4.10 Little Boy Blue
Wir hören den Refrain „Invest in my Love“ leise im Hintergrund. Catherine malt mit einem Lippenstift die Umrisse einer Pferderennbahn auf Helenas nackten Bauch. Sanft redet sie auf Helena ein, dies wäre der schnellste und sicherste Weg, das beim Poker gewonnene Geld zu vervielfachen. Sie würden nichts weiter tun, als in der Loge Champagner zu trinken während die Pferde den harten Job für sie erledigen. Helena sieht sie leicht zweifelnd an…
Der Titelsong beginnt…
Catherine sitzt, nur im Slip, auf Helenas nackten Körper, den Lippenstift noch in der Hand. Sie habe im Leben niemals einen besseren Tipp bekommen, versichert sie mit überzeugender Mine. Es wird alles nach Plan laufen… Wenn Helena schon glaubt, Poker sei aufregend, dann wird das Wetten auf Pferde ihr Vorstellungsvermögen sprengen! Helena findet die Idee inzwischen gar nicht so übel, sie lächelt amüsiert bei diesem Gedanken. „Du kannst das Geld, das du auf Mallorca gewonnen hast, verdoppeln!“, verspricht Catherine mit verführerischer Stimme, zur Unterstreichung ihrer Worte malt sie auf der Ziellinie auf Helenas Bauch ein riesiges Dollarzeichen. Helena stimmt zu. Sie vertraut Catherine und die Vorstellung, ihr Geld so mühelos zu mehren, gefällt ihr immer mehr. Catherine ist erleichtert, sie hat bereits eine Loge gebucht. Helena soll auch ein paar ihrer Freundinnen zu dieser Gelegenheit einladen, vielleicht kann Alice ja noch etwas finanzielle Hilfe für ihre Website bekommen… Aber Helena hat Alice längst eine Unterstützung über 50.000$ zugesichert. Catherine lächelt erstaunt. Vielleicht möchte sie auch ihre kleinen Wirbelwinde einladen, die sie so amüsiert haben? Helenas Gesichtsausdruck wird ernst. Sie bemerkt besorgt, ihre Tochter wünscht sich neuerdings einen Affen als Haustier…
Max und Grace sind zur Beerdigung seiner Mutter in seine Heimatstadt gefahren. Als sie auf sein Elternhaus zugehen, erzählt er ihr von seiner Kindheit. Wie sehr er seine kleine Schwester immer ärgerte, die ihn im Gegenzug aber auch oft zur Weißglut brachte. Jeder, der Geschwister hat, kennt diese Geschichten bestimmt aus eigener Erfahrung… Vor der Tür bekommt er leichtes Hosenflattern, unsicher sieht er Grace an und erwähnt, er hat seine Familie seit Jahren nicht mehr gesehen. Nach einem tiefen Seufzer klingelt er zaghaft an der Tür…
Jodie unterrichtet im Schulatelier ihre Studenten, die alle sehr mit ihren Objekten beschäftigt sind und ihre Hilfe zurzeit nicht benötigen. Bette nutzt diese Gelegenheit, um Jodie von ihren Vorbereitungen für die Dinnerparty zu berichten. Sie ist sehr aufgeregt, schließlich hat sie seit einer Ewigkeit keine Party mehr geschmissen. Sie engagierte einen kleinen Cateringservice, um sicher zu gehen, dass alles perfekt sein wird. „So viel Aufwand für einen kleinen geselligen Abend?“, wundert sich Jodie. Betreten gibt Bette zu, dass der Abend nicht so klein ausfallen wird, wie ursprünglich angenommen. Tatsächlich rechnet sie mit 11 Gästen. Jodie nimmt sie auf den Arm, bei der Anzahl würde es sich ja zu einem gewaltigen Event mausern! Belustigt gibt sie zu, niemals zuvor jemanden wie Bette getroffen zu haben. Bette gibt dieses Kompliment gerne zurück. Beide sehen sich verstohlen um, sie würden sich zu gerne küssen, aber inmitten der Studenten erscheint dies unmöglich. Bette hat bisher noch keine Antwort von Kit bekommen, das gibt ihr leicht zu denken. Sie ist sich nicht sicher, ob ihre Schwester immer noch annimmt, sie hätte Angus gedeckt… Plötzlich schießt Amy aus dem Nichts hervor, Jodie ist überrascht und begrüßt sie mit einem lockeren ‚hallo‘. Sofort beginnt Amy, Jodie per Gebärdensprache über ihr unfaires Verhalten zu beschimpfen. Bette steht mit entsetztem Blick daneben, sie beobachtet die rasant schnellen Gebärden der zwei, bekommt aber nichts mit. Die Studenten um sie herum starren verwirrt auf die Szene. Amy beschwert sich, Jodie hätte die ganze Nacht hindurch mit ihr den unglaublichsten Sex gehabt, nur um ihr am nächsten Morgen zu verraten, dass sie in eine andere verliebt ist! Sie deutet Bette an, zu verschwinden, das ginge sie absolut nichts an, aber Jodie möchte, dass Bette bleibt. Amy fühlt sich verschaukelt, da Jodie immer sagte, sie könnte sich nicht fest binden. Das war die Wahrheit, verteidigt sich Jodie. Bette sieht immer nur auf die Hände der zwei Frauen, die hektisch durch die Luft wirbeln. Jodie weiß nicht, was Amys Auftritt für einen Sinn haben soll? Amy wird gemein, sie fragt, ob Bette ihr in der Nacht süße Versprechen ins Ohr flüstert, damit sich Jodie als vollständiges Mitglied der Gesellschaft fühlt? Das reicht! Jodie rastet total aus und brüllt Amy an, sofort zu verschwinden! Die Studenten sehen sie ungläubig an. Schimpfend rennt Amy aus der Halle. Jodie atmet mehrmals tief durch, dreht sich dann zu Bette und möchte wissen, ob sie irgendetwas von dem Gespräch aufgefangen hat? Bette schüttelt verstört den Kopf, das ging ihr alles zu schnell. Jodie sieht sie erleichtert an, Bette grinst hilflos zurück…
