Angaben zur Story
Autor: eve
E-Mail: eve_0815@web.de
Altersfreigabe: PG
Teil: 1/?
Spoiler: Season 2, eigentlich aber Fiction
Inhalt: Der Tag nach dem Kuss
Genre: Romantik/Komödie
Hauptcharakter(e)/Paar(e): Alice
Disclaimer: I do not own the characters in this story, nor do I own any rights to the television show "The L Word". It all belongs to the writers and of course Showtime.
Danke an alle, die mir fleißig Kommentare schreiben!
Is it love - Teil 5
Nach einer schlaflosen Nacht sitze ich um halb acht vor meinem Frühstück und bringe keinen Bissen herunter. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Was war das gestern Abend? Diese Frau bringt mich noch um den Verstand. Ich weiß nicht, was ich denken soll. Die ganze Nacht habe ich mich mit den wankelmütigsten Gedanken umher geschlagen. Letztendlich habe ich beschlossen, dass es gestern eine letzte Chance war, die zerstört wurde. Auch wenn ich deutlich Danas Zuneigung zu mir erkannt habe, fühlt sie vermutlich nicht das gleiche wie ich, sonst wäre sie gestern wohl kaum gegangen. Ich sollte mich damit abfinden, dass Dana sich für Tonya entschieden hat. Wieder treten mir Tränen in die Augen. Ich trauere um etwas, dass es eigentlich noch gar nicht gegeben hat.
Aber warum sagt sie es mir nicht ins Gesicht? Warum muss ich mich mit meinen Gedanken und Gefühlen umher quälen und selbst zu diesem Entschluss kommen? Nein, so leicht möchte ich es ihr nicht machen. Vielleicht ist bei ihr doch mehr, als sie wahrhaben will und sie ist lediglich verwirrt. Trotzdem kann sie nicht einfach den leichtesten Weg wählen und allen Schwierigkeiten aus dem Weg gehen! Was ist, wenn sie wirklich mehr für mich empfindet, mehr als Freundschaft und sexuelle Anziehung?
Ich denke zurück an den Kuss, nein, das war definitiv mehr. Wir waren uns so nahe. So sehr kann ich mich doch nicht täuschen. Oh nein, Dana, ich werde es dir nicht leicht machen, dich gegen mich zu entscheiden. Hier kommt Alice, und sie wird mit ihren Reizen nicht geizen!
Was sagte sie noch in unserer ersten Aussprache? Sie steht darauf, wenn ich diese Shirts trage, die stellenweise eng anliegen und an anderen Stellen weit geschnitten sind? Okay, Baby, das kannst du haben! Ich öffne den Kleiderschrank und sage Danas Widerstand den Kampf an. Jawohl, jetzt kommt Alice!
Während mein halber Kleiderschrank auf dem Bett landet, überlege ich, wo ich sie am besten treffen kann. Bei ihr zu Hause ist es schlecht, da ist Tonya. Anrufen will ich sie auch nicht, ich will ihr direkt gegenüber stehen.
Heute ist Samstag. Da geht sie meistens gegen elf joggen und ich weiß genau wo. Okay, ich werde also dort aufschlagen, und dann? Einen Plan sollte ich mir schon zurecht legen. Schade nur, dass ich gerade überhaupt nicht fähig bin, einen klaren Gedanken zu fassen. Was soll´s, mir fällt schon noch was ein.
Um die restliche Zeit zu überbrücken, werde ich heute in der Redaktion eine Sonderschicht einlegen und mir danach von Shane die Haare schneiden lassen. Zumindest das ist schon mal ein Plan. Hastig packe ich alle meine Sachen und stürme aus der Wohnung, um mein eigenes Ablenkungsmanöver so schnell wie möglich zu beginnen.
Die erste Katastrophe widerfährt mir schon direkt oben im Hausflur. Mal wieder habe ich mein Handy weder stoss-, noch fallfest verstaut und so kommt es, wie es kommen muss. Ich stelle gerade noch fest, wie es von meinem Bücherstapel herunterrutscht und schaue ihm entsetzt nach, wie es fröhlich die Stufen hinunterhüpft, um mir am Ende der Treppe sein Innerstes zu präsentieren. Der Tag fängt ja prima an, denke ich. Unter Ausrufen, die nicht im Geringsten jugendfrei sind, folge ich meinem Handy - allerdings weder hüpfend, noch in irgendeinem Maße fröhlich.
Wie soll ich bloß ohne Handy auskommen! Die Welt geht unter! Es steht also die erste Planänderung ins Haus, und das schon nach den ersten zehn Minuten. Klasse, das kann auch nicht jeder!
