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2.13 - Lacuna

Am Sunset Strip stehen die leichten Mädchen in den neonbeleuchteten Schaufenstern und präsentieren sich räkelnd ihren potentiellen Freiern. Jenny gibt im ‚Heulenden Kojoten’ erneut eine ihrer Vorstellungen, jedes Mal prägt sie sich die Gesichter ihres anfeuernden Publikums genau ein. Die Bilder ihrer Kindheit erscheinen vor ihrem geistigen Auge, der Jahrmarkt, die Schießbude, die Zirkusvorstellung, die Zeichnungen der Gedemütigten auf ihrem Schreibtisch…
Am Ende der Vorstellung, mit erhobenen Händen und völlig entblößt, schließt sie ihre Augen und lässt alle Gedanken auf sich einpreschen, sie kann sich nicht mehr wehren…

Der Titelsong beginnt…

Shane wartet vor dem Lokal um Jenny abzuholen, sie war in der Vorstellung. Als Jenny aus dem Schuppen herauskommt ist sie sehr überrascht, freut sich aber über die unerwartete Zuschauerin. Shane fragt sich immer noch, warum Jenny sich so zur Show stellt. Sie fühlt sich sicher dabei, antwortet Jenny. Auf der Bühne ist es allein ihre Entscheidung, wann sie sich auszieht und vor allem vor wem. Keiner zwingt sie, keiner drängt sie. Wenn sie will, kann sie jederzeit von der Bühne gehen. Dort oben hat sie die absolute Kontrolle über das Geschehen. Die Erfahrung hilft ihr, ihre schwere Kindheit zu verarbeiten, alle Geschehnisse von damals wieder wach zu rufen. Im Gegensatz zu Shane kann sie sich nämlich nicht an alles erinnern, weswegen sie ihren Mitmenschen so bitter misstraut und sie will endlich ihre Seele befreien…
Auch möchte sie nicht zusammen mit Shane nach Hause gehen, sie will allein mit dem Bus fahren.

Tina und Bette gehen zur letzten Ultraschalluntersuchung vor dem Geburtstermin. Bette berichtet, sie hat bereits eine Geburtswanne besorgt, die allerdings noch zusammengebaut werden muss. Beide bewegen sich vom Parkplatz in Richtung Haupteingang des Krankenhauses als sie plötzlich stutzen. Helena wartet schmunzelnd in ihrem Mercedes, sie will mit Tina reden. Ironisch sieht sie zu Bette, wenn diese nichts dagegen hätte… Bette gibt offen zu, dass sie ein Problem damit hat, doch Helena wendet sich bereits an Tina und ignoriert die Antwort. Ihre Mutter ist zu Besuch, Helena möchte Tina unbedingt beim Essen dabei haben. Tina fällt aus allen Wolken, sie schüttelt heftig den Kopf und will nur wissen, wie Helena ahnen konnte, wo sie sich befinden. Bette grinst übers ganze Gesicht als sie Helena fragt, ob sie ihnen heimlich folgen würde. Helena ist entrüstet, selbstherrlich wirft sie ein, James gab ihr breitwillig Auskunft über Bettes Terminkalender. Bette weiß aber, ihr Assistent würde niemals private Termine ausplaudern, doch Helena versichert ihr, dass ihm sein Job lieber ist als jede falsche Loyalität. Nach diesen Worten schiebt sie Bette zur Seite und lächelt Tina herzlich an um ihr das Restaurant und die Uhrzeit mitzuteilen. Tina aber hat keine Lust sich auf ein solches Spiel einzulassen, sie weist Helena konsequent zurück. Bette nimmt ihre Hand und beendet das Gespräch, indem sie Tina zum Weitergehen bewegt. Helena rutscht die Kontrolle aus den Händen, hektisch läuft sie hinter den beiden her und redet auf Tina ein, es wäre ihr überaus wichtig sie beim Essen dabei zu haben. Tina dreht sich kühl um, Helena soll einfach eine ihrer anderen Freundinnen fragen, doch Helena findet diesen Spruch jetzt unfair. Tina entschuldigt sich halbherzig, was aber nichts an ihrer Entscheidung ändert. Bette drängt sie förmlich dazu, Helena stehen zu lassen und zieht sie in den Eingang des Hospitals. Helena gibt noch nicht auf, sie baut sich mit verschränkten Armen vor dem Eingang auf und will dafür Sorge tragen, dass Tina im Untersuchungsraum gut behandelt wird. Bette und Tina drehen sich fragend um, Helena grinst sie an und deutet auf das Hinweisschild vor der Tür: „Rupert und Doris Peabody Geburtspflegestation“. Genervt schüttelt das Paar die Köpfe und geht hinein.