Max und Grace wurden von seiner Schwester herein gelassen. Die drei sitzen im Wohnzimmer. Maggie entschuldigt sich für ihr Verhalten, im Grunde ist sie froh, Max zu sehen. Aber alle anderen werden ausflippen, prophezeit sie ruhig. Grace möchte wissen, warum? Max antwortet ihr, in seiner Familie ist das Wort ‚Toleranz‘ praktisch nicht vorhanden. Jeder, der anders ist, wird von seinem Vater geächtet und beschimpft. Maggie verteidigt ihren Vater, so schlecht ist er nun wirklich nicht! Max wirft ein, sein Vater ist ein Ignorant und hat Angst vor allen Dingen, die anders sind. Aber er kam nicht hier her, um seinen Vater zu sehen, sondern wegen seiner Mutter. Warum hat er ihr dann niemals etwas von seiner Situation berichtet? Maggie lässt es wie einen Vorwurf klingen. Weil er nicht glaubte, dass sie damit hätte umgehen können. Maggie sieht in direkt an, er geht ständig davon aus, alle würden ihn deswegen hassen, aber sie hasst ihn nicht! Die Haustür geht auf und der Vater betritt mit einer Verwandten das Zimmer. Gerade hat er die Beerdigung organisiert, konnte aber aus finanziellen Gründen nicht den Mahagoni-Sarg besorgen, den seine Frau gewollt hat. Max steht vom Sofa auf, er möchte gerne für die Kosten aufkommen. Sein Vater bemerkt ihn erst jetzt…
Paige und ihr Sohn Jared klingeln an Shanes Haustür. Shane ist sehr überrascht, die beiden wieder zu sehen. Paige erklärt, sie waren gerade auf ihrem Weg zur Schule als Jared erwähnte, er würde Shay so sehr vermissen. Und wenn er ihn schon so sehr vermisst, wie sich wohl Shane jetzt fühlt? So nahmen sie sich spontan den Tag frei, um bei Shane nach dem Rechten zu schauen. Shane ist gerührt, sie möchte sich aufrichtig für ihr Verhalten gegenüber Paige entschuldigen, sie hätte sie keinesfalls so anfahren dürfen. Schüchtern fragt der Junge, wie es Shane geht und ob sie Shay genauso vermisst? Shane nickt, es ist sehr hart für sie. Paige und Jared waren gerade im Begriff, frühstücken zu gehen. Sie möchten, dass Shane sie begleitet. Da es Jareds freier Tag ist, darf er auch bestimmen, wo es hingeht. „In die Eisdiele!“, wirft der Junge begeistert ein. Bei der Vorstellung, Eiscreme zu frühstücken, verzieht Shane gewaltig die Mine, kommt aber gerne mit…
„Ich bin erschienen, um ihr die letzte Ehre zu erweisen!“, verteidigt sich Max ruhig als sein Vater ihm vorwirft, komplett durchgedreht zu sein. Erst verschwindet Moira aus ihrem Leben und nun, da seine Frau tot ist, kommt sie in diesem Aufzug zurück! Die Verwandte steht mit verschränkten Armen vor Max und beschimpft ihn als ekelhaft! Maggie fordert beide auf, sich zu beruhigen. Der Vater starrt auf den Boden, traurig behauptet er, Max würde ihn und das Andenken seiner Mutter beschämen! Die Verwandte hält es für besser, wenn Moira wieder geht. Die Mutter hat auf ihrem Sterbebett bedauert, niemals einen Jungen bekommen zu haben, aber Max ist ja wohl mehr ein Freak! Sie ist so froh, dass der Mutter dieser Anblick nun erspart bleibt! Max schämt sich bei diesen Worten seiner Verwandten zutiefst, schnappt seine Jacke und geht wortlos aus dem Haus…
In der Eisdiele entschuldigt sich Shane erneut für ihr rüdes Verhalten. Paige sieht ihr geradewegs in die Augen, sie hat Shane sehr vermisst. Und sie hat…sie wirft einen Blick auf Jared…ihre gemeinsamen Geschichten vermisst. Wie zum Beispiel die eine Geschichte im Auto, die beste Geschichte, die sie jemals gehört hat! Grinsend nascht sie an ihrem Erdbeereis. Jared löffelt weiter zufrieden in seinem Eisbecher. Verlegen gibt Shane zu, einige neue Geschichten zu haben, die sie gerne mit Paige zusammen lesen will. Paige lächelt über beide Ohren, auch sie hat neue Geschichten, die sie gerne mit Shane teilen würde... Shane möchte, dass Paige sie zu Bettes Dinnerparty am Sonntag begleitet. Paige wird gerne mitkommen…
