HomeForumGästebuch

Angaben zur Story

Autor: eve
E-Mail: eve_0815@web.de
Altersfreigabe: G
Teil: 6/?
Spoiler: (z.B Season 2)
Inhalt: Alice nach dem Unfall
Genre: Romantikkomödie
Hauptcharakter(e)/Paar(e): Alice (Tina, Shane)
Disclaimer: I do not own the characters in this story, nor do I own any rights to the television show "The L Word". It all belongs to the writers and of course Showtime.

@ Kate: Hi Kate! Ein Lob von der Meisterin selbst. Das freut mich riesig! Finde Deine Fanfic übrigens ziemlich gut, Hut ab! Freue mich auf das Ende (hoffentlich ein Happy-End für Shane) und bin einerseits traurig, dass es zu Ende geht…

@Lady Jules: Was für eine Ehre! Vielen Dank! Hier dann das nächste Kapitel, hoffe, es gefällt

Is it love - Teil 6

Bevor man sich im Krankenhaus eingehend um die Näharbeiten, oder was auch immer, kümmert, erkundigt sich eine schlanke, dunkelhaarige Krankenschwester mit Mandelaugen, ob sie jemand für mich anrufen soll. Sie lächelt mich an. Werde ich da gerade angeflirtet? Unfassbar. Vielleicht machen Narben wirklich sexy, denke ich und lächle, blutbeschmiert wie ich bin, zurück. Ich bitte sie – natürlich nicht ohne meiner Stimme einen erotischen Klang zu verpassen – Shane für mich anzurufen, damit sie mich abholen kann.
Kurz darauf erscheint ein Arzt mittleren Alters. Der schaut sich das Malheur an und sagt gelangweilt „Och, nur ein kleiner Kratzer. Es reicht, wenn wir ihnen ein paar kleine Klammerpflaster draufkleben.“
Sobald der Doc mit der Verschönerung in meinem Gesicht fertig ist, erscheint die süße Krankenschwester wieder. Erneut lächelt sie mich warmherzig an und verkündet „Ich wasche ihnen noch kurz das Blut aus dem Gesicht und dann können sie gehen.“
„Gehört das zum ´Service´ dazu?“ frage ich erstaunt
Sie lächelt schüchtern „Eigentlich nicht.“
Ich sitze voller Vorfreude auf der Liege und lasse meine Beine baumeln. Der erste Lichtblick an diesem Tag und in Sachen Trost kaum zu vergleichen mit der Omabrust.
Die Schwester kommt mit einer kleinen Schüssel, einem Schwamm und einem Tuch zu mir. Langsam setzt sie den nassen Schwamm auf meinem Gesicht auf. „Gut so?“ fragt sie leise und schaut mir direkt in die Augen.
„Ja“ antworte ich genau so leise. Mit meinen Händen stütze ich mich links und rechts auf der Liege ab. Sie steht zwischen meinen Beinen und kommt mir erstaunlich nahe. Es ist eine sehr verführerische Situation. Wieso passiert mir so etwas eigentlich immer in den unpassendsten Momenten? Ich denke an Dana und weiß nicht, wie ich reagieren soll. Da platzt Shane in das Behandlungszimmer, gefolgt von Tina.
„Al, alles klar? Was ist los?“
„Oh, hi Shane, hi Tina, alles nicht so tragisch. Warum seid ihr zu zweit?“
„Shane wollte mir gerade die Haare schneiden, als der Anruf kam. Du rettest mich also vor einem `coolen` Kurzhaarschnitt.“ erklärt Tina und fragt dann „Wie geht es Dir? Was ist passiert?“.
Während ich den beiden von meinem rasenden Rentner erzähle, endet die Schwester mit ihren Säuberungsarbeiten. Seit Shanes Erscheinen hat ihr Verhalten eine mir altbekannte Wendung erfahren. Wie schon so oft werde ich Zeuge des Shane-Phänomens. Wieder einmal bleibt mir nur, das weitere Geschehen zu bestarren. Meine Krankenschwester hat plötzlich nur noch Augen für unsere kleine Herzensbrecherin. Tina schaut mich lächelnd mit einer hochgezogenen Augenbraue an und widmet sich dann mir und meiner Wunde.

Kurze Zeit später sitze ich mit meinem neuen Kopfschmuck, einem gewaschenen Gesicht und einer rot gefärbten Bluse im Wartebereich. Tina sitzt neben mir. Weiß der Himmel, wo Shane gerade ist.
Ich muss noch auf die Cops warten, die den Unfall aufnehmen müssen. Das ganze verzögert sich zeitlich etwas, weil irgendwo ein Banküberfall war. Schon wieder etwas, was zu meinem Katastrophentag passt.