Dana trainiert mit ihrer Privattrainerin auf der Straße, sie joggen und üben Schattenboxen. Alice braust in ihrem Mini heran, sie bringt Dana ihre Boxhandschuhe, die sie heute Morgen vergessen hat als sie sich ohne ein Wort oder einen Zettel zu schreiben aus dem Haus schlich… Dana nahm an, Alice würde wissen, dass sie trainieren wollte und hat deswegen nichts hinterlassen, doch sie entschuldigt sich lieb bei Alice. Alice merkt, ihr Benehmen nimmt eifersüchtige Züge an und schwächt es prompt wieder ab, es wäre halt nur nett gewesen, kein Muss. Die Trainerin pocht darauf endlich weiter zu machen. Alice steigt in ihren Wagen zurück, sie will direkt ins Planet fahren um dort auf Dana zu warten. Dana bemerkt, es würde sicherlich noch mehrere Stunden dauern, doch Alice wird geduldig warten. Dana joggt mit ihrer Trainerin davon, etwas peinlich berührt durch Alices Auftritt erklärt sie ihr, Alice würde sie wirklich über alles lieben. Die Trainerin nickt nur desinteressiert und scheucht Dana bergaufwärts…

Bette und Tina öffnen in Bettes Haus den riesigen Karton mit der Geburtswanne. Als sie den Inhalt, der aus vielen Einzelteilen besteht, erblicken, lächelt Tina amüsiert, doch Bette ist entgeistert. Schweren Herzens gibt sie zu, sich in diesem Augenblick zu wünschen keine Lesbe zu sein, damit ein Kerl für sie das Teil aufbauen kann. Tina setzt sich aufs Sofa und grinst, sie kennt einige Lesben, die recht gut Sachen zusammen bauen können… Bette grinst zurück, sie hat die Andeutung sehr wohl verstanden und fragt, ob Tina etwa die Zimmerfrauen damit meint. Beide strahlen sich an, Tina entschuldigt sich amüsiert für den kleinen Eifersuchtsrückfall. Bette packt die Sache an, sie will es nun wissen und beginnt, jedes Einzelteil zu betrachten und zu sortieren. Tina fragt nach den Gästen der anstehenden Gedenkfeier für Melvin, fast alle Familienmitglieder und Freunde werden morgen anreisen, außer Benjamin Bradshaw. Kit befürchtet, sie bekommt wieder weiche Knie bei seinem Anblick…
Nachdem Bette alle Teile auf dem Boden verteilt hat bemerkt Tina schüchtern, sie wird eine Hausgeburt haben, dabei sieht sie ihrer werkelnden Partnerin ins Gesicht. Bette ist glücklich, dass alles reibungslos verläuft und es Tina gut geht. Tina sieht ihr intensiv in die Augen und betont nochmals, sie wird eine Hausgeburt haben, sie bekommt das Kind in ihrem Zuhause. Bette bleibt in der Bewegung stocken, ängstlich vermutet sie, Tina möchte lieber in ihrer eigenen Wohnung gebären. Aber Tina wehrt diesen Gedanken sofort ab, sie will zurück in Bettes Haus ziehen und das Baby in ihrem gemeinsamen Zuhause bekommen. Bette verschlägt es die Sprache, ihre Augen werden feucht, sie lacht Tina einfach nur glücklich an und setzt sich völlig überwältigt zu ihr auf das Sofa…