Jenny und Tina sind immer noch auf der Suche nach dem/der richtigen Regisseur/in. Sie treffen sich in einem Café mit einer jungen, engagierten, dunkelhaarigen, südländisch wirkenden Frau, die gerade erklärt, warum sie sich so sehr in Jessys Situation hineinversetzen kann. Wenn man jemanden trifft, der einen so sehr anzieht, wie Carina Jessy anzieht, vergisst man alles um sich herum. Jenny fühlt sich verstanden und stimmt mit ein. Tina strahlt die hübsche Regisseurin mit glänzenden Augen an, sie sah ihren letzten Film und war von der Darstellung einer bestimmten Szene unheimlich fasziniert. Jenny stutzt, sie kann nicht fassen, dass Tina tatsächlich mit der jungen Frau flirtet! Auch die Regisseurin scheint von Tina angetan zu sein, sie flirtet direkt zurück als sie Tina bestätigt, ziemlich heiß auszusehen. Tina errötet, schüchtern bedankt sie sich für das Kompliment. Jenny sieht von einer zur anderen und denkt sich ihren Teil. Die Regisseurin bemerkt Jennys misstrauischen Blick und lenkt sofort ein. Sie sei nicht gut darin, Leuten Honig ums Maul zu schmieren, damit sie sich besser fühlen, gibt sie zu. Sie ist für Ehrlichkeit und Direktheit, sie will Filme machen, die etwas aussagen. Sie würde sich sehr freuen, diesen Film realisieren zu dürfen. Tina hat sie bereits überzeugt und auch Jenny glaubt, mit einem Seitenblick zu Tina, es würde sehr interessant werden…
Bette unterhält sich mit Jodie in ihrem Büro erneut über die Partyvorbereitungen. Entsetzt stellt Jodie fest, dass Bette für poplige 11 Leute einen Sitzplan erstellt hat! Bette verteidigt sich, es ist immens wichtig um die Konversation an diesem Abend zu gewährleisten! Aber es handelt sich doch nur um eine minimale Party, wirft Jodie entrüstet zurück, nicht um ihren Debütantinnenball! Bette sieht ihr verliebt in die Augen, sie möchte doch nur alles perfekt für Jodie gestalten! Mit diesen Worten zieht sie ihre Freundin eng an sich heran und küsst sie leidenschaftlich. Plötzlich klopft es an der Tür. Bette ruft hinaus, sie sei gerade sehr beschäftigt und möchte nicht gestört werden…
Max und Grace packen ihre Koffer in ihrem kleinen Motel-Zimmer. Max bedauert, Grace in diese Situation gebracht zu haben. Aber Grace ist dankbar dafür, so etwas einmal live miterleben zu dürfen. Sie kannte solche Ignoranten bisher nur aus Erzählungen. Es klopft. Max‘ Vater steht wortlos vor der Tür, Max sieht ihn mit gemischten Gefühlen an. Der Vater betritt schweigend das Zimmer, wirft Grace einen flüchtigen Blick zu und überreicht Max eine Schmuckdose seiner Mutter. Sie wollte, dass Moira sie erbt, betont er schüchtern. Max findet in der Schatulle das Armband seiner Mutter, an dem sie immer kleine Anhänger als Erinnerungen an erlebte und erträumte Reiseziele befestigte. Der Vater bedauert, er konnte ihr die meisten Ziele finanziell nicht ermöglichen. Grace schaut den beiden ergriffen zu, bemerkt aber dann ihre Überflüssigkeit und verschwindet aus dem Raum. Der Vater räuspert sich. Mit hängendem Kopf erzählt er von den Streitigkeiten, die er immer wieder mit seiner Frau über Max/Moira hatte sodass sie irgendwann einfach aufhörten, über ihn/sie zu reden. Max betont, er möchte sich unbedingt von seiner Mutter verabschieden und zur Beerdigung erscheinen! Sein Vater sieht ihn nur kurz an, senkt seinen Blick sofort wieder und nickt. Max kann mit seiner Freundin morgen zur Totenwache kommen, wenn er unbedingt möchte…
Papi sitzt vor dem Tresen im Planet, Kit räumt dahinter die Gläser auf. Sie versucht Kit zu überreden, sie morgen zu dem Pferderennen zu begleiten, doch die scheint nicht sonderliche Lust darauf zu verspüren. Papi glänzt sie an, sie möchte nur mit ihr zusammen dort hingehen. Angus erscheint mit traurigem Blick am Tresen. Kit wirkt genervt bei seinem Anblick. „Was ist?“, fragt sie unhöflich. Er möchte sie nur über sein bevorstehendes Treffen mit einem Musikpromoter informieren, der das Geschäft mit der CD „Bareback“ so richtig ankurbeln will. Natürlich nur, wenn Kit es erlaubt. Er hat auch Verbindungen zu einigen Radiosendern aufgenommen, die diese Platte in ihrem Repertoire aufnehmen wollen. Kit betont, er müsse dies nicht tun, bedankt sich aber für seine Mühe. Angus glaubt an die CD, genauso wie er in Kit vertraut, gibt er reumütig zu. Papi beobachtet Kit sehr genau. Er möchte nicht, dass Kit in der Versenkung verschwindet, bemerkt Angus überzeugt. Kit faucht ihn ärgerlich an, die Versenkung tat sich durch ihn doch erst auf! Angus nickt, ohne ein weiteres Wort verlässt er die zwei Frauen. Papi denkt einen Augenblick nach. „Vielleicht ist es langsam Zeit, ihm seinen Fehler zu vergeben?“, stellt sie vorsichtig fest. „Zu vergessen, den Wecker zu stellen, ist ein Fehler!“, fährt Kit sie an. „Oder Zucker versehentlich in einen Salzstreuer zu füllen, das ist auch ein Fehler! Aber was er sich geleistet hat, war kein Fehler mehr!!“ Papi mustert sie aus den Augenwinkeln, sie fragt direkt, ob Kit ihn noch liebt? Kit zögert, sieht bedrückt in die Runde und wieder zurück zu Papi. Leise und schwermütig bringt sie ein unsicheres ‚nein‘ heraus, schaut Papi dabei aber scharf in die Augen…