Stocksauer über meine eigene Schusseligkeit, sitze ich in meinem Mini Cooper und rase los in Richtung Handy-Shop. Eigentlich kann es mir ja nur recht sein. Wenn das mal keine gute Ablenkung ist.
Während ich über den Boulevard sause und mindestens schon drei Autofahrer beleidigt habe – bei manchen Leuten frage ich mich echt, wo die ihren Führerschein bestellt haben – kommt es zum nächsten Zwischenfall, der meine Pläne für heute komplett durchkreuzen wird.
Ich stelle fest, dass es nicht die Frauen sind, die Probleme mit dem Einparken haben, nein, es sind die Rentner! Wenn man erst fünfzig Jahre Auto fährt, woher soll man denn dann wissen, wo Gas und wo Bremse, wo der Rückwärts- und wo der Vorwärtsgang liegt?!? Das kann nun wirklich niemand erwarten!
Von dem Opa, der vor mir mit einem Affentempo vom Straßenrand rückwärts aus einer Parklücke herausgeschossen kommt, kann man das sicher auch nicht erwarten. Ich habe gerade noch Zeit um lauthals und aus vollster Überzeugung „Oh, Shiiiiit!!!“ zu rufen, da knallt es auch schon. Mein Airbag fühlt sich bemüßigt, seiner Arbeit nach zu gehen und reckt sich mir mit einem schönen Knall in Schallgeschwindigkeit entgegen. Meine Brille, die ich zum Autofahren benötige, segnet über den Handel das Zeitliche und verpasst mir einen schönen Kratzer an der rechten Augenbraue.
Wer schon mal eine Schramme an solch einer Stelle hatte, der weiß, man blutet wie ein kleines Ferkel. Bei mir ist das auch nicht anders. Ich steige also, nachdem ich festgestellt habe, dass sonst alles in Ordnung ist, wild blutend und fassungslos über mein Pech aus dem Wagen. „Oh nein!“ Ich schlage die Hände über den Kopf zusammen, als ich mein Auto oder vielmehr das, was davon übrig ist, anschaue.
Langsam haben sich die Zuschauer am Rand gesammelt. Wie sich rausstellt, gibt es zu dem autofahrenden Opa auch eine Oma. Beide wuseln nun aufgeregt um mich herum. Neben den aufrichtigsten Entschuldigungen prasseln immer wiederkehrend so treffende Sätze wie „Oh nein, sie bluten ja!“ oder „Um Gottes willen, sie ist verletzt. Schnell einen Krankenwagen!“ auf mich herab. Irgendwie scheint es aber niemanden zu interessieren, dass ich gar keinen Krankenwagen will. Mehrmals habe ich versucht, dem aufgeregten Ehepaar zu erklären, dass es sich nur um eine kleine Fleischwunde handelt, mit der ich auch alleine zum Arzt gehen könne. Nein, das wollte im Umkreis von einer Meile wohl niemand hören.
Auch die herbeigeeilten und, wie ich feststelle, übereifrigen Helfer interessiert es nicht annähernd, dass ich auch ohne stabile Seitenlage klarkomme und zur Zeit den aufrechten Gang bevorzuge. Ehe ich mich versehe, liege ich seitlich auf dem Boden und eine kleine dicke Frau mit Brille verknotet mir die Beine. Schon ein bisschen länger her, dein Erste-Hilfe-Kurs, oder?
Die Oma eilt winkend mit ihrem guten Schaltuch heran und opfert es mit großen Gesten für meine Wunde. Irgendwer drückt es mir mit wesentlich mehr Kraftaufwand als notwendig gegen den Kopf. Falls man gleich bei mir eine Gehirnerschütterung diagnostiziert, weiß ich wenigstens, woran es liegt.
Ich gebe mich endgültig geschlagen und lasse alle erste Hilfemaßnahmen seelenruhig über mich ergehen, zumindest solange nicht das Hausmütterchen von nebenan mit ihrem Nähkasten vorbei kommt. Ich finde, für die Näharbeiten ist hier doch eher ein Arzt zuständig.
Mit lautem Trara kommt der Krankenwagen heran geflogen. Darüber, das es mir peinlich sein könnte, bin ich wahrscheinlich schon seit dem Zeitpunkt hinweg, als mich die Oma aus meiner verdrehten „stabilen Seitenlage“ befreit hat, meinen Kopf in ihre Arme nahm und mich dann an ihrer Brust hin- und herwiegte. Natürlich nicht ohne ihr Schaltuch dabei möglichst fest an meinen Kopf zu pressen. Ich hatte jede Gegenwehr aufgegeben.
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