Helena betritt leicht lustlos das Lokal, in dem sie mit ihrer Mutter Peggy verabredet ist. Sie entdeckt an ihrem Tisch auch ihre 2 Kinder, die sofort auf sie zustürzen um sie herzlich zu begrüßen. Am Tisch sitzt noch eine Person, die dreht sich langsam auf ihrem Stuhl um und sagt „hallo“. Helena kennt diese Stimme genau, ihre Ex Winnie grinst sie zuversichtlich an. Ohne mit der Wimper zu zucken verabschiedet sich Helena wieder von ihrem Nachwuchs und macht auf dem Absatz kehrt als sie von Peggy harsch zurück gerufen wird. Also nimmt sie widerwillig neben Winnie am Tisch Platz, die gleich berichtet, Peggy hätte sie eingeladen um ihre Enkelkinder zu sehen. Peggy behält die forsche Tonart, sie bekam zu hören, dass der Umgang zwischen Winnie und ihrer Tochter zu wünschen übrig lässt, was sie keinesfalls duldet. Winnie schlägt in die gleiche Kerbe, sie betont Peggys unglaubliche Großzügigkeit, von der sich Helena eine Scheibe abschneiden könnte. Helena schäumt vor Wut, spitzfindig erwähnt sie, dass sie ihre Mutter in ihrer Kindheit ganz anders kennen gelernt, bzw. sie zu selten gesehen hat. Peggy beendet die Diskussion in ihrer souveränen Art, Helena solle ihre schlechten Kindheitserinnerungen lieber mit einem Therapeuten teilen, aber ja keinen, der sie am Ende wieder verklagt… Winnie prustet fast ihr Getränk aus vor lachen, Helena ist schockiert und schmollt. Peggy stellt klar, dass sie ihre Enkelkinder nicht aufgeben wird, egal was Helena über Winnie denkt. Deshalb hat sie sich entschlossen, Winnie eine Position in ihrem Unternehmen in New York zu geben, damit sie und die zwei Kleinen immer in ihrer Nähe sind. Sprachlos senkt Helena ihren Blick auf den Boden…

Bette schwelgt in ihrem Schlafzimmer in Erinnerungen während sie Fotos von ihrem Vater betrachtet. Tina gesellt sich schweigend zu ihr, liebevoll tröstend streichelt sie ihr über das Haar. Bette bricht in Tränen aus… Wir sehen Melvins Leben in Bildern an uns vorbei rauschen…