Tina verabschiedet sich in Bettes Haus von Angelica. Jodie ist auch anwesend, Bette reicht ihr gerade einen Kaffeebecher. Tina lächelt sie liebenswürdig an, es war nett, sie wiederzusehen. Jodie erwidert die freundliche Geste und lächelt entwaffnend zurück. Als Tina sich nochmals dem Kind zuwendet, schlägt Jodie Bette vor, auch Tina zur Party einzuladen, immerhin kennt sie doch alle Gäste. Bette stutzt, sie versucht Jodie verzweifelt davon zu überzeugen, dass die Gästeanzahl dann zu groß werden würde. Jodie wirft dieses Argument in den Wind, darauf käme es nun wirklich nicht an! Tina sieht beiden amüsiert beim Gestikulieren zu. Bedrückt holt Bette die Gästeliste aus ihrer Tasche. Tina weiß jetzt sofort, worum es ging und grinst. Sie erinnert sich an Bettes berühmte Dinnerpartylisten, wirft sie erheitert ein. Jodie kann sich ein Lachen nicht verkneifen. Gequält lächelnd lädt Bette Tina und Henry nun doch zu ihrer morgigen Party ein. Tina bedankt sich nett, sie hat aber bereits Pläne. Bette atmet erleichtert auf. „Dann sehen wir Henry ein anderes Mal“, schlägt Bette gut gelaunt vor. Tinas Augen leuchten als sie verrät, dass ihre morgigen Pläne nicht mit Henry sind. Sie hat ein Date mit Kate Ardin, der Regisseurin von Jennys Film. Jodie kennt die Arbeit der Regisseurin, sie sah ihren letzten Film und fand ihn wunderbar. Tinas Gesicht strahlt vor Begeisterung. Bette muss schwer schlucken, räuspert sich, legt ihr künstliches Lächeln auf und fragt genauer nach, ob es sich um ein richtiges Date handelt? Ihre Augen werden ernst. Leider nicht, bedauert Tina, aber sie wünschte, es wäre eins. Sie gerät ins Schwärmen als sie von Kates großem Talent und ihrer Intelligenz spricht. Bette würde sie bestimmt mögen, vermutet Tina. Bette grinst kurz, kann aber die Gesichtszüge nicht lange halten. Tina hat eine Idee, sie kann Kate ja morgen mit zu der Dinnerparty bringen? Jetzt fallen Bettes Mundwinkel komplett nach unten, sie ist sprachlos. Jodie lächelt Bette einverstanden an, die sich sofort wieder fängt und ängstlich zusichert, Kate auf ihrer Liste zu vermerken…
Der Tag des großen Pferderennens ist da. Die Vorrennen laufen bereits, das Publikum an der Rennbahn jubelt vor Begeisterung. Helena, Catherine, Alice, Tasha, Papi, Kit und Jenny feuern gemeinsam die heißblütigen Rennpferde von ihrem Platz auf der Tribüne an. Jenny bemerkt, dass die Gruppe schon lange nicht mehr zusammen an einem solchen öffentlichen Platz gewesen ist (Anm.: Ist tatsächlich das Baseballspiel mit Dana gemeint?), Helena lächelt sie wissend an. Kit hat gerade ihre Rennwette gewonnen, sie wirbelt mit ihrem 2 Dollar Los siegessicher in der Luft umher. Alice möchte wissen, ob man für jedes Rennen einzeln wetten muss, was am Ende ziemlich teuer werden könnte? Helena dreht sich zu ihr, sie hat gerade einmal 2 Dollar ausgegeben, was hochgerechnet bei jedem Durchgang keine Unsumme ergibt! Alice mag es einfach, zu gewinnen, wirft sie zurück. Tasha bemerkt stolz, Alice ist bereits eine Gewinnerin! Kit bestätigt dies, Alice soll sich die heiße Frau neben ihr anschauen, die sie bereits gewonnen hat. Alice weiß um ihr Glück, lehnt sich zu Tasha und küsst sie auf die Wange. Sanft wehrt diese sie aber ab, sie darf sich nicht erlauben, an öffentlichen Plätzen von ihren Kameraden aus der Armee in einer kompromittierten Lage gesehen zu werden! Alice nickt verständnisvoll. Sie lenkt das Thema auf Bettes Party und fragt Kit, ob sie dort erscheinen wird? Kit bestätigt es, sie möchte Jodie kennen lernen und Bette sagen, dass sie ihr vergibt, Angus gedeckt zu haben. Die Mädels fragen sich, wie es wohl ist, mit einer tauben Person zusammen zu sein? Tasha möchte wissen, ob Bette die Gebärdensprache lernt? Kit ist überzeugt, ihre Schwester hat zurzeit nichts anderes im Sinn! Da wird auch schon das Hauptrennen ausgerufen. Catherine begibt sich mit einem ledernen Koffer zu den Wettschaltern…
In schwarzen Anzügen stehen Max und sein Vater in der Garage seines Elternhauses. Max will wissen, ob die Mutter gelitten hat? Sie hat nicht viel gespürt, versichert der Vater, sie ist schnell eingeschlafen. Er hat sie zu Hause gepflegt, das war das mindeste, was er für sie tun konnte, nachdem sie sich all die Jahre für ihn aufgeopfert und er es ihr nie gedankt hat. Maggie ruft vom Balkon aus ihrem Vater zu, dass der Besuch eingetroffen ist…