„Al, sag ehrlich, wie geht es dir?“ fragt Tina.
„Ich bin vollkommen durch den Wind. Ich könnte heulen.“ Ich lasse den Kopf hängen und starre auf meine Finger. „Ich bin in eine Frau verliebt, die verlobt ist und wie es aussieht auch heiraten wird und kann nicht einmal mit meiner besten Freundin darüber reden, weil es sich um die gleiche Person handelt.“ Ich schaue Tina an und fuchtele wild mit den Armen durch die Luft als ich sage „Wahrscheinlich habe ich jetzt auch noch unsere Freundschaft zerstört!“ Ich lasse Arme und Kopf wieder sinken. „Zu allem Überfluss laufe ich in den letzten Tagen von einer Katastrophe in die nächste. Es fehlt nur noch, dass meine Ma zu Besuch kommt, die mir mal wieder Vorhaltungen über mein einsames und verpfuschtes Leben macht.“ Ich kämpfe gegen die Tränen an und beiße mir auf die Unterlippe. Tina nimmt mich tröstend in den Arm. Ich erzähle ihr von gestern Abend. Von dem unglaublichen Kuss und dieser unbeschreiblichen Verbundenheit, die ich gespürt habe.
Tina zieht mir mit einer Hand vorsichtig ein Strähne aus dem Gesicht. „Dich hat es ja wirklich ganz schön erwischt.“ Ich schaue auf den Boden.
„Glaubst Du nicht auch, dass du über den Punkt, eine Freundschaft zu erhalten, längst hinaus bist? Es hat sich für dich sowieso schon alles geändert und das Vergangene bekommst Du nicht zurück. Also schau nach vorne und versuche dein Glück. Wenn Dana das anders sieht, ist es traurig, aber versuche es.“
„Aber was ist, wenn ich sie nun komplett verloren habe, ich meine, auch als Freundin?“ frage ich hilflos.
„Die Freundschaft, die ihr hattet, hat sich durch deine Gefühle sowieso schon verändert. Es ist gut, dass sie weiß, was du fühlst. Nur durch Aufrichtigkeit könnt ihr die Freundschaft erhalten und retten, wenn ihr das denn wollt. Aber davon abgesehen, ich kenne unsere Dana und ich habe bemerkt, wie sie dich in letzter Zeit angesehen hat. So gut, wie ihr beiden denkt, habt ihr das nicht verheimlicht.“ Sie legt ihren Kopf zur Seite und berührt mich mit ihrer rechten Hand an meinem Arm „Al, ich denke, insgeheim hat auch Tonya das bereits bemerkt, sie will es nur noch nicht wahrhaben.“
„Meinst Du?“ Hoffnung keimt in mir auf „Und was denkst du, fühlt Dana?“
„Ich glaube, für Dana waren es in letzter Zeit ganz schön viele Veränderungen. Erst ihr Bruch mit Lara, unter dem sie doch mehr gelitten hat, als sie zugeben will“ ich nicke vorsichtig „dann ihr Coming Out und der damit verbundene Hype um sie und nicht zuletzt die Probleme mir ihren Eltern. Ich denke, Tonya hat ihr in dieser Zeit gut getan, aber auch nicht mehr.“ Sie lässt meinen Arm los, nimmt meine Hand und lächelt mich an „Durch dich ist Dana vielleicht auf dem besten Wege, dass herauszufinden, aber das muss sie erst noch. Vermutlich ist sie zur Zeit einfach nur verwirrt.“
„Ich hoffe, du hast recht.“
„Wichtig ist, dass sie deine Gefühle kennt. Und dann hoffen wir das Beste. Ich drücke euch zumindest die Daumen.“
„Tina, du bist ein Schatz. Danke, das hat sehr gut getan.“ Sie nimmt mich in den Arm und drückt mich an sich. Ich fühle mich sehr wohl in ihrer Umarmung, wie bei einer großen Schwester. Nicht umsonst nennen wir uns eine Familie

Tatsächlich kehrt Shane irgendwann zurück. Sie hält für jeden von uns einen Kaffee in der Hand. „Ich dachte, den könnten wir jetzt gebrauchen.“
„Jetzt sag´ nicht, Du warst nur Kaffee holen?!“ bringe ich ihr erstaunt entgegen.
„Natürlich, was hast Du denn gedacht?“
„Shane, Du wirst doch wohl nicht solide werden, oder? Bist du etwa verliebt?“ fragt Tina
„Ach quatsch.“ Sie zieht ihre Sonnenbrille auf und lümmelt sich dann auf dem nächst besten Stuhl herum. Tina und ich sehen uns breit grinsend an.
„Was?!?!“ ertönt es von der Seite.
„Nichts!“ antworten wir wie aus einem Mund, immer noch unsere Zähne zeigend. Gemeinsam harren wir der Dinge, oder der Cops, die da kommen.