Am nächsten Tag beginnt die Trauerfeier im Planet mit einem Gospelchor. Kit wird von ihrem Sohn im Arm gehalten, sie kann und will ihre Tränen nicht unterdrücken. Die ganze Clique ist anwesend, viele Freunde und Bekannte Melvins aus früheren Tagen und ein Teil der Familie. Marc filmt die gesamte Zeremonie mit seiner Videokamera. Jeder, der möchte, bekommt die Gelegenheit etwas zu sagen.
Tina verlässt die Gedenkfeier vor dem Ende der letzten Rede, sie muss sich unbedingt schonen. Zum Abschluss bekunden alle nacheinander den Töchtern ihr Beileid, unter anderen auch Gloria Steinem, die bekannte Frauenrechtlerin, die viel zusammen mit Melvin erlebt hat. Lara arbeitet hinter dem Tresen und reicht die Speisen. Dana spricht sie an, alles wäre so toll vorbereitet, sie wäre eine wahre Künstlerin der Küche. Alice beobachtet ihre Partnerin aus einiger Entfernung misstrauisch. Dana kann sich tatsächlich einen kleinen Flirt nicht verkneifen, Lara sieht sie angenehm überrascht an und lächelt verlegen. Alice bekommt jedes Wort genau mit und rollt genervt mit den Augen während sie an ihrem Weinglas nippt. Als Dana bemerkt, was sie gerade getan hat, wirft sie einen unsicheren Blick in Richtung Alice. Schnell verlässt sie den Tresen, mit einem erfrischenden Lachen strahlt sie Alice an. Ohne gefragt zu werden berichtet sie ihr von ihrem gerade geführten Gespräch in abgeschwächter Version. Alice hat sich gerade etwas überlegt, weiß aber nicht, wie sie es am besten ausdrücken soll, also sagt sie es gerade heraus. Leise und ruhig fragt sie Dana, ob sie mit ihr zusammen ziehen möchte. Ihre Partnerin hört gar nicht richtig zu, schnappt sich nebenbei ein Weinglas, nippt vorsichtig daran und stimmt mit einem „mhm“ gedankenlos zu. Überrascht über die spontane Antwort hakt Alice noch mal nach, wobei Dana die Frage erst richtig versteht. Schlagartig verändert sich ihr Gesichtsausdruck, ernst sieht sie Alice in die Augen und fragt „was?“. Dana ist sich nicht sicher, ob das der richtige Weg für ihre Beziehung ist, gerade läuft alles so gut und sie fühlt sich mit Alice wohl, so wie es jetzt ist. Alice fühlt sich zurückgestoßen, sie glaubt, Dana will mit ihr spielen. Trotzig möchte sie wissen, ob Dana vorhat, neben ihr weitere Frauen zu treffen. Dana ist entsetzt.
Bette bedankt sich bei Franklin und Leo Harrara für ihr Erscheinen. Sie versichert ihrem Boss ab Montag wieder fest im Sattel zu sitzen, allerdings benötigt sie den Rest dieser Woche Urlaub um die ganzen Formalitäten zu regeln. Franklin sieht bedrückt zu Leo und antwortet nicht. Bette bemerkt die merkwürdige Stimmung, unbedarft möchte sie wissen, ob das ein Problem darstellt. Leo räuspert sich diskret und geht schon mal vor die Tür. Franklin druckst leicht herum, Leo hätte Bette in ihrer Abwesenheit sehr gut ersetzt. Somit hat sich das Kuratorium entschieden, ihn zu behalten und Bette aus ihrem Vertrag zu kaufen. Bette kneift ihre Augen zu einem Spalt zusammen, legt ihren Kopf zur Seite und stellt gefasst fest, dass Franklin sie gerade feuert. Gerade jetzt, wo sie ein Baby erwarten und ihr Vater noch nicht unter der Erde liegt. Franklin ist die Situation unangenehm, er weist sie auf die beachtliche Abfindung hin, die ihrer Familie genug Spielraum für ein paar Monate sichert, bis Bette wüsste, was sie als nächstes machen will. Da fällt ihr spontan ein, worauf sie als nächstes Lust hätte, zum Beispiel jemanden umzubringen. Sie hebt ihre Augenbrauen, mit scharfem Ton schlägt sie Franklin als Opfer vor, oder vielleicht besser seine Freundin Helena Peabody. Erhobenen Hauptes klopft sie ihm lobend für seine gute Tat auf die Schulter und lässt ihn einfach stehen. Franklin möchte noch sein Bedauern aussprechen, kommt aber nicht mehr dazu, was vielleicht auch besser für ihn ist…
Derweil spricht Marc weiter hinten im Lokal mit einem Bandmitglied der Gruppe BETTY über deren derzeitiges Projekt, das sie das ‚Gloria-Projekt’ nennt. Alle öffentlichen Auftritte von Gloria Steinem werden aufgezeichnet und zusammen geschnitten um sie in chronologischer Reihenfolge irgendwann zu veröffentlichen. Marc wird von ihr engagiert, heute Abend bei einer Liveperformance, bei der auch verschiedene Bands auftreten, zu filmen.
An einem großen Tisch haben sich einige Mädels mit der Gruppe BETTY und Gloria Steinem niedergelassen und diskutieren über Feministinnen, die ja bekanntlich nicht alle Lesben sind, was aber im Volksmund automatisch dasselbe sei. Dana bemerkt, dass es in unserer Gesellschaft genauso selbstverständlich ist, dass alle Lesben automatisch Männerhasserinnen wären. Gloria weiß, viele Männerhasserinnen gibt es bei den heterosexuellen Frauen, die mit ihnen zusammen leben, Lesben sind oft mit Männern gut befreundet. Jenny weist auch auf das Missverständnis hin, alle Lesben wären automatisch Feministinnen, was nun gar nicht stimmt. Carmen bemerkt, viele Frauen, die glauben lesbisch zu sein, haben aber auch eine Neigung zu Männern, sie selbst sei allerdings zu 100% prädisponiert. Alle gestehen, schon immer auf Frauen gestanden zu haben, außer Alice, die ihre Bisexualität betont. Verträumt summiert Jenny, es wäre schon irgendwie merkwürdig, dass manche Menschen eine Wahl haben und andere eben nicht. Die gesamte Gruppe hebt ihre Gläser und stößt auf die Wahl an und natürlich auf Melvin.