Am Wettschalter öffnet Catherine den Koffer und wettet 100.000$ auf das Pferd mit dem pinkfarbenen Wappen. „Auf Sieg!“, vervollständigt Helena die Wette und sieht Catherine vertrauensvoll an. An einem anderen Schalter wettet Kit 60$ auf das Pferd mit der Nummer 36. Jenny bemerkt verwundert, wie viel Geld Catherine gerade über den Schalter geschoben hat. Alice wiederholt Helenas Worte, das sei eine todsichere Sache. Papi weiß aber, es gibt keine todsicheren Sachen! Tasha strahlt Alice an, sie glaubt fest an todsichere Sachen… Alice grinst verliebt zurück. Plötzlich wird Tasha von einem jungen Mann hinterrücks angesprochen. Ertappt dreht sie sich zu ihm, sie erkennt einen ihrer Gefreiten. Er hätte nicht erwartet, sie beim Pferderennen zu treffen, gibt er wundernd zu. Alice wirft fröhlich ein, Tasha ist auch das erste Mal auf der Rennbahn und stellt sich dem jungen Mann vor. Tasha sieht ihm ernst in die Augen, sie ist bloß mit ein paar Freundinnen hier. Catherine unterbricht die prekäre Situation als sie in die Runde fragt, ob die Damen sie in die Loge begleiten möchten? Die Gruppe lehnt dankend ab. Catherine zieht Helena mit einem Handkuss zu den Logentreppen, der Gefreite beobachtet diese Geste irritiert. Tasha sieht ihn immer noch mit festem Blick an. Er muss jetzt zum Hotdog Stand, dort warten einige hübsche Frauen auf ihn. Mit zweifelndem Blick auf Alice geht er davon. Tasha atmet schwer aus, das hätte nicht passieren dürfen! Alice beruhigt sie, sie haben sich nicht mal berührt, da war nichts. Aber genau dieser Typ gehört nicht zu ihren freundlichsten Soldaten, er ist ein verbohrter Schwulenhasser und dieses zufällige Treffen könnte ihren Job kosten…
Die Verwandten decken das Buffet für den Leichenschmaus. Eine ältere Dame versichert Max‘ Vater, wie sehr sie seine Frau vermissen werden. Max steht mit den Händen in den Hosentaschen schweigend daneben. Der Vater stellt der Dame den Pfarrer vor, der direkt neben Max steht. „Und das ist Max.“, sagt er nach Sekunden der Überlegung. Die ältere Dame sieht ihr überrascht an. „Der Sohn eines Cousins meiner verstorbenen Frau.“, schwindelt er weiter. Die Dame reicht Max die Hand, sieht ihn aber immer noch kritisch an. Der Pfarrer möchte wissen, ob die zweite Tochter Moira sich inzwischen gemeldet hat? Der Vater sieht in sein Glas und verneint. Wieder sieht ihn die ältere Dame erstaunt an…
Wie versprochen serviert Catherine Champagner in der Loge. Helena sieht fasziniert durch die riesige Panoramascheibe auf die Zuschauer hinab, die unmittelbar unter ihr stehen. Sie stoßen gemeinsam auf ihr favorisiertes Pferd an. Helena dreht sich wieder zur Rennbahn um, sie will den Start nicht verpassen. Catherine schmiegt sich von hinten ganz eng an Helena heran, knabbert an ihrem Nacken und schiebt ihre Hand fordernd an Helenas Oberschenkel herab. Da fällt der Startschuss, die Pferde laufen aus ihren Gattern. Catherine dreht Helena ruckartig zu sich herum, zieht ihr die Dinner-Jacke aus um ihr Gesicht zwischen Helenas Brüsten zu vergraben. Das Pferd mit der Farbe Pink liegt an dritter Stelle. Helena genießt die Berührungen ihrer Partnerin, beobachtet aber am Bildschirm an der Rückwand den Rennstand. Empört stößt sie Catherine leicht von sich weg, das Pferd liegt nicht vorne! „Es wird gewinnen!“, weiß Catherine mit Sicherheit und öffnet Helenas Rock mit einem Ruck. Die Mädels auf der Tribüne feuern die Pferde mit aller Kraft an. Das besagte Pferd holt auf. Helena glaubt Catherine wieder, die bereits ihre Hand unter Helenas Slip rhythmisch hin und her bewegt, doch Helena starrt währenddessen weiterhin auf den Bildschirm. Tasha wirft einen kurzen Blick von der Tribüne zur Loge, sie schüttelt ärgerlich mit dem Kopf als sie die zwei dort oben in der eindeutigen Position stehen sieht. Catherine gibt alles, um Helena pünktlich zum Ziellauf zum Höhepunkt zu bringen. Da ist es passiert, sowie bei Helena als auch auf der Rennbahn! Doch das Zielfoto zeigt eindeutig, dass ein anderes Pferd um eine Nasenlänge schneller war! Catherine und Helena bekommen es gar nicht mit, erst als der Bahnsprecher den Sieger verkündet unterbrechen sie ihren Kuss. Helena ist verzweifelt, Catherine einfach nur traurig… Alice schimpft auf der Tribüne über diesen beschissenen ‚todsicheren‘ Tipp! Tasha entdeckt in wenigen Metern Entfernung ihren Soldaten wieder, der sie anscheinend die ganze Zeit über beobachtet hat. Wieder schüttelt sie den Kopf. Jenny erwähnt leise, sie hat gewonnen! Alice ist bestürzt, sie hat dem Tipp nicht vertraut? Jenny grinst sie schulterzuckend an. Alle bewegen sich zu den Wettschaltern, wo sie wieder auf Helena und Catherine stoßen. Papi begrüßt die beiden, sie fanden es bestimmt genauso spannend? Catherine grinst zurück, eigentlich hat nur Helena eine Stange Geld verloren, betont sie gut gelaunt. Helena entschuldigt sich bei Alice, doch Alice weiß nicht, wofür? Catherine klärt sie gerne auf, dass mit der verlorenen Summe auch die Investition in Alices Website verloren gegangen ist! Alice traut ihren Ohren nicht, dreht sich vorwurfsvoll zu Helena und geht kopfschüttelnd davon…
