nicht auf. Du hörst nicht auf. Dein lautes Lachen ist wie eine Ohrfeige für mich. Doch auch alles Reiben in den Augen lässt die Bilder nicht verschwinden. Ich sehe, wie du ihr deine zarten Küsse auf den Hals hauchst. Ihre Hände über deine Brüste streifen. Sie knöpft deine Bluse auf und lässt sie dir von den Schultern gleiten. Deine geschlossenen Augen sagen mehr als Worte. „Ich will das nicht, nimm die Finger von meiner Tina“, lauter und lauter schrei` ich die Worte in den leeren Raum. Mein Verstand sagt mir, steh` auf, doch ich kann mich nicht bewegen. Mein Körper ist steif vor Schmerz. Und immer noch sehe ich euch. Ich sehe, wie ihr euch nackt auf dem Bett umherwälzt. Euer Lachen klingt, als ob ihr mich auslacht. Ich kann es nicht ertragen, es ist so real. So real, mit ansehen zu müssen, wie Helena ihr Gesicht zwischen deinen Schenkeln vergräbt und du dich unter ihrer Zunge windest.

Mit dem Hinterkopf schlage ich immer wieder gegen die Tür und schreie: „Bitte hör auf, bitte.“ Erst nachdem ich auch noch deinen Höhenflug vor meinem geistigen Auge erleben musste, verblassen die Bilder eurer verschlungenen Körper. Erschöpft und voller Schmerz rapple ich mich vom Boden hoch. Kaum, dass ich meine Füße anheben kann, schleppe ich mich auf die Terrasse. Hier lasse ich mich auf einer der Sonnenliegen nieder. Während ich versuche, meinen Körper zu entkrampfen, schließe ich die Augen.

Als der erste Sonnenstrahl mich weckt, blinzle ich dem neuen Tag schmerzvoll entgegen. Mir ist nicht klar, wie ich den Rest meines Lebens ohne dich ertragen soll. Du bist mit unserem Kind schwanger und mich lässt du außen vor. Es ist alles so kompliziert. Der Gedanke du könntest jetzt unseren Traum mit dieser Helena leben, bringt mich fast um. Wie soll das jetzt nur weiter gehen. Ok, Tina. Vergiss mich, wenn du kannst. Doch ich verspreche dir, ich bin überall. Siehst du sie lachen, wird es mein Lachen sein, was du hörst. Wenn sie dich berührt, werden es meine Hände sein, die du spürst. Wenn du mit ihr schläfst, wirst du mein Gesicht dabei sehen. Du kannst niemals mit ihr glücklich sein. Ich fasse mir an die linke Hand und spüre unseren Ring, den ich immer noch trage. Schwermütig ziehe ich ihn vom Finger ab. Ich halte ihn hoch und er glänzt im Licht der Sonne so wie einst unsere Liebe. Minuten lang sehe ich ihn mir an, dann schließe ich ihn in meiner Faust ein und sage laut: „Leave me if you can.“