Abends findet die Benefiz-Veranstaltung der ‚Foundation for Women’, die Gloria Steinem leitet, in einem Konzerthaus in der Innenstadt statt. Angekündigt sind die Gruppen ‚Heart’, ‚BETTY’ und die Sängerin Kinnie Starr. Jenny betritt allein das große Foyer und sieht sich erwartungsvoll um. Auf dem Parkplatz fährt Shane mit ihrem Jeep vor, sie hat Carmen zu dem Event eingeladen. Shane deutet ihr an, sitzen zu bleiben bis sie ihr die Tür öffnet. Carmen ist überrascht von Shanes galanter Art, die ihr gesteht, sie heute Abend nur verwöhnen zu wollen.
Im Foyer sind schon viele Gäste versammelt, die mit ihren Sektgläsern in den Händen herumwandern oder sich unterhalten. Am oberen Ende der Treppe steht Helena eng an Lee Austin gelehnt, beide in einen innigen Kuss vertieft. Helena schaut ihr tief in die Augen, verführerisch lächelnd bemerkt sie, wie wunderbar Lee eine Schwangerschaft stehen würde. Lee ist verdutzt, hört sich aber den Vorschlag, mit Helena zusammen ein Baby zu bekommen gerne an. Wieder treffen sich ihre Lippen zu einem intensiven Kuss. Plötzlich steht Bette vor ihnen. Mit verschränkten Armen behauptet sie, Helena wäre wahrhaftig die Geißel der Menschheit. Helena dreht sich empört zu ihr um während Bette freundlich Lee begrüßt. Bette unterstellt Helena, ihr hätte niemals wirklich etwas an Tina gelegen, ansonsten wäre sie nicht in der Lage gewesen, ihr so etwas anzutun. Tina muss in Zukunft genauso darunter leiden, wie Bette selbst. Helena weist jede Schuld von sich, sie hat nicht das Geringste mit Bettes Kündigung zu tun, was Bette arrogant als Blödsinn bezeichnet. In diesem Augenblick gesellt sich Peggy Peabody dazu, erfreut begrüßt sie Bette und hofft, in ihrer Begleitung bleiben zu können, da sich ihre Tochter nur um ihre neue Freundin kümmert. Doch Bette ist mit Tina da, die gerade die Waschräume benutzt. Peggy überlegt eine Sekunde, fragt dann ihre Tochter, ob sie nicht auch bis vor kurzem mit einer Tina liiert war. Helena meidet verlegen Lees Blick und gibt zu, es war die Selbe. Peggy sieht Bette mitleidig in die Augen, ihr fällt dazu nur ein „ohje“ ein. Bette nickt und wiederholt dieses „ohje“ bestätigend. Irgendwie fühlt sich Peggy an die Surrealisten des vorherigen Jahrhunderts erinnert, die genauso wild die Partner wechselten. Bloß dass damals die Künstler einige unübertreffliche Liebesbriefe schrieben, die bis heute erhalten sind. Inständig hofft sie, auch Bette und Helena würden ihren Kummer niederschreiben um der Nachwelt etwas zu hinterlassen. Wieder sieht Helena genervt zur Seite, sie will nur endlich dieser Situation entfliehen. Bette dagegen ist in der Tat gerade dabei einige zu verfassen, die Peggy unbedingt lesen möchte.
Plötzlich unterbricht Carmen das Gespräch, vorsichtig zieht sie Bette zur Seite. Tina ist immer noch im Waschraum und Carmen befürchtet, Tina braucht dringend Bettes Hilfe…