Max hat sich umentschieden, er will nun nicht mehr an der Beerdigung teilnehmen. Er hatte die Gelegenheit, sich von seiner Mutter zu verabschieden. Die Leute sollen auf ihrer Beerdigung nicht über ihn sondern an die Verstorbene denken. Der Vater ist ratlos, er bringt es nicht übers Herz, jedem die Wahrheit über Max zu erzählen. Das muss er auch nicht, betont Max, er weiß, wer er ist, das genügt ihm…
Bette und Jodie sind in den letzten Partyvorbereitungen. Bette ist unheimlich nervös und platziert die Tischdekoration zentimeterweise von rechts nach links. Jodie nimmt’s mit Humor. Bette möchte sicherstellen, dass Jodie von ihrem Sitzplatz aus alle Münder der Anwesenden sehen kann. Jodie macht Bette zum hundertsten Mal darauf aufmerksam, sie wird auf jeden Fall nicht jedem Gespräch folgen können. Das ist aber ok und auch völlig normal, wenn sie von hörenden Leuten umgeben ist. „Sie wissen doch alle von meiner Taubheit, oder?“, fragt sie mehr feststellend. Bette wird sofort unsicher, hätte sie es ihnen lieber nicht erzählen sollen? Jodie hebt beide Hände abwehrend hoch, sie ist nun mal taub und es ist völlig ok, die Leute darüber zu informieren! Nach einer kurzen Pause, die Bette zum Lampion aufhängen nutzt, möchte Jodie in ferner Zukunft Bette ihren Freunden in New York vorstellen. Bette bemerkt vorsichtig, sie muss aber vorher noch flüssiger in ihrer Gebärdensprache werden. Jodie sieht sie fast fassungslos an, nicht alle ihre Freunde sind taub! Bette entschuldigt sich, so hat sie es nicht gemeint. Wieder nimmt Jodie es mit Humor. Hektisch zählt Bette noch die zu erledigenden Aufgaben auf, sie denkt sogar darüber nach, Platzkarten anzufertigen. „Platzkarten?“, wiederholt Jodie verdattert. Ernsthaft beschreibt Bette mit ihren Händen die ungefähre Größe der angedachten Karten. Nun kann sich Jodie ihr Lachen nicht mehr verkneifen, Bette versteht den Witz nicht und sieht sie verwundert an. Jodie zieht Bette an sich heran, sie liebt sie wirklich sehr, betont sie vor dem Kuss. Nach wenigen Sekunden unterbricht Bette den Kuss, strahlt ihre Partnerin verliebt an und stellt stolz fest, dass Jodie gerade zum ersten Mal ‚ich liebe dich‘ gesagt hat. Auch Jodie glänzt sie an, nimmt die berühmte Gästeliste vom Tisch, zerknittert sie vor Bettes Augen mit einem verführerischen Grinsen, steckt sich den Zettel in ihre Hose und fordert Bette auf, wenn sie unbedingt weitermachen will, ihn sich wieder zu holen! Bette sieht ihr lächelnd in die Augen, zögert einen Moment, beugt sich wie zu einem Kuss vor, wendet dann aber ihren Kopf zum Zettel an Jodies Reißverschluss und zieht ihn mit den Zähnen wieder hervor. Flüsternd gibt Bette zu, dieser Abend ist gerade wichtiger…
Am nächsten Morgen spricht der Pfarrer auf dem Friedhof die letzten Worte für Max‘ Mutter. Die gesamte Familie steht um das offene Grab herum, andächtig den Worten des Geistlichen lauschend. Max steht in einiger Entfernung zum Geschehen in normaler Kleidung unter einem Baum. Nun will der Vater noch etwas sagen. Er stellt sich weinend vor den teuren Mahagoni-Sarg, ringt um Worte und sieht zu Max herüber, der sich aber gerade umdreht um den Friedhof zu verlassen…
Die Gäste sind zur Dinnerparty eingetroffen. Papi möchte Kit einen Wein eingießen und erkundigt sich, ob sie lieber roten oder weißen haben möchte? Kit dreht sich verlegen suchend nach ihrer Schwester um, entscheidet sich dann lieber für Mineralwasser. Der Rest der Clique hat es sich auf dem Sofa bequem gemacht. Alice beschwert sich quer durch den Raum über Catherine und Helena, die ihrer Meinung nach total verrückt geworden sind, soviel Geld zu verwetten! Auch Bette findet es ziemlich merkwürdig, dass Helena es tatsächlich vorzog, heute Abend wieder spielen zu gehen anstatt Zeit mit ihren Freundinnen zu verbringen! Tasha vermutet, die beiden gehen in ihrem Glückspiel total auf, so wie sie sich in der Loge aufgeführt haben… Kit fragt nach, was haben sie in der Loge gemacht? „Sie hatten Sex!“, klärt Alice sie entrüstet auf. Bette wendet sich zu Jodie um sich zu vergewissern, ob sie auch alles mitbekommt? Jodie nickt geduldig. Alice sieht fragend Shane und Paige an, sie wundert sich, wo die zwei eigentlich gestern gewesen sind? Beide werfen sich ratlose Blicke zu. Shane stottert herum und sucht händeringend nach einer Ausrede. Spontan behauptet sie, sie hätten die ganze Zeit über Geschichten gelesen… „Den ganzen Tag?