Unser Blick schweift über den Boden des Waschraums, auf dem überall kleine Pfützen verteilt sind. Die Spur führt zu Tina, die sich völlig überrascht den Bauch hält und das Wasser betrachtet. Bette stürmt besorgt zur Tür herein, Tina sieht sie stolz an und verkündet, dass ihre Fruchtblase soeben geplatzt ist. Sofort greift Bette zum Handy um die Hebamme anzurufen, dabei sieht sich das Paar freudig aufgeregt in die Augen…

Carmen hat inzwischen Kit gefunden, die bereits mit ihrem Sohn im Zuschauerraum Platz genommen hat. Als Carmen ihr die Neuigkeit berichtet will sie unbedingt dabei sein, doch ihr Sohn hält sie zurück. Als Arzt weiß er, es könnte noch viele Stunden dauern bis das Baby zur Welt kommt.
Der Event beginnt, Gloria Steinem heißt von der Bühne aus alle Anwesenden herzlich willkommen zu ihrer Revolution. Sie berichtet von dem Typen im Weißen Haus, der alles repräsentiert, wovor die Menschen damals aus ihren Heimatländern geflohen sind um in Amerika ein neues Leben zu beginnen. Sie fordert alle dazu auf, selbst etwas zu tun um den Reformen auf den Weg zu helfen. Heute beginnen sie in Los Angeles, morgen in der ganzen Welt…
Das Konzert beginnt mit Kinnie Starr, die einen passenden Song zum Thema vorträgt, der über die Gewalt an Mädchen und Frauen handelt. Jenny hört ganz genau zu und erkennt sich wieder…
Shane beugt sich nah an Carmens Ohr, flüsternd lädt sie sie ein, später mit zu ihr nach Hause zu kommen, natürlich nur auf einen Drink… Carmen reagiert zunächst gar nicht, dann lehnt sie sich zu Shane und betont, sie würde wirklich nur für einen Drink mitkommen.
BETTY heizt dem Publikum fast übergangslos mit rockigen Rhythmen ein. Alice sitzt irgendwie abwesend im Zuschauerraum neben Dana, entschlossen spricht sie ihre Gedanken aus. Dana wäre mit Tonya bereits nach 2 Tagen zusammen gezogen, warum lehnt sie eine Lebensgemeinschaft mit ihr ab? Dana möchte den gleichen Fehler nicht zweimal begehen, sie findet es gut, wie es läuft und sie findet Alice gut. Alice sieht sie mit riesigen Augen an, misstrauisch wiederholt sie Danas Worte als Frage. Dana bestätigt, sie wäre verrückt nach Alice, aber manchmal ist sie auch von ihr genervt. Das will Alice jetzt ganz genau wissen, provozierend fordert sie ein Beispiel. Dana will keinen Streit aufkommen lassen, ganz diplomatisch spricht sie das Essen mit Lara an, was Alice offensichtlich wahnsinnig machte.
Auf der Bühne wird die Gruppe Heart angekündigt, das Publikum tobt vor Begeisterung. Nur Jenny wird immer ruhiger…

Tina hat bereits heftige Wehen, sie lehnt gebeugt an der Wand in ihrem Wohnzimmer. Bette stützt sie und massiert ihr sanft den Rücken. Die Hebamme schlägt vor, dass sich Tina jetzt langsam in die vorbereitete Geburtswanne begibt um den Schmerz zu lindern.

Nach dem Konzert verlassen alle den Zuschauerraum und betreten das Foyer. Alice ist gedanklich immer noch beim Thema, sie gibt zu, sich an dem Abend des Essens schrecklich gefühlt zu haben. Sie entschuldigt sich für ihr unangemessenes Verhalten. Ärgerlich stellt sie fest, sie würde völlig fremde Eigenschaften an sich entdecken, die ihr selbst nicht gefallen. Sie hängt zu sehr an Dana, ist zu besitzergreifend und anhänglich. Sie befürchtet, Dana mit ihrer Liebe zu erdrücken und das Schlimmste daran ist, sie hat nichtmal die Chance mit ihrer besten Freundin darüber zu reden… Dana sieht ihr tief in die Augen und nickt…

Bette tastet vorsichtig nach dem Köpfchen des Babys, das im Begriff ist, aus dem Körper seiner Mutter zu gleiten. Fasziniert stellt sie fest, dass die kleine Tochter bald da ist. Tina lehnt sich schwer atmend aber glücklich nach hinten in Bettes Arm zurück.