“, Alice klingt nicht überzeugt. Bette findet es sehr süß, Paiges Sohn den ganzen Tag über etwas vorzulesen, grinst sie und deutet Jodie in Gebärdensprache an, die beiden haben den ganzen Tag nur Sex gehabt! Jodie sieht verdattert zu Shane und lacht. Es klingelt. Bette öffnet die Tür. Tina begrüßt sie mit einem Wangenkuss und stellt ihr dann ihre Begleitung Kate Ardin vor, die bereits eine Menge von Bette gehört hat. Jenny begrüßt Kate wenig überrascht, sie hat wohl insgeheim mit ihrem Erscheinen gerechnet. Kate versteht sich auf Anhieb sehr gut mit Jodie, obwohl sie die Gebärdensprache nicht beherrscht. Beide loben sich gegenseitig in den höchsten Tönen für ihre Arbeit. Tina ist von Kates Auftreten fasziniert. Paige flüstert Shane zu, sie würde keinen Film von Kate kennen, sie findet ihr Auftreten leicht übertrieben… Kate beginnt, ihre Worte laut und deutlich auszusprechen und schlägt Jodie einen Besuch auf einem jährlichen Festival vor, auf dem die Filme simultan für Taubstumme übersetzt werden. Jodie wird es nun richtig unangenehm, lächelt aber tapfer weiter…
Später beim Essen auf der Terrasse berichtet Paige von ihrer Methode, eine Lesbe an ihren Fingernägeln zu erkennen: Lesben haben zumeist kurz gehaltene, während Heterofrauen oftmals lange Fingernägel besitzen. Jodie sitzt am Kopfende des Tisches, sie versucht eifrig, dem Gespräch zu folgen. Bette übersetzt es ihr vorsichtshalber noch mal, doch Jodie hält dies für unnötig. Nun platzt Jenny mit ihrer Theorie heraus: Kleine lesbische Mädchen wünschen sich in ihrer Kindheit einen Affen als Haustier, heterosexuelle Mädchen aber haben den Wunsch nach Pferden. Alice gibt zu, sich als Kind einen Affen gewünscht zu haben. Bette steht auf um etwas aus der Küche zu holen. Jodie möchte ihr helfen, wird aber von Bette zurückgehalten. Sie soll sich lieber weiter mit ihren Freundinnen unterhalten. Genervt gibt Jodie nach. Am Tisch gibt nun jede Frau nacheinander zu, welches der beiden Tiere sie sich in ihrer Kindheit wünschten. Bette kommt mit einer Flasche Wein zurück. Paige sieht Jodie an, welches Tier hat sie sich in ihrer Kindheit gewünscht? Jodie hat nichts verstanden, sie konzentriert sich auf Paige. Alle starren sie erwartungsvoll an. Nach einer kurzen Pause gibt sie zu, nicht zu wissen, worum es geht, woraufhin Bette ihr die Frage erneut in Gebärdensprache stellt. Jodie kann diese Theorie leider nicht bestätigen, sie wünschte sich immer, Rennautos zu fahren. Somit ist Jennys Behauptung widerlegt, die Clique lacht erleichtert auf. Bette ist stolz auf Jodie, gefühlvoll streichelt sie ihr über die Schulter. Kate erzählt Tina von ihrer Exfreundin, die tatsächlich oft bei Autorennen war. Sie wollte immer mal einen Film darüber machen. Wieder übersetzt Bette engagiert für Jodie. Und erneut bittet Jodie sie, dies zu unterlassen. Bette möchte doch nur, dass sie nichts verpasst, verteidigt sie sich. Geduldig atmet Jodie durch. Sie hat Bette doch gesagt, sie wird Dinge verpassen, das ist ok. Sie hat trotzdem gerade viel Spaß! Bette entschuldigt sich und dreht sich wieder zu Tina und Kate, die Tina gerade von einer ihrer Wunschszenen in einem Film vorschwärmt. Sie sieht ihr tief in die Augen als sie von ihrer Vorstellung schmachtet, zwei Frauen darzustellen, die sich mit den Händen unter dem Tisch spontan gegenseitig befriedigen… Die Clique sieht erschrocken auf. Tinas Augen leuchten, die Idee würde beim Publikum hervorragend ankommen, vermutet sie. Bette schaut den beiden irritiert zu, senkt ihren Blick leicht verletzt auf die Tischdecke. Als sich Tina und Kate gegenseitig mit strahlenden Augen anleuchten, kann Bette sich ihren Kommentar nicht verkneifen. Nüchtern erwähnt sie, Tina kann Liebesszenen in einem Film nicht ertragen. „Kann ich nicht?“, stutzt Tina. Bette ist sich sicher, dass Tina es in ihrer gemeinsamen Zeit öfter erwähnt hat. Jodie ist erschüttert über Bettes Verhalten, zieht es aber vor zu schweigen. Tina grinst Bette verständnislos an und nippt an ihrem Weinglas. Kate ist amüsiert. „So, ihr zwei habt also zusammen gelebt?“ Bette senkt erneut ihren Blick als sie zugibt, dass es schon eine Weile her ist. Tina strahlt Kate neugierig an. Alice will vom Thema ablenken, sie wundert sich, wie eine Regisseurin aus New York in die nähere Auswahl kam? Kate gesteht, nicht auf dem Plan gewesen zu sein, sie hat sich selbst vorgeschlagen, nachdem sie sich im Internet viele Informationen über Tina herausgezogen hat. Tina ist angenehm überrascht. Ungläubig möchte Bette wissen, was sie denn über Tina herausgefunden hat? Kate sieht Bette geradewegs in die Augen. Tina ist für viele ihrer Lieblingsfilme verantwortlich, außerdem war ihr Bild heiß! Bette lächelt leicht angewidert zurück. Die Clique sieht Kate skeptisch an. Bevor die Situation für Bette unerträglich wird, tippt sie mit ihrem Teelöffel gegen ihr Weinglas und kündigt beim Aufstehen einen Toast an. Sie ist so froh, beginnt sie ihre Rede, dass alle erschienen