Shane ist sichtlich nervös als sie bei sich zu Hause für Carmen ein Glas Wein eingießt. Carmen ist die Situation nicht geheuer, sie weiß nicht woran sie bei Shane ist, aber ihr Herz schlägt wie verrückt. Bevor sie vollends die Kontrolle über sich verliert, entscheidet sie sich zum Gehen. Doch Shane zieht sie am Arm zurück, Carmen bleibt wie unter Schock stehen. Langsam zieht Shane sie an sich heran, sie will sie nicht gehen lassen. Carmen schließt die Augen, sie kann nicht mehr, Tränen schießen ihr ins Gesicht. Auch Shane ist mit ihrer Kraft am Ende, beide fallen sich glücklich in die Arme. Als Shane zärtlich Carmens Hals küsst, dreht diese fast durch vor Freude und Verlangen. So lange hat sie auf diesen Augenblick gewartet… Sekundenlang blicken sie sich einfach nur an um sich schließlich endlos zu küssen. Nach unendlichen, süßen Sekunden schiebt Carmen, während sie sich immer weiter und intensiver küssen, Shane quer durch das Haus bis in ihr Zimmer, wo sie sofort auf dem Bett landen…

Tina ist inzwischen aus der Wanne gestiegen, die Schmerzen waren zu groß. Die Hebamme rät ihr, sich auf die Seite zu legen. Bette hilft ihr bei der Drehung und entdeckt entsetzt eine grau-braune Flüssigkeit, die aus Tina heraus tritt. Die Hebamme erklärt, das ist Mikönium, was bedeutet, dass das Baby Stress hat. Sie muss darauf bestehen, die Geburt im Krankenhaus weiter durchzuführen. Tina krümmt sich vor Schmerzen, will aber auf gar keinen Fall ihre Tochter im Krankenhaus zur Welt bringen, doch die Schwester lässt keine Widerrede zu.

Carmen und Shane haben sich ihrer Klamotten bereits entledigt und genießen ihre Wiedervereinigung in vollen Zügen. Shane gibt sich alle Mühe, Carmen alles zu bieten und versucht, keine Stelle ihres Körpers unberührt zu lassen…wow…
Nachdem Carmen wahnsinnig glücklich wieder langsam zu sich kommt wird sie weiter von Shane mit Küssen bedeckt, Carmen glaubt zu träumen…

Jenny wandert einsam durch die Straßen von L.A. zu einer Bushaltestelle. Sie hat Glück, der Bus erscheint wenige Sekunden später und lässt sie einsteigen. Jenny sucht sich einen Sitzplatz in der Mitte, da entdeckt sie das kleine Mädchen, das sie immer in ihren Träumen sieht. Blitzartig schießen ihr stückchenweise die Erinnerungen an ihre Vergewaltigung durch den Kopf, erleichtert schließt sie das Mädchen fest in ihre Arme. Wieder erscheint ihr das Bild vor Augen, wie dieses Mädchen (sie selbst) damals vor dem Zelt ihrer feiernden Verwandten stand, die Kleidung blutig und zerrissen…
Als der Bus sich von der Haltestelle entfernt gibt er die Sicht auf einen heruntergekommenen Wohnwagen frei, der achtlos in einen Hinterhof zum Vergammeln gestellt wurde. Er trägt die Aufschrift „Venus de Mira“…

Mit Blaulicht und Vollgas rast der Krankenwagen mit Tina und Bette an Board durch die Straßen. Bette ist besorgt weil Tinas Fieber steigt, aber die Sanitäterin beruhigt sie, es sei alles unter Kontrolle. Tina hat fürchterliche Angst um das Baby, immer wieder bittet sie, das Kind nicht sterben zu lassen. Bette verspricht ihr, dass nichts passieren wird, ist sich selbst aber dessen nicht so sicher und brüllt den Fahrer an, noch schneller zu fahren.
Der Krankenwagen rast an Jennys Bus vorbei, die ganz allein auf ihrem Platz sitzt…