sind um eine Frau zu treffen, die ihr sehr viel bedeutet. Sie erhebt ihr Glas auf Jodie, alle stoßen mit an. Bette verspricht, Jodie nicht wieder gehen zu lassen und gibt ihr einen langen Kuss. Papi schenkt Kit zum Anstoßen ein Glas Wein ein. Mit Entsetzen will Bette erfahren, was das denn werden soll? Nun starren alle auf Kit. Kit glaubt, dies ginge nur sie allein etwas an. Erschüttert setzt Bette ihr Glas ab und geht auf ihre Schwester zu. Jodie bittet sie, ruhig zu bleiben, doch Bette ist bereits auf 180! Jodie soll ihr nicht erzählen, was sie zu tun hätte, sie weiß nämlich gar nicht, worum es geht! In ruhigem Ton interviewt sie Papi, ob Kit schon länger wieder trinkt? Schulterzuckend bejaht Papi nichtsahnend die Frage, sie möchte im Gegenzug wissen, warum das so wichtig ist? „Weil Kit eine verdammte Alkoholikerin ist!“, stammelt Bette enttäuscht. Kit erhebt sich, trotzig weist sie ihre Schwester zurecht, ihr nicht vorschreiben zu wollen, was richtig für sie ist! Mit diesen Worten nimmt sie einen großen Schluck aus ihrem Weinglas, verabschiedet sich höflich von Jodie und fordert Papi auf, sie nach draußen zu begleiten. Papi fiel gerade aus allen Wolken, sie hatte keinen blassen Schimmer von Kits Vergangenheit. Der Abend ist gelaufen…
Als alle Gäste das Haus verlassen haben, hat sich Bette immer noch nicht beruhigt. Jodie steht neben ihr, sie fand den Abend ziemlich hart. Ja, wegen ihrer Schwester, vermutet Bette. Doch Jodie spricht nicht von Kit, sie kritisiert Bettes Verhalten. Bette hat sie heute vorgeführt, obwohl sie Bette vorher inständig gebeten hat, dies nicht zu tun. Sie hat sie zeitweise wie ein kleines Kind behandelt. Bette versteht nicht, sie wollte doch nur, dass Jodie sich wohl fühlt. „Ach, wirklich?“, Jodie ist anderer Meinung, sie vermutet, Bette wollte die volle Kontrolle über das gesamte Geschehen indem sie ihr nur Dinge übersetzte, von denen sie wollte, dass Jodie sie versteht und hat andere Sachen einfach verschwiegen. Bette kann nicht glauben, was Jodie ihr vorwirft! Das ist ja wohl der größte Mist, den sie jemals gehört hat! Abgesehen davon ist es auch noch richtig beleidigend! Auch Jodie fühlte sich am Tisch öfter von Bette beleidigt, aber die Seite will Bette anscheinend nicht sehen, entgegnet Jodie ruhig. Bette hebt ihre Stimme mit jedem Satz mehr, sie hat den ganzen Abend nur für Jodie geplant, all die Vorbereitungen, alles für Jodie! Jodie schüttelt enttäuscht den Kopf, sie wusste, Bette würde es nicht schaffen, mit ihrer Behinderung umzugehen! Bette kommen die Tränen vor Wut. Sie fühlt sich zunehmend unsicherer in Jodies Gesellschaft, weil sie niemals weiß, welches Verhalten richtig oder falsch ist. Ihre Stimme bebt als sie verzweifelt zugibt, alles zu versuchen, um ihre Beziehung funktionieren zu lassen. Sie arbeitet so hart um die Gebärdensprache zu lernen und sie glaubt, bis hierhin lief es doch ziemlich gut. Sie hat sich den Abend mit ihren Freunden auch anders vorgestellt! Jodie hebt die Augenbrauen, ironisch entschuldigt sie sich für ihr Handicap, wodurch sich die Kommunikation mit ihr schwierig gestaltet! „Das meinte ich nicht!“, wirft Bette schnell ein. Tränen schießen ihr über die Wangen, zitternd erklärt sie, sie wünscht sich eine Partnerin, die mit ihr zusammen arbeitet. Jodie atmet tief durch, geht einen Schritt auf Bette zu und antwortet ganz ruhig, Bette möchte mit einer Partnerin zusammen sein, die für sie arbeitet! Bette sieht ihr fassungslos in die Augen. Jodie fährt fort, sie hat sie den ganzen Abend erlebt, wie sie krampfhaft versuchte, alles zu kontrollieren. Bette dreht sich weinend um. Jodie spricht weiter, Bette versuchte zu kontrollieren, was Tina der Regisseurin erzählte und sie hat versucht, Kit zu kontrollieren! Und dem noch nicht genug, wollte Bette auch noch Jodie kontrollieren, indem sie bestimmte, was sie von den Gesprächen mitbekommt und was nicht! Sie wollte doch nur ihr Bestes, schreit Bette zurück. Jetzt wird auch Jodie laut, woher weiß Bette, was das Beste für sie ist? Bette wirft ihr vor, nicht mal versucht zu haben, den Gesprächen zu folgen! Jodie brüllt zurück, dass Bette das doch gar nicht wissen kann! Sie dagegen weiß aus Erfahrung, wie sie sich in Gesellschaft von Hörenden verhalten muss! Bette ist wie vom Donner gerührt, sie hätte niemals angenommen, dass Jodie einen solchen Verfolgungswahn entwickelt hat! Sie brüllt zurück, sie würde Jodie wirklich sehr bemitleiden, aber vielleicht sollte sich Jodie auch mal über Bettes Gefühle Gedanken machen? Wie sie sich in dieser Situation fühlt? Schluchzend schleppt sie sich in ihr Schlafzimmer und schlägt die Tür hinter sich zu. Jodie sieht ihr wütend hinterher…
|