Tina ist im OP und wird für einen Kaiserschnitt vorbereitet. Weinend entschuldigt sie sich bei Bette für ihr Versagen, das Kind nicht zu Hause zu gebären. Bette schüttelt kräftig den Kopf, sie versucht Tina mit sanfter Stimme zu beruhigen. Plötzlich ertönt ein lautes Babygebrüll, ihre Tochter hat das Licht der Welt erblickt. Bette strahlt vor Glück als sie das kleine Mädchen erblickt. Sie fordert das Recht ein, die Nabelschnur durchschneiden zu dürfen. Die Schwester lehnt dies aber wegen der Infektionsgefahr strikt ab. Bette fleht die behandelnde Ärztin an, die ihr das im Gegensatz zu ihrer Helferin gerne gestattet. Mit einem tiefen Seufzer durchtrennt sie mit einem Schnitt das Band zwischen Tina und dem Baby und betrachtet stolz die Kleine, als eine Schwester das Kind zur Untersuchung wegträgt. Tina wird schwarz vor Augen, schwach wendet sie sich Bette zu und flüstert den Namen Angelica. Bette fragt nach und Tina wiederholt den Namen, das Kind soll Angelica heißen. Die Anästhesistin ist besorgt um Tinas Blutdruck, der dramatisch absinkt. Bette bekommt Panik, immer wieder brüllt sie nach Tina, die sie aber nicht mehr hören kann…

Jenny versucht sich in der Badewanne zu entspannen, kann aber die ganzen Gedanken in ihrem Kopf nicht mehr kontrollieren. Verzweifelt sucht sie einen Ausweg, sie will diesen Schmerz einfach nicht mehr spüren. Im Spiegelschrank findet sie in einer Make-up Dose eine Rasierklinge, die sie wahrscheinlich selbst dort vor einiger Zeit deponiert hat…
Shane läuft telefonierend im Flur auf und ab, sie verabredet sich mit der Clique um Bette und Tina im Krankenhaus zu besuchen. Carmen stolpert aus dem Zimmer, eilig zieht sie sich ihren zweiten Stiefel an als sie Jenny aus dem Bad stöhnen hören. Sie hören einen Augenblick genau hin bevor Shane nach Jenny ruft. Doch es kommt keine Antwort, beunruhigt öffnet Shane die Badezimmertür. Was sie dort entdeckt, lässt ihr das Blut in den Adern gefrieren: Jenny sitzt blutüberströmt auf dem Fliesenboden, mit einer Rasierklinge schlitzt sie sich ganz langsam die Beine auf… Shane überwindet ihren Schock sehr schnell und reagiert sofort. Vorsichtig nimmt sie Jenny die Klinge aus der Hand und redet beruhigend auf sie ein. Während Shane mit einem Handtuch versucht die Blutung zu stoppen, sitzt Jenny fast teilnahmslos daneben, dann bricht sie in Tränen aus. Am Ende ihrer Kräfte gibt sie zu, doch Hilfe zu benötigen weil sie es allein niemals schaffen wird. Shane verspricht ihr alle Hilfe, die sie brauchen wird… Um sie auf andere Gedanken zu bringen erzählt sie von dem Baby, es ginge Tina gut, das Kind ist wohlauf. Jenny ist überglücklich dies zu hören…

Bette sitzt mit Angelica auf dem Arm in Tinas Zimmer, die allerdings noch nicht von der Intensivstation zurück ist, trotzdem es ihr gut geht. Die Clique betritt das Zimmer und ist überwältigt von dem Anblick. Bette erhebt sich strahlend vor Glück von ihrem Sitz und präsentiert ihren Freundinnen stolz ihre Tochter. Jede darf Angelica einmal halten, bis Kit sie in ihren Armen hält, die ihr ein sehr interessantes Leben prophezeit da ihre Familie und Freunde ebenfalls sehr interessante Menschen sind…